Der Klimawandel wird teuer: Der "Club of Rome" rechnet mit drastisch steigenden Ausgaben für die Beseitigung von Umweltschäden. Doch wer sind die Verursacher des Klimawandels und welche Chancen birgt der Umweltschutz?

Atomkraft kann nach Ansicht der Internationalen Energieagentur einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Treibhausgasen© PAUL ELLIS/AFP
Der "Club of Rome" rechnet wegen des Klimawandels mit steigenden Ausgaben für die Beseitigung von Umweltschäden. Die Kosten könnten auf bis zu 20 Prozent des Bruttosozialprodukts steigen, "wenn wir jetzt nicht umsteuern" sagte Max Schön, Präsident des deutschen "Club of Rome" im ZDF. Der Club of Rome ist ein internationaler, politisch unabhängiger Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Er wurde 1968 in Rom gegründet - mit dem Ziel, Verständnis für die dringlichsten Probleme der Erde zu wecken.
Agentur plädiert für Atomkraft
Die Atomkraft kann nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Vermeidung von Treibhausgasen leisten. Das erklärte die IEA in ihrem in London veröffentlichten Weltenergieausblick 2006.
Es ist das erste Mal, dass die in den 70er Jahren gegründete IEA so entschieden für die Atomenergie plädiert. Energieeinsparungen und der Einsatz von Atommeilern könnten den Verbrauch von Primärenergie bis 2030 um zehn Prozent verringern. Das entspreche dem derzeitigen Energieverbrauch Chinas. Die weltweiten CO2-Emissionen würden im selben Zeitraum um 16 Prozent geringer ausfallen, was dem Schadstoffausstoß der USA und Kanadas entspreche.
Der Bericht wurde zeitgleich zum UN-Klimagipfel in Nairobi veröffentlicht, der seit Montag über Schritte gegen die drohende Klimakatastrophe berät. Die etwa 5000 Vertreter aus 189 Ländern diskutieren auch über eine Nachfolgeregelung des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls von 1997. Darin haben sich 35 Industrienationen verpflichtet, ihren Ausstoß an Schadstoffen aus der Verbrennung fossiler Stoffe wie Öl und Gas um fünf Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.
Der Erde droht laut IEA in 25 Jahren eine drastische Energie-Knappheit. Um diese zu verhindern, müssten die Regierung weltweit ihre Investitionen in die Versorgungsnetze deutlich erhöhen, erklärte die IEA. Bis 2030 werde sich der weltweite Energie-Bedarf um 53 Prozent erhöhen. Der Anstieg gehe vor allem auf Entwicklungsländer wie China und Indien zurück.
"Es gibt Alternativen"
Wenn der Energieverbrauch nicht sinke, werde "die Energieversorgung in Zukunft schmutziger, unsicher und teuer sein", warnte die Agentur. Es seien aber Alternativen möglich, die zu einer sauberen und intelligenten Energieversorgung führen könnten, die vom Wettbewerb geprägt sei.
Umweltamt plädiert für Reduktion von Treibhausgasen
Die Industrieländer sollten den Ausstoß von Treibhausgasen von 2013 an bis ins Jahr 2050 jährlich um etwa vier Prozent vermindern. Das hat der Präsident des Bundesumweltamtes, Andreas Troge, in einem Interview des "Wiesbadener Kurier" gefordert. Würde global nichts Einschneidendes bei der Reduktion dieser Emissionen geschehen, drohten bis 2050 jährliche Folgekosten von 27 Milliarden Euro. In jedem Falle sei ein Fahrplan für Verhandlungen über ein Nachfolge-Abkommen des Kyoto-Protokolls erforderlich. Von der UN- Klimakonferenz in Nairobi könne ein erstes Signal dafür ausgehen.
Auch in Deutschland sei die Lage schon ernst, sagte Troge. Bis zum Jahr 2100 rechneten Fachleute für den Nordosten und den Südwesten des Landes mit bis zu 30 Prozent weniger Niederschlägen. Trockenperioden wie in diesem Sommer könnten künftig Normalität werden. Die Temperaturen könnten zwischen zwei und drei Grad steigen.