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12. Oktober 2011, 07:23 Uhr

Iran plante Attentate in Washington

Die US-Regierung hat dem Iran die Planung eines Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA vorgeworfen. Zwei iranische Staatsbürger wurden angeklagt. Teheran spricht von lächerlichen Vorwürfen - Präsident Obama dagegen von einem eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht.

Die US-Regierung erhebt schwerste Vorwürfe gegen den Iran. "Elemente der iranischen Regierung" sollen einen Bombenanschlag auf den saudischen Botschafter in Washington geplant und finanziert haben. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen US- und internationales Recht", wie das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Außenministerin Hillary Clinton forderte schärfste Maßnahmen gegen Teheran.

Auch Hintermänner lateinamerikanischer Drogenkartelle sollen verwickelt sein, sagte Justizminister Eric Holder am Dienstag. Es heißt, es hätte Blutgeld in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) gezahlt werden sollen. Der US-Senator Dick Durbin sagte, auch die israelische Botschaft in Washington sollte angegriffen werden. Nach FBI-Angaben wurde ein Verdächtiger bereits im September festgenommen.

Außenministerin Clinton rief die internationale Gemeinschaft am Dienstagabend (Ortszeit) zu scharfen Maßnahmen gegen den Iran auf. Das Regime in Teheran müsse weiter isoliert werden. Die USA wollten sich mit ihren Freunden und Partnern in der Welt beraten, "wie wir eine starke Botschaft" an den Iran richten können.

"Lächerliche Show"

In einer ersten Reaktion verhängte das Finanzministerium Sanktionen gegen fünf iranische Hintermänner und Mitglieder der Al-Kuds, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden.

Dagegen bezeichnete der Iran die Vorwürfe als völlig haltlos. Es handele sich um eine "lächerliche Show", sagte der Sprecher des Teheraner Außenministeriums nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.

"Die USA beabsichtigen, den Iran für seine Handlungen zur Verantwortung zu ziehen", sagte Holder. Ein verdächtiger Iraner mit US-Pass sei bereits Ende September in New York festgenommen worden. Der Verdächtige, der 56-jährige Manssor Arbabsiar, erschien noch am Mittwochabend vor einem New Yorker Gericht. Er bleibe in Haft, ein Verfahren solle am 25. Oktober anlaufen.

Er habe die Taten mutmaßlich mit dem Al-Kuds-Mitglied Gholam Shakuri geplant, der als Unterstützer des internationalen Terrorismus bekannt sei, hieß es. Die USA werfen den beiden zahlreiche schwere Straftaten vor, darunter Pläne, "eine Massenvernichtungswaffe zu benutzen".

Attentat soll saudischem Botschafter gegolten haben

Die Pläne seien von der Bundespolizei FBI und der Drogenfahndung DEA aufgedeckt worden. US-Präsident Barack Obama habe seit Juni von der Ermittlungen gewusst, teilte das Weiße Haus mit.

Die Verschwörung sei "vom Iran aus konzipiert, unterstützt und gelenkt" worden, sagte Holder. Die Regierung denke daher über neue Sanktionen nach.

Das Attentat galt nach US-Angaben dem saudischen Botschafter Adel al-Jubeir, der seit 2007 in Washington ist. Konkret sollen die Verdächtigen versucht haben, ein internationales Drogenkartell für 1,5 Millionen Dollar (rund 1,1 Millionen Euro) Blutgeld mit der Ausführung des Anschlags zu betrauen. Der Plan habe vorgesehen, den saudischen Diplomaten in einem Restaurant zu töten. Dabei sei auch billigend in Kauf genommen worden, dass bei einer Explosion viele Menschen hätten sterben können, sogar US-Senatoren, die das betreffende Restaurant häufig frequentierten.

Der Komplott flog auf, weil sich Arbabsiar an ein scheinbares Mitglied eines Drogenkartells in Mexiko gewandt habe, das er für den Auftragsmord anwerben wollte. Tatsächlich habe er aber mit einem Kontaktmann der Drogenbehörde DEA gesprochen. Die beiden hätten sich in den vergangenen Monaten mehrfach in dem lateinamerikanischen Land getroffen, um das Attentat vorzubereiten.

DPA/AFP
 
 
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