Hinweise auf Apples Radio-Dienst verdichten sich

6. Februar 2013, 14:16 Uhr

Hacker haben Apples Betriebssystem iOS 6.1 geknackt und sind dabei auf interessante Neuigkeiten gestoßen: Zwei in Systemordnern versteckte Buttons liefern Hinweise auf einen Apple-Radiodienst. Von Christoph Fröhlich

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Apple könnte bald einen eigenen Radiodienst starten, glaubt man Hinweisen des Apple-Blogs "9to5Mac"©

Die Meldung geht wie ein Lauffeuer durchs Netz: Eine Gruppe von Hackern hat das iPhone 5, das iPad Mini und das neue mobile Apple-Betriebssystem iOS 6.1 geknackt. Der Ansturm auf das "Evasi0n" getaufte Programm, das Smartphones mit einem so genannten Jailbreak freischaltet, war riesig. Innerhalb von zehn Minuten wurde das Tool 100.000 Mal heruntergeladen. Damit ist es nicht nur möglich, von Apple nicht-zertifizierte Apps zu installieren, sondern auch das Betriebssystem zu verändern. Der Apple-Blog "9to5Mac" hat auf diese Weise ein iPad freigeschaltet - und ist beim Durchstöbern auf interessante Neuigkeiten gestoßen.

Neue Radio-Funktion für iPad?

Innerhalb der "Music.app" finden sich demnach Dateien mit der Bezeichnung "radio button", die mit Symbolen einer Funk-Antenne versehen sind. Der erste Gedanke von "9to5Mac"-Autor Seth Weintraub war, dass Apple seine Radio-Funktion aus iTunes für den Mac demnächst auch für das iPad zur Verfügung stellen könnte. Auf einem geknackten iPhone finden sich die Dateien nicht.

Stutzig machte Weintraub aber ein weitere Hinweis: Einige der neuen Dateien sind zusätzlich mit dem Hinweis "buy" ("kaufen") versehen. Womöglich plant Apple eine überarbeite Radio-Funktion mit neuen Features.

Die neu entdeckten Dateien befeuern ein seit Monaten kursierendes Gerücht, nach dem Apple einen eigenen Streamingdienst à la Spotify plant. Erst vor wenigen Monaten berichteten das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur "Bloomberg" von Apples Verhandlungen mit Vertretern der Musikindustrie. Aus Insiderkreisen wollen die beiden Medien erfahren haben, dass Apple künftig einen Dienst starten will, bei dem kostenlos ein an den Musikgeschmack des Nutzers angepasstes Programm abgespielt wird.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern

Mit seiner iTunes-Plattform ist Apple zum weltgrößten Musik-Verkäufer geworden. Inzwischen ist allerdings immer mehr das Streaming auf dem Vormarsch, bei dem die Musik nicht mehr heruntergeladen, sondern direkt aus dem Internet abgespielt wird. Dabei gibt es zum einen Abo-Dienste wie Spotify, Simfy, Juke oder Rdio, bei denen für eine Monatsgebühr uneingeschränkt Musik gehört werden kann. Über einen solchen Dienst habe Apple ebenfalls nachgedacht, aber die Idee verworfen, schrieb das "Wall Street Journal" im vergangenen September.

Ein Hinweis darauf, dass Apple tatsächlich einen Streaming-Dienst plant, könnte allerdings die Tatsache sein, dass der iPhone-Hersteller seit Monaten in iTunes mit kostenlosen Streaming-Angeboten experimentiert. So wurden iTunes-Kunden beispielsweise das neue Album "Tempest" von Bob Dylan kostenlos zum Streaming bereitgestellt. Ein größerer Dienst wurde von Apple bislang allerdings nicht gestartet, weil die Höhe der Lizenzforderungen der Musikkonzerne den iPhone-Anbieter abgeschreckt habe, schrieb die Zeitung.

Die Lizenzgebühren gelten als das größte Problem im Streaming-Geschäft, weil sie einen großen Teil der Werbeeinnahmen verschlingen. Der Bericht des "Wall Street Journals" enthielt keine Hinweise darauf, ob ein Apple-Musikradio auch international verfügbar wäre - angesichts des komplexen Rechtegeflechts starten solche Dienste meist zunächst in den USA.

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