. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
30. Mai 2008, 11:45 Uhr

Der Plan B von Hillary C.

Sie war die unvermeidliche Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, jetzt scheint sie die unvermeidliche Verliererin zu sein. Doch Hillary Clinton kämpft weiter. Warum? Sie will nicht als Unterlegene abtreten, sondern hinter Barack Obama zweite Siegerin werden. Denn Hillary C. hat schon einen Plan B. Von Katja Gloger

Hillary Clinton posiert vor dem Mount Rushmore in South Dakota© Elise Amendola/AP

Sie strahlt, sie lacht, und voll kämpferischer Zuversicht spricht sie vom bevorstehenden Sieg. Sie bewundert tanzende Schulkinder auf Puerto Rico und lässt sich wenig später Tausende Kilometer weiter westlich unverdrossen von Touristen am Mount Rushmore in South Dakota fotografieren, dort, wo die Portraits von vier Präsidenten in ewigen Stein gehauen sind. In South Dakota findet nächsten Dienstag einer der beiden letzten Vorwahlen statt. Unermüdlich reist Clinton durch das weite Land - und wenn man es nicht besser wüsste, man könnte meinen, dass Hillary Clinton die Präsidentschaftskandidatin der demokratischen Partei sei, auf dem Durchmarsch ins Weiße Haus.

Es gehören eine Menge Disziplin, ein gigantisches Schlafdefizit und jede Menge kalorienschwerer Fast-Food-Pizza dazu, den Kampf um eine aussichtslos scheinende Nominierung so hartnäckig weiterzuführen. Dabei hilft ihr, wie sie sagt, auch die Sammlung guter Wünsche und religiöser Sprüche, die sie auf ihrem Blackberry gespeichert hat und jederzeit abrufen kann, wenn sie Seelenzuspruch sucht.

"Ich bin die beste Kandidatin"

Es gehört eine Portion Wunschdenken dazu und wohl auch die Überzeugung, wirklich die bessere Kandidatin zu sein. Stets verweist sie auf ihre Erfolge in den "swing states", den hart umkämpften Bundesstaaten wie Ohio und Pennsylvania und auf ihre grandiosen Siege in konservativen Staaten wie West Virginia und Kentucky. Und jeden Tag heißt es in den E-Mails an ihre Fans und potentiellen Spender: "Ich bin die beste Kandidatin, um das Weiße Haus für die Demokraten zurückzuerobern."

Drei Vorwahlen sind in den kommenden Tagen noch zu absolvieren, und Hillary Clinton hat gute Chancen, eine, gar zwei davon zu gewinnen - aber auch dies wird nichts mehr ändern an der Delegierten-Arithmetik. Nur noch wenige Dutzend Stimmen fehlen Barack Obama, um über die magische Hürde von 2026 zu kommen, der Mehrheit der Delegierten. Diesen Vorsprung wird Hillary Clinton nicht einholen können. Und Barack Obama macht längst Wahlkampf gegen John McCain. Mehr als drei Millionen Dollar Spenden habe George W. Bush gerade für McCain eingetrieben, heißt es in einem Spendenaufruf des Obama-Wahlkampfstabes - dies müsse man nun toppen. Seine Plakate verkünden nicht mehr "Wandel". Jetzt steht auf ihnen: "Wir werden den amerikanischen Traum zurückgewinnen!"

Von Hillary Clinton ist kaum noch die Rede.

Bill Clinton im Verschwörungswahn

Zuletzt hatte es Gatte Bill versucht. Der einst so eloquente Anwalt seiner Frau und globale Superstar der Wohltätigkeit verwandelte sich in den vergangenen Wochen in einen meckrigen alten Mann mit zornesrotem Gesicht, eine Karikatur seiner selbst, der sich offenbar ins Weiße Haus zurückjammern will. Erst schwadronierte er über den Plan einer möglichen Vizepräsidentschaft seiner Frau. Dann schwafelte er - ausgerechnet er ! - über den Sexismus, unter dem seine Frau leide, über die Zoten zu Haaren, Hosen und Figur.

Mit dem Geschlechterkampf will er Hillarys treue Stammwählerinnen noch einmal gegen die Männerwelt mobilisieren. Vor allem aber vermutet er eine "Verschwörung" gegen seine Frau. Eine Verschwörung der Medien und anderer dunkler Mächte (sprich: Obama). Noch nie sei ein Kandidat so "respektlos" behandelt worden, behauptet er und sieht einen dramatischen Versuch, sie aus dem Rennen zu drängen.

Ob so viel Verschwörungsgeschwafel fiel selbst den hart gesottenen Fernsehkommentatoren auf CNN nur eine Erklärung ein: vielleicht spreche Bill Clinton nur das aus, was man wirklich denke und fühle in Hillary-Land. Wut. Enttäuschung. Bitterkeit.

Kampf um jede Stimme

An diesem Wochenende nun tagt der Geschäftsordnungsausschuss der Demokratischen Partei in Washington. Dessen Mitglieder werden über das Schicksal der Parteitags-Delegierten aus den Bundesstaaten Florida und Michigan entscheiden. Die waren wegen des Verstoßes gegen das Wahlreglement mit Delegierten-Entzug bestraft worden. Die Kandidaten - auch Clinton und Obama - hatten der Entscheidung zugestimmt und sich bereit erklärt, dort keinen Wahlkampf zu führen. In Michigan stand Obama erst gar nicht auf dem Wahlzettel. In beiden Staaten hatte Hillary Clinton gewonnen. Diese Siege reklamiert sie jetzt für sich. "Ich kämpfe für jede Stimme" verkündet sie heute, da es ihr nützen könnte. Ihre Fans planen gar einen Marsch auf das Hotel, in dem der Parteiausschuss tagt.

Doch der neigt offenbar zu einer salomonischen Lösung: angeblich will man die Zahl der Delegierten ungefähr zu gleichen Teilen auf Clinton und Obama aufteilen, mit leichtem Vorteil für Hillary Clinton.

Angst vor der Selbstzerfleischung

Ab Mitte der kommenden Woche, nach den letzten Vorwahlen in den bevölkerungsarmen Staaten South Dakota und Montana, wird man Hillary Clinton auffordern, ihre Niederlage einzugestehen, den Kampf aufzugeben. Nach dem Ende des endlos erscheinenden Wahlkampfes werden sich dann weitere Super-Delegierte für Obama entscheiden, und einige werden aus Hillary-Land ins Obama-Camp überlaufen. Keinesfalls soll sich der Kampf über den Sommer hinweg bis zum Parteitag Ende August ziehen: "Wir können diesen Streit nicht bis zum Parteitag fortsetzen", sagt Parlamentschefin Nancy Pelosi, ranghöchste Amtsträgerin der Demokraten. "Er muss davor zum Ende kommen."

Doch Hillary führt weiter Wahlkampf, hat sich mit rund elf Millionen Dollar verschuldet, als gebe es diese Realitäten gar nicht. Zwar hat das Ehepaar Clinton schon oft aussichtslos scheinende Kämpfe gewonnen. Doch zunehmend irritiert notieren Beobachter "Bitterkeit", gar "Agonie", die Clintons seien schon immer schlechte Verlierer gewesen. Und man fragt sich: "Was will Hillary?" Sie muss doch wissen, dass ihr nur noch ein Wunder helfen kann - oder die rund 200 alles entscheidenden Super-Delegierten, die sich noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt haben. Diese Super-Delegierten will sie herausfordern. Werden sie es wirklich wagen, sich gegen die bessere Kandidatin zu stellen?

  zurück
1 2
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Zwickau (02.06.2008, 07:38 Uhr)
9 Millionen
Für 9 Millionen einen Praktikanten. Pervers.
ak95630 (01.06.2008, 12:18 Uhr)
mangelnde Souveränität
HC sollte endlich einsehen, dass sie dieses Rennen nicht gewinnen wird.
Sie schürt nur noch weiter das Feuer unter einer unsinnigen Geldverbrennungsmaschine!
heiner5362 (31.05.2008, 17:25 Uhr)
was für ein aufstand
verbrecher wählen verbrecher... na und ???
dass obama zum passenden zeitpunkt, falls er später wirklich vorne liegt,"abgeknipst" wird ist schon beschlossene sache da drüben.
nicht debil genug (mccain) und nicht hitler-like genug(clinton) um präses zu werden.
frisches blut in der politik eben und davor haben die wahren machthaber in den usa(das kapital) eine schweineangst.
es könnten ja reformen beschlossen werden, die ihr abzockersalär schmälern.
hätte das ganze theater nicht weltweit auswirkungen, könnte man sich diese idioten gern selbst überlassen.
und mr. blowjob reisst auch noch die fresse auf, ach gott der penner muss gerade noch sein sperma dazu geben.
die alte hat bei wahlveranstaltungen eine fratze an sich, das erinnert mich an den teufel persönlich, reizwürgen inklusive.
der rep sollte eigentlich schon im sauerstoffzelt liegen, was ist denn die alternative.
lasst den sogenannten islam-nigger mal machen, das könnte der zweite kennedy werden, obwohl der auch nicht sauber war.
chatahootchee (31.05.2008, 09:28 Uhr)
JA, WENN SIE VOM FEBRUAR SIND,
stelle ich es gerne klar: Nach West-Virginia, der Herr Kandidat BHO hat 16.647.926 und Frau Kandidatin HBC hat 16.691.283 Stimmen. Allerdings sind FL und Michigan eingeschlossen. Warum? Ich meine, man sollte nicht die Waehler bestrafen, d.h. ausschliessen, wenn die Parteispitzen Mist bauen.
Auf der anderen Seite verfolge ich amuesiert das Spektakel der demokratischen Selbsthaeutung: Mc is back!
februarkind (31.05.2008, 08:11 Uhr)
@chatahootchee
BHO hat mehr Stimmen als HRC? So ein Unsinn! Obama hat 1,4 % Stimmen Vorsprung, 49,1 % für ihn und 47,7 % für sie. In absoluten Zahlen hat er 16.690.219 und sie 16.229.691. Das sind ganze 460.528 Stimmen Vorsprung. Aber Irren ist menschlich, wie man so schön sagt ;-)
chatahootchee (31.05.2008, 02:07 Uhr)
@GMATHOL
Man muss ja nicht unbedingt die HRC moegen, aber Anstiftung zum Mord zu unterstellen ist sogar noch wilder als BHO's Pastor. Sie haben, wie so oft, komplett den Uerblick verloren.
Ein unfaehiges Management der Demokraten, H. Dean, hat diese Partei in eine Selbstzerfleischung reingeritten. Arrogante Superdelegierte, die mehr auf Postenselbstbehalt denn auf eigene Meinung bedacht sind, sollen den Ausschlag geben: Dann muesste HRC gewinnen, denn sie hat mehr Stimmen (populare votes) als BHO.
Wie wurde gejammert, dass Bush dem Gore die Stimmen gestohlen hat, als beide in der gleichen Situation waren. Ich warte interessiert auf den Juni und die Folgewochen.
gmathol (31.05.2008, 00:25 Uhr)
Hillary alias Hitlary Clinton.
Rassistische Brandstifterin und obendrein noch Anstifterin zum Mord an Obama.
So sieht die Erfahrung aus die Hitlary Clinton vorweisen kann.
Auch Bill der Bosnien Killer hat Luftangriffe auf Jugoslawien angestiftet bei denen Tausende von Zivilisten ums Leben kamen, das wurde dann als "NATO" Einsatz benannt.
Die Clinton sind Verbrecher! Auch das Bill mit G. W. Vater durch die Lande zieht ist mehr als abstossend. Uebrigens der Tag an dem Bill Clinton die verschaerften "Nato" Bombardements in Jugoslawien anordnete kam es zu der bekannten Schiesserei an der US Highschool Columbine. Boeses bring boeses.
Auch in Deutschland sehen wir was "kompetente" oder "erfahrene" Politiker anrichten!
manesse (30.05.2008, 22:05 Uhr)
Ich finde
die Frau Klasse! Sie wäre die Idealbesetzung für das Amt, weil sie erfahren ist. Wir brauchen nach dem ungebildeten und unintelligenten Bush nicht noch einen Präsidenten, der unerfahren ist. Der Kandidat der Republikaner ist ein honoriger Mann. Aber tragischerweise steht gerade sein Lebensweg gegen eine Kandidatur. Ein Mensch, der in einem Foltergefängnis Vietnams zubringen musste, ist höchst wahrscheinlich traumatisiert. Ob ein solcher Mensch wirklich geeignet ist in Stress-Situationen, die im schlimmsten Fall den Knopf für die Atombombe beinhalten, abwägen zu können, das möchte ich zunächst einmal von der Psychologenzunft wissen. Ich habe da meine Zweifel. Deshalb: Clinton ist die Beste. Schade, dass sie's nicht wird.
davidherzig (30.05.2008, 20:45 Uhr)
@Anno1701
wenn es nur daran läge, könnte man auch den nächst besten motivationstrainer zum kanzler machen (anno 1933 hatte man auch einen solchen an der macht)...
für in ein amt wie das des us-präsidenten, braucht es erfahrene leute. für mich kommt da nur mccain in frage. leider haben dies die republikaner acht jahre zu spät kapiert...
Anno1701 (30.05.2008, 19:46 Uhr)
Obama rules
Das Land und die Welt braucht jemanden der die Menschen begeistern. Menschen wie Hillary Clinton gibt es hinter den Kulissen genug, die Gesetze und Maßnahmen werden eh von Experten gemacht, wer braucht da schon einen erfahren Politiker als US-Präsident?
MEHR ZUM ARTIKEL
US-Wahlkampf Demokraten bekommen es mit der Angst

Die Spitzen der US-Demokraten fordern ein rasches Ende des Dauerwahlkampfs zwischen ihren Präsidentschaftsbewerbern Barack Obama und Hillary Clinton. Die Parteiführer fürchten, dass das innerparteiliche Duell ihnen den Sieg gegen die Republikaner kosten könnte. mehr...

US-Wahlkampf Obama plant Deutschland-Besuch

Der "neue Kennedy" will Berlin besuchen. Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama plant angeblich eine Europa-Tour, ein möglicher Stopp ist die deutsche Haupstadt, sagte Regierungsberater Karsten Voigt. Obamas wahrscheinlicher Gegner John McCain rät aber zu einer anderen Route. mehr...

Obama holt absolute Mehrheit Ein Sieger mit zwei Problemen

Barack Obama hat es geschafft: Der Senator aus Illinois hat die absolute Mehrheit an gewählten Delegierten. Seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten scheint unausweichlich, und doch hat er mit zwei Problemen zu kämpfen: mit der Hartnäckigkeit von Hillary Clinton - und mit seiner Hautfarbe. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe