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16. Februar 2010, 19:30 Uhr

Iran macht Tempo bei Urananreicherung

Der Iran treibt sein umstrittenes Atomprogramm kräftig voran. Präsident Mahmud Ahmadinedschad kündigte an, die Urananreicherung mit neuen Zentrifugen um ein mehrfaches zu beschleunigen. Derweil wächst der internationale Druck auf Teheran.

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Wer Sanktionen gegen den Iran verhänge, werde das bereuen, droht Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad© Abedin Taherkenareh/DPA

Für sein umstrittenes Programm der Urananreicherung will der Iran neue Zentrifugen installieren. Diese seien fünf Mal so leistungsfähig wie die bisher verwendeten, teilte Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag in Teheran mit. Noch seien die neuen Zentrifugen nicht in Betrieb, aber schon bald werde der Anreicherungsprozess in der Atomanlage Natans damit beschleunigt werden können.

Die Ankündigung verstärkte in der westlichen Welt die Zweifel am friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms. Schon zuvor hatten die USA, Frankreich und Russland in einer gemeinsamen Erklärung erneut Kritik am Verhalten Teherans geübt. In einem Brief an den Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, stellten sie die iranische Darstellung infrage, wonach die Urananreicherung der Behandlung von Krebspatienten dienen soll. Beobachter werteten es als bedeutend, dass Russland sich hier voll auf die Seite des Westens stellte. Die Entscheidung Teherans, Uran auf 20 Prozent anzureichern, sei ein Schritt zur Entwicklung von Fähigkeiten, hochangereichertes Uran zu produzieren, erklärten die drei UN-Vetomächte. Auf 90 Prozent angereichertes Uran wird gebraucht, um Atombomben herstellen zu können. Experten zufolge könnte der Iran dies aber binnen eines halben Jahres schaffen, wenn er die 20-Prozent-Anreicherung erst einmal im Griff habe.

Saudi-Arabien sieht "sofortigen Handlungsbedarf"

Nach zahlreichen westlichen Ländern forderte unterdessen mit Saudi-Arabien auch eines der islamischen Nachbarländer "unmittelbare Beschlüsse" gegen den Iran. Während eines Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton in der Hauptstadt Riad sagte ihr saudischer Amtskollege Saud al-Faisal, "Sanktionen sind eine langfristige Lösung. (...) Wir aber sehen sofortigen Handlungsbedarf, vielleicht weil die Bedrohung für uns näher ist."

Clinton warnte bei ihrer Visite vor der Gefahr eines atomaren Wettrüstens im Nahen und Mittleren Osten. Sollte der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen, könnte dies in der Region einen nuklearen Rüstungswettlauf auslösen, sagte die Ministerin vor Studentinnen einer Hochschule in Dschidda. Sie warf der iranischen Führung erneut vor, mit ihrem Atomprogramm gegen internationale Vereinbarungen zu verstoßen.

Netanjahu fordert Öl-Boykott

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warb in Russland für einschneidende Maßnahmen gegen die Führung in Teheran. Der Iran sollte zeitnah mit "paralysierenden" Maßnahmen zum Einlenken gebracht werden, forderte Netanjahu in Moskau. Als Beispiele nannte er ein Einfuhrverbot von raffiniertem Öl in den Iran sowie ein Ausfuhrverbot von Erdöl aus dem Land. "Die Wirtschaft und der Staatshaushalt des Iran hängen davon ab", zitierte ihn die Agentur Interfax.

Eine Sprecherin von Medwedew erklärte, Russland schließe Sanktionen nicht grundsätzlich aus. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad konterte in Teheran, jedes Land, das Sanktionen gegen den Iran verhänge, werde das "bereuen".

APN/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Administrator (18.02.2010, 08:44 Uhr)
Liebe User,
wir schließen die Diskussion an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Lycianhero (17.02.2010, 09:35 Uhr)
Iran macht Tempo bei Urananreicherung
Es ist erschreckend, mit welchem Mass an Unwissenheit über den Islam sich einige Kommentatoren Urteile erlauben, die man als schlichtweg dumm bezeichnen muss. Dabei bringen sie Radikalismus und Glauben völlig durcheinander...
paladin09 (17.02.2010, 00:59 Uhr)
Provokationen ohne Ende
Das Mullah Regime mit seinem irren Präsidenten im Iran führt die UNO und internationale Staatengemeinschaft nun schon seit Jahrzehnten an der Nase rum. Der Gottesstaat im Iran wird eher tausende Opisitionelle töten, zum Tode verurteilen und öffentlich an Baukränen hochziehend hängen als seine Macht abgeben. Das der Iran ausgerechnet jetzt in der Weltwirtschaftskrise die Staatengemeinschaft auf das äußerste provoziert und sein Atomprogramm sogar forciert ist sicher kein Zufall. In der Weltwirtschaftskrise befindet sich die USA mit seinen EU Verbündeten im Irak und Afghanistan im Krieg der viel Geld verschlingt und Truppenkontingente bindet. Wieviel Kriege kann die USA und seine EU Verbündeten sich wirtschaftlich leisten? Man sollte den Iran nicht unterschätzen und so einfach, wie der Irak dürfte der Iran sicher nicht einzunehmen sein. Ein Krieg gegen den Iran käme den USA und seinen EU Verbündeten evt. noch teurer zu stehen als Irak und Afghanistan zusammen. Dazu käme das ein Angriff und weiterer Kriegsschauplatz der USA im Iran Geld und Truppen binden die ein anderer Irrer als für seine gekommene Stunde in Nordkorea verstehen könnte der ebenso an der Atombombe bastelt. Zudem müßte die Gemeinschaft bei einem Angriff mit harten Terroranschlägen im eigenen Land rechnen. Aus Rache könnte der Iran, wie Nordkorea hochangereichertes Uran oder schmutzige Miniatombomben an Terroristen verscherbeln. Die Baupläne für A-Bomben an Terroristen weitergeben. Einen Krieg - Angriff gegen den Iran werden sich die USA und ihre EU Verbündeten daher sehr genau abwägend überlegen. Handelssanktionen lassen den Iran völlig ungerührt kalt und bewirken absolut garnichts. Da lacht der Irre im Iran die Staaten der westlichen Welt nur öffentlich aus, wie er es bis jetzt immer und immer wieder getan hat.
Die Saudis fürchten den Iran und seine Macht, wenn er erst die Atombombe haben wird. Hätte ich auch, wenn ich ein Saudi wäre. Die Saudis werden sich nur schützen können, wenn sie US Stützpunkte zum Schutz ins Land lassen. Was die Saudis teilweise im Irak Krieg schon getan hatten, müssen sie zum eigenen Schutz jetzt mit den USA fest besiegeln. Umsonst wird dieser Schutz für die Saudis von den USA nicht zu haben sein und garantiert bleiben die Europäer bei diesem Geschäft mal wieder draußen.
Oluja (17.02.2010, 00:50 Uhr)
warum soll es irgend ein problem oder gar eine bedrohung sein wenn der iran auf 20% anreichert???
wenn selbst in deutschen forschungsreaktoren (garching bei münchen) u.a. 60% angereichertes uran eingesetzt wird und israel schon seit 1973 in dimona über 90% anreihert und selbstständig illegal atomwaffen herstellt, bis heute.
germinal (16.02.2010, 23:57 Uhr)
@vaater
Kein Wunder, im Augenblick ist der Iran ja auch beschäftigt, einen Krieg gegen die eigenen Bürger auszutragen. Und wenn Sie denn das Jahr 1050 zugrunde legen (christlicher Zeitechnung?), dann sollten Sie doch vielleicht in aller Zurückhaltung noch einmal nachrechnen.
germinal (16.02.2010, 23:50 Uhr)
Wenn ich mich recht entsinne...
... gab es das alles schon mal. Irgendwann hat mal ein Diktator, lange vor seiner Regentschaft, ziemlich deutlich gemacht, was passieren würde, säße er an den Hebeln der Macht.

Heute nennen wir das "Apeasement- Politik" und verbinden damit den Namen "Chamberlain".

Wiederholt sich hier etwa die Geschichte?

Und waschen wir dann später auch wieder unser Hände in Unschuld?

Keine Frage, die Behandlung der Palästinenser kann man so auch nicht dulden! Aber die sind dem Herrn A. doch in Wirklichkeit egal.
vaater (16.02.2010, 23:10 Uhr)
Dem Iran wird pausenlos
seit den 1070er Jahren mit Angriff und Zerstörung gedroht.
Kein Wunder, wenn dieser Staat sich nun Verteidigungs- und Abschreckungsfähig machen würde. Ich bin der ständigen Kriegsdrohungen Israels und der USA gegenüber dem Iran überdrüssig. Gerade diese beiden Länder haben kein Recht, andere zu belehren, denn die meisten Kriege der letzten 50 Jahre sind von denen ausgegangen.
n8g8 (16.02.2010, 21:30 Uhr)
Das physikalisch-politische Gesetz der zwei Geschwindigkeiten
"Iran macht Tempo bei Urananreicherung "
Und die kriselnde Merkel-Regierung macht Tempo für weitere Staatsausgaben zugunsten der Rüstungsindustrie!!!
Julian2225 (16.02.2010, 20:58 Uhr)
Das Tempo,
mit dem sie die Anreicherung betreiben moechten kann einem wirklich zu denken geben, nicht weil sie eventuell tatsaechlich an einer Bombe bauen moechten, sondern weil sie vielleicht nicht die Technology haben und ihnen das ganze Ding um die Ohren fliegt...

Man kann irgendwie verstehen das Iran eine Atom-macht sein moechte, man gehoert ja nun zur "Axis of evil", aber man sollte auch verstehen das einige Laender in der Umgebung des Irans (wozu uebrigens NICHT die USA gehoeren) beunruhigt sind. Denn wenn es denn so sein sollte und Ahmadinedschad am Ende als Luegner darstehen wuerde, dann ist es egal geworden und man MUSS mit ihm verhandeln.
anak (16.02.2010, 20:45 Uhr)
Gottesstaat - Atombombe
eine atombombe im besitz einer weltanschauung, die jeglicher zivilisation entbehrt, bedarf es gruendlicher entwicklungshilfe, die durchaus militaerisch durchgefuehrt werden sollte.
wer den westen mit der islamistischen weltanschauung gleichstellt, hat min der zivilisierten welt keinen rechtsanspruch.
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