. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
13. September 2011, 07:48 Uhr

Übergangsrat verspricht Rechts- und Sozialstaat

Ein Sozial- und Rechtsstaat auf Basis der Scharia, ein moderater Islam - so soll nach Vorstellung des Nationalen Übergangsrat das neue Libyen aussehen. Ratssprecher Dschalil musste bei seiner ersten öffentlichen Rede in Tripolis aber auch dazu aufrufen, das Recht nicht selbst in die Hand zu nehmen.

Tripolis, Libyen, Amnesty International, Gaddafi, Menschenrechtsverletzungen, Nationaler Übergangsrat

Ein neues Libyen: Die Menschen in Tripolis feiern die Rede des Vorsitzenden des Nationalen Übergangsrates, Dschalil© Mohamed Messara/DPA

Der libysche Übergangsrat will einen Rechtsstaat errichten. Das versprach der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, am späten Montagabend bei seiner ersten öffentlichen Rede vor tausenden von Anhängern in Tripolis. Ziel sei es, einen Rechtsstaat, einen Sozialstaat, einen Staat aufzubauen, in dem die islamische Rechtsprechung Scharia die wichtigste Quelle der Gesetzgebung sei.

"Wir werden keine extremistische Ideologie von rechts oder links zulassen", sagte Dschalil nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN. Er forderte Einigkeit und sprach sich gegen Hass und Neid aus. "Wir sind ein muslimisches Volk, für einen moderaten Islam und wir werden auf diesem Weg bleiben", sagte Dschalil nach Angaben des arabischen Nachrichtensender al Dschasira weiter. Die Menschen dürften das Gesetz nun nicht in die eigene Hand nehmen, mahnte Dschalil.

AI beklagt Menschenrechtsverletzungen

Unterdessen hat Amnesty International die neue libysche Führung aufgerufen, Menschenrechtsverletzungen ihrer Anhänger im Kampf gegen den langjährigen Machthaber Muammar al Gaddafi zu stoppen. Kämpfer und Anhänger des Nationalen Übergangsrats hätten frühere Mitglieder von Gaddafis Sicherheitskräften, vermeintliche Verbündete, gefangengenommene Soldaten sowie Ausländer, die sie fälschlicherweise für Söldner hielten, "entführt, willkürlich gefangen gehalten, gefoltert und getötet", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation zur Lage in Libyen.

Der Nationale Übergangsrat stehe vor der schwierigen Aufgabe, seine Kämpfer und Selbstschutzgruppen zur Rechenschaft zu ziehen, die für "schwere Menschenrechtsverletzungen, mögliche Kriegsverbrechen eingeschlossen", verantwortlich seien, schreibt Amnesty weiter. Sie warf Vertretern des Rats vor, die geschilderten Vergehen zwar zu verurteilen, gleichzeitig aber "ihr Ausmaß und ihre Schwere" herunterzuspielen. Der Bericht listet eine Reihe von konkreten Vergehen auf, räumt aber gleichzeitig ein, dass die Taten nicht mit dem Ausmaß der Verbrechen unter Gaddafi zu vergleichen seien.

Insbesondere kritisierte Amnesty International den Übergangsrat für sein Versäumnis, Gerüchte klarzustellen, wonach Gaddafi Schwarzafrikaner als Söldner angeheuert habe. Vorstandsmitglied Claudio Cordone rief die neue Führung auf, mit der Gewalt der vergangenen vier Jahrzehnte endgültig zu brechen und künftig die Achtung der Menschenrechte ins Zentrum ihrer künftigen Politik zu stellen.

dho/DPA/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Libyen Angriffe auf Gaddafi-Hochburgen stocken

Der Siegeszug der libyschen Rebellen ist vorerst gestoppt. Sie beißen sich an den letzten Hochburgen von Ex-Machthaber Gaddafi die Zähne aus. Unterdessen greifen seine Getreuen eine Raffinerie an. mehr...

Libyen Gaddafi-Sohn flüchtet nach Niger

Er war Fußballprofi in Italien, Kommandeur einer Eliteeinheit - und ist nun das vierte von acht Kindern des libyschen Diktators Muammar al Gaddafi, das sich ins Ausland abgesetzt hat: Offenbar ist Al Saadi al Gaddafi in Niger aufgegriffen worden. mehr...

Bani Walid und Sirte Schwere Gefechte in Gaddafis letzten Bastionen

In Libyen haben möglicherweise die entscheidenden Kämpfe begonnen. Nahe der beiden letzten Hochburgen der Gaddafi-Getreuen, Bani Walid und Sirte, soll es zu schweren Gefechten gekommen sein. Damit scheint ausgeschlossen, dass die Gaddafi-Truppen die Städte kampflos übergeben. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe