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20. März 2008, 15:38 Uhr

Zentralrat geht gegen Google vor

Der Zentralrat der Juden will gegen Google juristisch vorgehen. Auf der Plattform Youtube, die zu dem Internet-Konzern gehört, sollen Videos mit diskriminierendem Inhalt teils monatelang abrufbar gewesen sein.

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden: "Haben eine einstweilige Verfügung gegen Youtube beantragt"© Zentralrat der Juden in Deutschland/DDP

Der Zentralrat der Juden will den amerikanischen Suchmaschinen-Giganten Google vor Gericht bringen. Der Internet- Konzern mache sich mit seiner Tochter, der Videoplattform Youtube, zu "Mittätern an Rassenhass und Diskriminierung", sagte Zentralrats- Generalsekretär Stephan Kramer in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Deshalb habe der Zentralrat an einem Hamburger Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt.

Als Beispiel nannte Kramer ein Video, auf dem ein Bild des verstorbenen Zentralrats-Präsidenten Paul Spiegel verbrannt wird. Im Hintergrund seien Hakenkreuze zu sehen gewesen. Der Film sei bei Youtube monatelang abrufbar gewesen. "Die rechte Szene nutzt Youtube massiv als Plattform", sagte der Generalsekretär. Leider sei nicht erkennbar, dass die Betreiber wirksam dagegen vorgingen. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück. Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte bei einer Veranstaltung der Kampagne "Laut gegen Nazis" in Hamburg: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst."

Google arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als drei Jahren mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) zusammen, um jugendgefährdendes Material fernzuhalten. Außerdem könnten Nutzer Videos mit brisanten Inhalten melden. "Diese Beschwerden werden von geschulten Mitarbeitern in Empfang genommen", sagte Oberbeck. Wenn Inhalte von der Plattform verbannt würden, könnten sie dank einer speziellen Technologie nicht erneut geladen werden.

Kramer forderte die Betreiber auf, zusätzliches Personal einzustellen, um das Internet gezielt nach extremistischen und gefährdenden Inhalten zu durchforstet. Vorbildlich sei die Zusammenarbeit mit dem Online-Auktionshaus Ebay.

DPA
 
 
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