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5. November 2007, 17:55 Uhr

Google schickt "Android" aufs Handy

Nach monatelangen Spekulationen hat Google seine Pläne für den Einstieg in den Mobilfunkmarkt offenbart: Der Suchmaschinenriese wird ein Betriebssystem namens "Android" für mobile Geräte entwickeln - allerdings nicht allein. Mehr als 30 Unternehmen aus aller Welt wollen an der offenen Plattform mitarbeiten.

Google ist Regisseur in der "Open Handset Alliance"© Paul Sakuma/AP

Der amerikanische Internetkonzern Google steigt in das Mobilfunkgeschäft ein. Geplant sei ein Handy-Betriebssystem namens "Android", das in Zusammenarbeit mit über 30 Technologie- und Telekomkonzernen entwickelt werden soll, teilte Google in New York mit. Zu den Kooperationspartnern gehören neben der Deutschen Telekom der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC und Motorola (siehe Kasten).

Die neue Softwareplattform soll die vom Internet her gebräuchlichen Anwendungen, basierend in erster Linie auf einem vollwertigen Web-Browser, auf mobile Geräte bringen.

Die neue Technologie solle die Art verändern, wie Menschen in Zukunft auf Information zugreifen und sie austauschen. Die offene Plattform soll nach Angaben der Unternehmen eine schnellere und weitaus billigere Entwicklung neuer Mobilfunkgeräte ermöglichen.

Die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem sollen in der zweiten Jahreshälfte 2008 verfügbar sein. Es gehe dabei nicht um die Vermarktung eines einzelnen "Google Phone", wie in Medienberichten spekuliert worden sei, so Google-Chef Eric Schmidt. "Unsere Vision ist, dass eine leistungsfähige Plattform tausende von verschiedenen Mobiltelefonen hervorbringen wird." Die Entwicklungsumgebung wird als offene Lizenz allen Entwicklern und Geräteherstellern ohne Gebühren zur Verfügung stehen, wie Schmidt in einer Telefon-Pressekonferenz erläuterte.

Ein erstes Entwicklungspaket soll bereits in der nächsten Woche an Softwareprogrammierer und Hardwarehersteller ausgeliefert werden.

Telekom-Chef René Obermann begrüßte den Einstieg von Google in das Mobilfunkgeschäft. Die Plattform sei eine gute Möglichkeit, dass mobile Internet zu einem Massenmarkt zu entwickeln. Der Mobilfunkarm T-Mobile will im kommenden Jahr in Europa und den USA Dienste auf der Google-Plattform einführen.

Nokia hält sich zurück

Mit der geplanten Allianz namens "Open Handset Alliance" attackiert Google vor allem den Softwarekonzern Microsoft, der sich von seinem Handy-Betriebssystem üppige Gewinn verspricht. Aber auch Apple mit seinem iPhone hat als Konkurrent zu gelten. Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia beteiligt sich bislang nicht an der von Google initiierten Allianz.

Über die Mobilfunkpläne von Google war seit Wochen heftig spekuliert worden. Google dominiert bereits das Geschäft mit Internet-Werbung und stößt nun mit seinem Geschäftsmodell in den Mobilfunk vor.

Gründungsmitglieder der OHA Mobilfunkanbieter China Mobile (China)
KDDI (Japan)
NTT DoCoMo (Japan)
Sprint Nextel (USA)
T-Mobile (Deutschland)
Telecom Italia (Italien)
Telefónica (Spanien)

Halbleiterhersteller Audience (USA)
Broadcom (USA)
Intel (USA)
Marvell (USA)
Nvidia (USA)
Qualcomm (USA)
SiRF (USA)
Synaptics (USA)
Texas Instruments (USA)

Handyhersteller HTC (Taiwan)
LG (Südkorea)
Motorola (USA)
Samsung (Südkorea)

Softwareunternehmen Ascender Corporation (USA)
Ebay (USA)
Esmertec (Schweiz)
Google (USA)
LivingImage (Japan)
NMS Communications (USA)
Nuance (USA)
PacketVideo PV (USA)
SkyPop (USA)
Sonivox (USA)

Kommerzialisierung Aplix (Japan)
Noser (Schweiz)
TAT - The Astonishing Tribe (Schweden)
Windriver (USA)

san mit DPA/AP/Reuters
 
 
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