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23. November 2007, 10:35 Uhr

Bundesregierung mischt sich ein

Die Bundesregierung und das EU-Parlament wollen Marco W. unterstützen. Der wegen Missbrauchs angeklagte Siebzehnjährige sitzt seit sieben Monaten in einem türkischen Gefängnis. Sie bemühe sich um eine Beschleunigung des Verfahrens, so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Am Eingang der Kirche in Uelzen erinnern Kerzen und Schilder an den siebzehnjährigen Marco W., der auch von der Bundesregierung Unterstützung erhalten soll© Fabian Bimmer/AP

Die Bundesregierung bemüht sich im Fall des in der Türkei angeklagten Marco um eine Beschleunigung des Verfahrens. "Wir werden tun, was dem Jungen nützt", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Nachrichtensender n-tv. Dies solle aber im Interesse des jungen Mannes nicht mit großen politischen Diskussionen verbunden werden. Denn öffentlich bewerten wolle die Regierung das Vorgehen der türkischen Justiz nicht, sagte eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums.

Gleiches gilt für das Europäische Parlament, das sich ebenfalls eingeschaltet hat. Der Präsident des Parlaments, Hans-Gert Pöttering, telefonierte auf Wunsch der Fraktionschefs mit EU- Erweiterungskommissar Olli Rehn. Pöttering habe seine Besorgnis über die menschliche Dimension des Falls zum Ausdruck gebracht, sagte seine Sprecherin.

Prozess erneut vertagt

Der 17-jährige Marco aus Niedersachsen ist angeklagt, die 13- jährige Britin Charlotte in den Osterferien in der Türkei sexuell missbraucht zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess gegen ihn war am vergangenen Dienstag erneut vertagt worden. Der Schüler aus Uelzen sitzt bereits seit mehr als sieben Monaten in türkischer Untersuchungshaft.

Sollten Marcos Anwälte wegen des schleppenden Prozesses in Antalya eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einreichen, will das Justizministerium nach eigenen Angaben prüfen, ob die Bundesregierung dem Verfahren beitritt.

Warten auf Charlottes Aussage

"Jede Unterstützung ist sinnvoll. Jetzt öffentlich darüber zu diskutieren, ist der Sache aber nicht dienlich", sagte Marcos Anwalt Michael Nagel in Hannover. Bisher hatte die Verteidigung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nur eine Beschwerde gegen Marcos andauernde Untersuchungshaft angekündigt. Zwei Haftbeschwerden hat das Gericht in Antalya bereits abgeschmettert. Indes liegt Charlottes Aussage Marcos Richtern immer noch nicht offiziell vor. Eine Sprecherin von EU-Erweiterungsko

mmissar Rehn erklärte: "Die Kommission verfolgt die humanitäre Seite dieses Falles genau." Auch sie wollte die bilaterale Angelegenheit zwischen Deutschland und der Türkei nicht öffentlich kommentieren.

Experte verteidigt türkische Justiz

"Unterdessen verteidigte der Stuttgarter Rechtswissenschaftler Christian Rumpf das Vorgehen des türkischen Gerichts in Antalya. "Ich erkenne derzeit noch keine offensichtlichen Verstöße gegen rechtsstaatliche Prinzipien", sagte der Experte im stern.de.Interview. Auch offensichtliche Verstöße gegen die Menschenrechtskonvention sehe er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Rumpf rechnet aber damit, dass Marco nach der nächsten Verhandlung am 14. Dezember aus der Untersuchungshaft entlassen wird.

Dem Schüler drohen bei einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs in einem einfachen Fall bis zu fünf Jahre und vier Monate Haft.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
sachsenwini (25.11.2007, 17:15 Uhr)
Schwarzer Humor aus der LVZ
http://img87.imageshack.us/img87/3034/marcokc5.jpg
muhtesem1 (24.11.2007, 17:04 Uhr)
eigenartig, nur schweizer nachrichten?
IST MARCO EIN SCHWEIZER?
dennoch vielen dank für die info.
sachsenwini (24.11.2007, 11:29 Uhr)
Europa-Parlament schaltet sich in Fall Marco ein

Im Fall Marco hat der Druck auf die Türkei zugenommen: Die deutsche Regierung erwägt die Unterstützung einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Das Europa-Parlament nahm zudem Kontakt mit der EU-Kommission auf.
.
Nachzulesen in der internationalen Presse. Z.B. hier:
http://www.vaterland.li/page/newsticker/index.cfm?id=139174&rubrik=
.
und hier:
http://www.news.ch/Europa+Parlament+schaltet+sich+in+Fall+Marco+ein/293593/detail.htm
.
und hier:
http://www.news.ch/eupolitik/
.
und hier:
http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=169343
.
und hier:
http://www.nachrichten.ch/detail/293593.htm
und in vielen anderen Medien.
Wer lesen und denken kann ist klar im Vorteil.
http://www.news.ch/Europa+Parlament+schaltet+sich+in+Fall+Marco+ein/293593/detail.htm
muhtesem1 (23.11.2007, 23:27 Uhr)
sachsenwini (23.11.2007, 22:49 Uhr)Im Fall Marco hat der internationale Druck auf die Türkei zugenommen.
komisch, woanders liest man dergleichen gar nicht. in den türk. medien überhaupt nichts. mit welchem rechtlichem hintergrund soll da druck auf die türkei gemacht werden? das sind nur stammtisch gespräche von irgendwelchen abhängigen. träumt nur mal weiter so. hahahaha
muhtesem1 (23.11.2007, 23:05 Uhr)
oh sachsenheini, du bis so was von falsch....
...du bist schlimmer als eine fahne im wind. du lässt dich ziehen wie ein kaugummi. du frißt deine eigenen ausscheidungen alter. glaub mir, nur deinesgleichen fallen auf deine sprüche. jeder geistig normale liest hier, wie falsch du bist, wie schnell du deine meinung änderst.
sachsenwini (23.11.2007, 22:49 Uhr)
Im Fall Marco hat der internationale Druck auf die Türkei zugenommen.
Die deutsche Regierung erwägt die Unterstützung einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Das Europa-Parlament nahm zudem Kontakt mit der EU-Kommission auf.
.
Das hat zwar lange gedauert, aber ich denke, dass es nun in den richtigen Händen ist. Natürlich muss man sich hüten, einen ganzen Staat zu verunglimpfen, nur weil sich ein Anwalt hier austobt und aus einem Petting eine Vergewaltigung konstruieren will.
Bedauerlich ist aber dass das Gericht diesem Treiben kein Ende bereitet. Ob das Gericht nun aus Unfähigkeit oder aus Befangenheit nichts unternimmt, bleibt ungeklärt, aber ein diplomatischer Nachdruck aus Brüssel könnte doch das Gericht wieder daran erinnern, dass sie Recht und Gesetz nicht nach Belieben missbrauchen darf.
Man darf den Glauben an die Gerechtigkeit nie aufgeben,
muhtesem1 (23.11.2007, 19:50 Uhr)
nur weil hier die wirren etwas fordern,wird sich die eu nicht in den eigenen schwanz beissen.
wir werden ja sehen was passiert. ihr tut mir jetzt schon leid,ihr armen.
:-)
sachsenwini (23.11.2007, 17:00 Uhr)
@ iovialis Das ist wahrscheinlich auch der Knackpunkt an der Geschichte

Inzwischen wird auch das Gericht zu der Überzeugung gekommen sein, dass an den Tatvorwurf nichts dran ist. Andernfalls müsste ja das angebliche Opfer daran interessiert sein, dass der Täter so schnell wie möglich verurteilt wird.
Wahrscheinlich wäre Marco längst frei, wenn sie endlich einmal zu einem Gerichtstermin erschienen wäre und wahrheitsgemäß ausgesagt hätte.
Inzwischen übersteigt ja die Untersuchungshaft längst das Maß der angedrohten für Strafe. Deshalb wollte sich auch der Richter davonmachen und die Probleme seinen Nachfolger überlassen.
datatoddle (23.11.2007, 14:46 Uhr)
Finsteres Mittelalter
Nun glaubt's mir doch endlich:
Jenseits des Bosporus ist in Sachen Menschlichkeit noch finsterstes Mittelalter.
Da schwehlen einfach zu viele islamistisch-radikale Gesinnungen unter der hauchdünnen toleranten Oberfläche.
Das darf natürlich eine Bundesregierung nicht anprangern - aber sie braucht so ein Land nicht in die EU zu lassen!
shine (23.11.2007, 12:26 Uhr)
@iovialis
>> er hat eigentlich schon genug Strafe erfahren
Aha, sind sie also der Richter in diesem Verfahren und wissen, daß er "genug Strafe" erfahren hat? Also sollte man ihn sofort freilassen? Egal ob er schuldig oder unschuldig ist??
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