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23. Februar 2012, 12:50 Uhr

Apps müssen sicherer und transparenter werden

Apple, Google und andere App-Anbieter wollen strengeren Datenschutz einhalten. Dieses Zugeständnis hat ihnen eine US-Staatsanwältin abgerungen. US-Präsident Obama hat außerdem Regeln für mehr Verbraucherrechte im Internet aufgestellt.

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Apple, Google und andere App-Anbieter haben sich zu strengeren Datenschutzregeln verpflichtet© DPA

Apps für Smartphones und Tablets dürfen keine heimlichen Datensauger mehr sein. Die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris setzte bei den sechs größten App-Store-Betreibern schärfere Datenschutzregeln durch. Davon würden auch Nutzer in anderen Ländern profitieren, betonte sie.

Harris verkündete eine Vereinbarung mit Apple als Betreiber des App Store für iPhone und iPad, Google mit seiner Android-Plattform, Microsoft, dem Blackberry-Anbieter RIM, Hewlett-Packard sowie Amazon. Demnach müssen künftig alle Apps strengere Datenschutz-Standards erfüllen. Dazu gehört vor allem, dass der Nutzer darüber aufgeklärt wird, welche Daten von ihm gesammelt werden und was damit geschieht.

Kanal für Beschwerden wird Pflicht

Bislang passiere dies nur in den seltensten Fällen, betonte Harris. Zudem müssen die Plattform-Betreiber einen Kanal für Nutzerbeschwerden über mangelnden Datenschutz einrichten. In einem halben Jahr will sie mit den beteiligten Unternehmen über die bis dahin vorgenommene Umsetzung der neuen Vorgaben sprechen.

Erst kürzlich war aufgeflogen, dass die App des Onlinenetzwerks Path die Adressbücher von iPhones anzapfte und die Daten zum Server des Unternehmens übertrug - ohne Wissen des Nutzers. Auch weitere Apps gerieten nachfolgend in Verruf. Apple kündigte an, den Zugriff auf Kontaktlisten künftig nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers zu ermöglichen.

Datenschutz-Offensive von Obama

Außerdem will das Weiße Haus die Datenschutz-Bestimmungen in den USA insgesamt verschärfen, die bislang deutlich lascher als etwa in Europa sind. Geplant sei eine "Grundrechte-Charta für den Datenschutz", teilte das Weiße Haus mit.

Die Datenschutz-Charta sieht unter anderem vor, dass Internetbrowser einen Knopf für mehr Datenschutz erhalten. Klicken die Internetnutzer darauf, wollen die großen Internetkonzerne die Aktivitäten der Nutzer nach eigener Aussage nicht mehr verfolgen. "Wenn ein Verbraucher sich dafür entscheidet, dass seine Daten nach den Vorgaben (der Charta) nicht mehr gesammelt werden, wird dies von allen Unternehmen gleichermaßen befolgt", erklärte der Internetwerbeverband DAA.

Die sieben Kernpunkte der Charta in Kurzform:

  • Individuelle Kontrolle: Konsumenten haben das Recht, Kontrolle darüber auszuüben, welche persönlichen Daten Unternehmen von ihnen sammeln und was sie mit diesen Daten machen.
  • Transparenz: Konsumenten haben ein Anrecht auf einfach verständliche und einfach zugängliche Informationen über Privatsphäre- und Sicherheitspraktiken.
  • Respekt gegenüber dem Kontext: Konsumenten können mit Recht erwarten, dass das Sammeln, Verwenden und Veröffentlichen ihrer Daten durch Unternehmen nur in dem Kontext geschieht, in dem die Konsumenten ihre Daten zur Verfügung gestellt haben.
  • Sicherheit: Konsumenten haben ein Anrecht darauf, dass mit ihren Daten sicher und verantwortungsvoll umgegangen wird.
  • Zugang und Genauigkeit: Konsumenten haben das Recht, auf ihre persönliche Daten in nutzbaren Formaten zugreifen und diese korrigieren zu können. Das muss auf eine Art und Weise geschehen, die der Sensibilität der Daten und dem Risiko negativer Konsequenzen durch fehlerhafte Daten angemessen ist.
  • Fokussiertes Sammeln: Konsumenten haben ein Anrecht auf vernünftige Grenzen der Datensammlung durch Unternehmen.
  • Verlässlichkeit: Konsumenten haben ein Anrecht darauf, dass die Unternehmen über angemessene Mittel verfügen, um persönliche Daten in Übereinstimmung mit der Datenschutz-Charta zu handhaben.

Zuletzt hatten es in den USA Datenschutz-Debatten unter anderem rund um das soziale Netzwerk Facebook und den Internetriesen Google gegeben. "Die amerikanischen Verbraucher können nicht länger auf klare Regeln warten, die garantieren, dass ihre persönlichen Informationen online sicher sind", erklärte US-Präsident Barack Obama. Das Vertrauen der Nutzer sei "unabdingbar für das weitere Wachstum der digitalen Wirtschaft".

Akzeptieren wollen die Datenschutz-Charta unter anderem Google, Microsoft, Yahoo und AOL. Überwacht werden sollen die Regeln demnach von der für Verbraucherschutz zuständigen Behörde FTC.

san/AFP/DPA
 
 
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