Israel will mit Drahtziehern "Rechnung begleichen"

19. Juli 2012, 22:09 Uhr

Der Ton wird immer schärfer. Israel macht die Führung in Teheran und die libanesische Hisbollah für den Selbstmordanschlag in Burgas mit sieben Toten verantwortlich. Der Iran bestreitet dies aber vehement.

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Nach israelischen Angaben wurden bei der Bombenexplosion in einem Reisebus in Bulgarien mindestens sieben Menschen getötet©

Israel nimmt nach dem blutigen Selbstmordanschlag auf seine Landsleute in Bulgarien den Iran ins Visier. Die Führung in Teheran und die mit ihr verbündete Schiiten-Organisation Hisbollah betrieben eine "weltweite Terror-Kampagne", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag in Jerusalem. An der Verantwortung Teherans für die Bluttat in der Schwarzmeerstadt Burgas bestehe "kein Zweifel", sagte auch der Minister für Innere Sicherheit, Izchak Aharonowitsch.

Man werde mit den Verantwortlichen "die Rechnung begleichen" und ihnen einen "hohen Preis" abverlangen, kündigte die israelische Regierung an. Israel will auch offiziell Beschwerde gegen Teheran beim UN-Sicherheitsrat einlegen. Bei dem Anschlag am Flughafen von Burgas waren sieben Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden.

Der Iran sei die "weltweite Nummer eins der Terror exportierenden Staaten", sagte Netanjahu. "Der gefährlichste Staat der Welt muss nicht auch noch die gefährlichste Waffe der Welt bekommen", meinte er in Anspielung auf Vorwürfe, die iranischen Führung baue an der Atombombe.

Iran bestreitet Beteiligung am Anschlag

Der Iran bestritt jegliche Beteiligung an dem Anschlag. Man verurteile alle Anschläge auf unschuldige Zivilisten als unmenschlich, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, dem Nachrichtenportal al Alam. Auch die Hisbollah im Libanon nannte die Vorwürfe aus Jerusalem in einer offiziellen Reaktion lächerlich.

Berichte bulgarischer Medien, wonach es sich bei dem Attentäter um einen 33-jährigen ehemaligen Guantánamo-Häftling mit schwedischem Pass gehandelt haben soll, wurden von den Behörden in Sofia und Stockholm am Abend dementiert.

Bei dem Anschlag seien insgesamt fünf Israelis, ein bulgarischer Busfahrer sowie der mutmaßliche Selbstmordattentäter getötet worden, sagte der israelische Außenminister Avigdor Lieberman. Nach seiner Darstellung hat Israel "zuverlässige Informationen" über die Drahtzieher der blutigen Tat. "Hisbollah steht hinter dem Anschlag, in enger Zusammenarbeit mit den iranischen Revolutionsgarden", sagte Lieberman dem Rundfunk. Beweise machte die Regierung bis Donnerstagnachmittag nicht öffentlich.

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