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6. Dezember 2009, 16:32 Uhr

Neue Krawalle erschüttern Griechenland

Heute jährt sich der Todestag des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos, der bei Unruhen in Athen durch eine Polizeikugel ums Leben kam. Die Polizei wollte durch ein Großaufgebot in diesem Jahr neue Krawalle verhindern, lieferte sich jedoch Straßenschlachten mit zahlreichen Vermummten. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt.

Zoom
Athen, Krawalle, Festnahmen, Alexandros
Grigoropoulos, Todestag

In Athen lieferten sich rund 300 Vermummte Straßenschlachten mit der Polizei© Simela Pantzartzi/DPA

Ein Jahr nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel ist Griechenland von neuen Krawallen erschüttert worden. Im Zentrum Athens lieferten sich am Sonntag rund 300 Vermummte Straßenschlachten mit der Polizei. Die Randalierer zündeten Mülltonnen an und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte, mehrere Schaufenster gingen zu Bruch. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein. "Es kam immer wieder zum Nahkampf", berichteten Reporter. Mindestens sieben Menschen wurden leicht verletzt. Die Polizei hatte 10.000 Beamte mobilisiert. Für diesen Montag sind landesweit weitere Demonstrationen gegen "Polizeiwillkür" angekündigt.

Eine Spur führt möglicherweise auch nach Hamburg. Nach einem Bekennerschreiben an die "Hamburger Morgenpost" soll ein Anschlag auf eine Polizeiwache in der vergangenen Woche mit den Geschehnissen in Griechenland in Verbindung stehen. Mit dem Anschlag habe man an die "Ermordung" des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos erinnern wollen, heißt es in dem Schreiben. Eine Gruppe "Koukoulofori" ("Die Vermummten") gab an, Streifenwagen angezündet, Fenster eingeworfen und Beamte mit Steinen attackiert zu haben. Die angegriffene Wache sei für "Misshandlungen und rassistischen Terror" bekannt. Die Polizei bestätigte die Existenz des Schreibens.

Universitätsrektor mit Kopfwunde im Krankenhaus

In Athen drangen Autonome ins historische Gebäude des Rektorats der Universität ein und beschmierten die Wände mit Sprüchen wie "Gewalt gegen die Staatsgewalt". Die Randalierer hissten die rotschwarze Fahne der Anarchie auf dem Gebäude. Der Universitätsrektor Christos Kittas wurde verletzt, er musste mit Kopfwunde ins Krankenhaus gebracht werden, hieß es in Radioberichten.

Auch in der Hafenstadt Thessaloniki kam es zu Ausschreitungen. Vermummte warfen Dutzende Brandflaschen auf die Polizei und zerstörten mehrere Schaufenster. Die Sicherheitskräfte setzten massiv Tränengas ein. Hunderte Passanten flohen aus dem Zentrum, wie das Fernsehen berichtete.

Zuvor hatten zahlreiche Menschen an einer "Seelenmesse" am Grab des 15-Jährigen teilgenommen. Die Familie des Jungen hatte die Medien gebeten, dem Grab fernzubleiben, berichteten Reporter, die den Gottesdienst in der Athener Vorstadt Palaio Faliro aus der Ferne beobachteten. Nach dem Tod des Jungen war Griechenland von einer beispiellosen Welle der Gewalt überzogen worden.

Bereits in der Nacht zum Sonntag kam es in Athen und der Hafenstadt Thessaloniki zu Ausschreitungen. In der Athener Vorstadt Keratsini besetzten Autonome mehrere Stunden lang das Rathaus. Die Sicherheitskräfte nahmen mehr als 160 Menschen vorläufig fest, in 84 Fällen wurde Anklage erhoben, wie es hieß. Unter den Festgenommenen waren nach Medienberichten auch zwei Frauen aus Spanien und fünf Männer aus Italien.

AFP/DPA
KOMMENTARE (10 von 17)
 
STR_EDDS (07.12.2009, 12:39 Uhr)
@corazio
Jaja - den Gegner immer nur recht tumb und abstrahiert darstellen. Das machts leichter auf ihn einzudreschen, gell? Aber die Demonstranten die denken ja alle mit und sind frei von Gruppendynamik und Impulshandlung? Je länger man die Erklärungen und Rechtfertigungen durchliest, umso lächerlicher werden sie.
Corazito3333 (07.12.2009, 11:59 Uhr)
Polizisten handeln auf Befehlt
Mitdenken ist nicht erwünscht! Es sind reine Befehlsempfänger
STR_EDDS (07.12.2009, 00:20 Uhr)
@N8G8
Wissen Sie, was mich an den linken/ultra-linken so nervt: das ist das weinerliche Getue. Polizei: böse. Normalbürger: böse und natürlich verblendet, wen nicht sogar rechts. Großes Auto: böse. Ach Leute. Stellt Euch doch nicht immer so lächerlich in die Opferrolle. So nimmt Euch niemand ernst. Wenn Ihr die Staatsmacht kloppen wollt, steht doch dazu. So wie die Rechten auch. Aber verkauft die Bürger nicht immer für dumm. Kein Polizist geht zum Demo-Einsatz weil er geil auf Randale ist. Denn im Unterschied zu den meisten Demonstranten aus dem Block, hat er eine Familie zu Hause und Verantwortung.
.
Ich will Ihnen jedoch nicht völlig widersprechen. Zwei Freunde von mir sind Polizisten in Berlin. Und dass einem noch so gut trainierten und ausgerüsteten (*lacher*) Beamten irgendwann auch einmal der Zoff mit dem immer gleichen Deppen (egal ob rechts oder links) auf den Sa** geht, liegt doch auf der Hand, oder?
Helmers (06.12.2009, 22:18 Uhr)
Provokation der Chaotenlinken
Der Bürger hat es satt nochmal die Entstehungsphase der RAF und Konsorten mit zu erleben. Wir werden ab jetzt Bürgervereine bilden und Euch abfangen, wenn die Polizei und der überbezahlte Verfassungsschutz dazu nicht in der Lage ist.. Wir fordern die sofortige Entlassung der Verantwortlichen in Politik und Polizei wegen Unfähigkeit.
Zorro01 (06.12.2009, 20:39 Uhr)
Was hat unsere Polizei damit zu tun?
Wenn deutsche Chaoten meinen, sich für die griechischen Ereignisse rächen zu müssen, warum trampen sie nicht nach Athen, um dort ein paar Polizisten zu verhauen oder Polizeiautos abzufackeln?

Nein, unsere randalierenden Dumpfbacken sind in Wirklichkeit phlegmatische Coutch-potatoes, die lieber kurz vor die Tür gehen (es sei denn, es regnet), um hier ihre pyromanischen Neigungen unter einem wirklich billigen Vorwand auszuleben. Und wenn es schief geht, na ja, deutsche Knäste sind ja bekanntlich deutlich komfortabler als die in Südeuropa.

Der Mob wird bequem. Das ist doch mal eine gute Nachricht.
n8g8 (06.12.2009, 19:14 Uhr)
@STR_EDDS
Echo: Ganz toll! Auf Demonstranten einprügeln und Jugendliche erschießen, ist ja sowas von systemerhaltend. Die meisten der Deppen haben doch mit Politik nichts am Hut. Die sind einfach nur "dafür".
Wenn sooo ein demokratisch durch einen Rechtsstaat legitimierter Polizeieinsatz aussieht, provoziert man eine entsprechende Reaktion der Bevölkerung bei Demostrationen. Dass dabei nicht alle zu friedlichen Mitteln greifen, sollte bei der mit durch die Polizei aufgeheizten Lage nicht verwundern.
Ich war schon bei vielen Anti-Nazi-Demos hier in Nürnberg und seit den letzten fünf Jahren haben sich dort die Polizisten alles andere als antiprovokativ gezeigt, sondern bewusst eine Drohkulisse aufgebaut, die auch die normalen Bürger, die sich dort an den Demos beteiligt haben, äußerst verschreckt haben!!!
Da wurde vom angeblich deeskalierenden Vorturner beispielsweise damit gedroht, dass sie gleich die "Kampfausrüstung" anlegen müssen, obwohl die Demonstranten nichts anderes gemacht haben als 30 Minuten zuvor: friedlich demonstriert!!!
Hinzukommen so Nebensächlichkeiten wie die nur auf die Anti-Nazi-Demonstranten gerichtete Videokameras (die Nazis wurden kaum gefilmt), Einzel-Zugriffe auf friedliche Demonstranten, Ketten von Polizeiautos zum Schutz der demonstrierenden Nazis und schließlich beschlagnahmte Trillerpfeiffen schon im Vorfeld der Demo zur "Gefahrenabwehr!!!".
justus39 (06.12.2009, 18:11 Uhr)
Den randalierenden Chaoten ist der Anlass völlig egal

Ihnen genügt ein verlorenes Fußballspiel oder der Jahrestag an dem jemand ums Leben kam. Sie sind heute gegen Tierversuche und morgen gegen Kastortransporte, sie sabotieren den Fackellauf zur Olympiade und die Wahlen im Irak. Ihnen dient ein Krieg der Amis, um gegen den rheinischen Karneval zu protestieren.
Sie sind ständig gewaltbereit und warten nur auf eine Gelegenheit, um losschlagen zu können.

Nur unsere Politik teilt sie, je nachdem wo und wem sie angreifen, in Gute und Böse ein.
peterpan1001 (06.12.2009, 17:06 Uhr)
ps
und das war erst der anfang, das war noch gar nichts.
dann werden die ganzen bankhäuser zerlegt, die die ganzen steuergelder aufgesaugt haben.
dafür werden+wurden die steuerbürger ausgepresst..
das gibt bald revolution.
peterpan1001 (06.12.2009, 17:03 Uhr)
schaut euch das genau an
das wird auch bald zu uns kommen, wenn auch zu uns der staatsbankrott kommt.
die EU wirds bald zerbröseln.
in spätestens 5 jahren wirds richtig krachen
Corazito3333 (06.12.2009, 15:46 Uhr)
sollte man vielleicht mal die "Aktivisten" fragen
warum sie eigentlich nie vor den Häusern der Reichen demonstieren und nie deren Autos anzünden (aber klar die sind in der Garage und Vollkasko versichert und Firmenwägen) und die Villen liegen in parkähnlichen Anwesen.......... also gehen sie in die city damit es auch alle mitkriegen?????? Wie sie es machen, finde ich auch nicht so gut aber daß überhaupt mal einer was macht!!! Der deutsche Michel sitzt auf der Couch...bis es ihn betrifft und bleibt er auf der Couch sitzen und jammert!
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