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Politik in Deutschland
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23. November 2006, 15:20 Uhr

So ungerecht geht es zu in Deutschland

Liebe Sternredaktion
Schön, dass das Fußvolk auch dazu befragt wird.Was ist ungerecht?Gierige, diletantische Konzernmanager, die außer dem nächsten hochdotierten Posten nebst Millionenabfindungen nichts riskieren, wenn sie Mist bauen.Realitätsferne, kurzatmige Politiker, die das Kleingedruckte ihrer eigenen Reformen nicht überblicken und die sich nach Räumen ihrer Machtpositionen in Aufsichtsräten von Firmen wiederfinden, für deren Interessen sie sich schon lange vorher stark gemacht haben (s. Schröder, Schily oder Clement).Aalglatte, gut abgesicherte Journalisten, die unisono die immer gleichen Sätze zu den scheinbaren unabänderlichen Notwendigkeiten der Globalisierung wie die Auwirkungen von Hartz IV oder real existierendes Lohndumping kleinreden als hätten sie alle eine Gehirnwäsche absolviert.Auf der anderen Seite die immer größere Anzahl von Menschen, die aus Geldnot nicht mehr wirklich am öffentlichen Leben teilnehmen können und tatsächlich (und nicht nur gefühlt) ausgegrenzt sind. Die immer größere Zahl von durchaus sehr gut ausgebildeten Jungen wie Alten, die zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen, um die Arbeitslosenstatistik glattzubügeln und die gezwungen sind, sich bis zur seelischen Verformung Arbeitgeberinteressen anzupassen und ihr Leben nicht mehr planen können.Was daran ungerecht ist? - dumme Frage finde ich!
Annette Horn

Schon lange ärgert mich das ständige Klagen über zu wenig Geld -immer dann ,wenn es um Ausgaben für die Allgemeinheit geht (Spielplatz ,Kinderbetreuung ; Jugendklub... ) "Investoren" aber werden mit Millionen beschenkt.Für die Schaffung von Arbeitsplätzen sind Investitionen /Geld sicher nötig ,aber zinsgünstige Kredite täten es ja wohl auch.
Das wöchentliche Politbarometer im stern zeigt meiner Meinung nach auch nicht die realen % der Zustimmung ,denn die Unentschlossenen gehören zu den 100 % ,die Zustimmung zu den Parteien ist also noch geringer als es die Zahlen glauben machen .Danke ,dass sich ihre Zeitschrift des Themas annimmt ,ich bin gespannt auf die Lesermeinungen.
Sonja Bürgel

Ich bin nach fast 35 Jahren arbeitslos geworden. Nach ca. 20 Monaten gab es kein Arbeitslosengeld mehr. Wofür zahlt man denn Jahre lang Beiträge, wenn Leute die nur ein paar Monate gearbeitet haben gleich behandelt werden!?Außerdem finde ich es ungerecht, dass unsere Politiker sich nicht zu fein sind Ihre Diäten ständig zu erhöhen und gleichzeitig unsere Steuern oder andere Abgaben.
C. Klahr

Liebe Leute vom Stern,
die Frage: Was ist gerecht in Deutschland wäre erheblich schneller zu beantworten. Für eine Auflistung würde ich etwa zwei Minuten brauchen.
R. Schulte

Als ungerecht empfinde ich Folgendes:
  1. Das Probleme der Arbeitslosigkeit wird nicht gelöst,sondern nur verwaltet. Trotz Steuergeschenke an die Unternehmen sind bisher kaum sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen worden.Wir haben also ein Wachstum ohne Arbeitsplätze.
  2. Das kommende Steuergeschenk an Unternehmen muß vom einfachen Steuerbürger gegenfinanziert werden.
  3. Der Wahlbetrug mit der Mehrwertsteuer: vor der Wahl: SPD=0%-Punkkte,CDU=2%-Punkte=3%-Punkte. Dazu Münteferings Äußerung,man dürfe nach der Wahl nicht an dem gemessen werden,was man vorher gesagt hat.Dann könnt ihr Politiker Euch den Wahlkampf und viel Geld sparen.
  4. Die ständigen 0-Runden für Rentner bei erhöhter Mehrwertsteuer. Wieso bekommen Pensionäre Weihnachtsgeld und Rentner nicht,obwohl sie bis zur Bemessungsgrenze Sozialaufwand aufs Weihnachtsgeld zahlen?
  5. Für Politiker hat die Verschwendung von Steuergeldern keine Konsequenzen. (S. Berichte Bundesrechnungshof)
  6. Die Zusammenstreichung der Pendlerpauschale.Die Politiker kassieren eine steuerfreie Abgeordnetenpauschale,für die kein Nachweis erbracht werden muß.Denjenigen ,die das Geld heranschaffen,von dem auch die Politiker leben,werden dagegen durch die Kürzung zur Kasse gebeten.
  7. Die Überversorgung der Politiker durch unbotmäßige Pensionen.
  8. Daß uns jeder Politmurks wie die Gesundheitsreform als Erfolg angepriesen wird.
  9. Frau Merkels erster Amtsgang nach Brüssel brachte uns durch Scheckbuchdiplomatie eine jährliche Mehzahlung von 2 M illiarden €.(als vorher von Schröder ausgemacht)
  10. Die Unterschicht gibt es nicht plötzlich.Es hat sich allmählich entwickelt. Nur die Politik hat nie etwas unternommen. Oder meinen die Herrschaften,durch die Begriffsänderung in Prekariat ist alles behoben?
Jobst Ungewitter
Hallo lieber Stern,
ja ungerecht ist sehr vieles in unserem Land.Erstaunlich wie viele Menschen sich das noch gefallen lassen.Z.B. Total ungerecht ist meiner Meinung nach, das Rentenkürzungen jeden betreffen der unter 65 Jahren in Rente geht.Hier wird überhaupt nicht geschaut, wie lange hat die betroffene Person Beiträge eingezahlt.Egal ob jemand bereits 45 Jahre oder länger eingezahlt hat, er muss die gleichen Kürzungen wie jemand der wesentlich weniger Jahre eingezahlt hat in Kauf nehmen. Total ungerecht!!!!!!!
Total ungerecht:Wieso Muss man für einen Kindergartenplatz Geld bezahlen - für einen Studienplatz nicht???Das ist nicht OK.
Arbeitslosengeld:Es ist doch nur rechtens das einer der viel in eine Versicherung eingezahlt hat, bei Bedarf auch eine entsprechende Gegenleistung erhält. D.h. Ältere natürlich länger als Jüngere.
Dieses ließe sich endlos fortsetzen.Schön wäre es wenn sich der Stern einige dieser Probleme annehmen würde - und die Regierenden sich dessen auch einmal bewusst wären.
Renate Savi

Verlogen und heuchlerisch empfinde ich die Beitragsdebatte zur Rentenversicherung wenn es um die kinderlosen Steuerzahler geht. Unser Nachwuchsproblem und mein Gerechtigkeits-Empfinden würden sich mit dem folgenden Vorschlag spontan verbessern, wenn diejenigen, die den Solidarpakt aufgekündigt haben, mit folgender Option zur Kasse gebeten werden:
RV-Beitrag ohne Kinder 30 %, für Steuerzahler mit 1 Kind = 15 %, mit 2 und mehr Kindern 12%, bei unveränderter Rentenanwartschaft ggü. heute 19,5%. Da der AG 50% trägt, würde sicher schnell in den Firmen Kinderbetreuung organisiert.
Erst wenn sich Kinderbekommen für unsere am Geldverdienen orientierten Jungakademiker (und die Firmen) wieder rechnet, werden auch Gutverdiener wieder Kinder zeugen.
Rolf-Dieter Schenk
Weinheim


Was ist ungerecht bei uns?
Uralter Spruch: "Das Leben ist nicht gerecht!" Nirgends, auch nicht in Deutschland. Dabei unterscheiden wir unsin nichts von anderen Ländern der Erde. Wer keine Lobby hat, hat auch nichts zu sagen. Besonders schlimm finde ich in Deutschland die politischen Weichenstellungen für Kinder und Senioren. Diejenigen, die später etwas leisten sollen, werden nicht genug gefördert und die, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben, können sich mit ihrer spärlichen Rente nicht mehr viel leisten. Da sind Millionenprämien für Vorstände nicht nur nicht vermittelbar, sondern eigentlich nur pervers.
Schon komisch, dass da auch Religion und Ethik nichts geändert haben. Nur aus den skandinavischen Ländern hört man von positiveren Beispielen.
R. Schüler
Riedenberg


Meine Erfahrung aus 30 Jahren als Lehrer:
Gute, höfliche, lernwillige Schüler machen große Lernfortschritte, egal ob die Klasse groß oder klein ist, unabhängig von der Unterrichtsform und sie suchen die Schuld und Fehler nicht bei Anderen.
Schlechte, d.h. lernunwillige und verhaltensauffällige bzw. - gestörte Schüler, oft auch bösartig, faul und permanent den Unterricht störend,lernen nichts in Kleingruppen, nichts bei noch so unterhaltsamen Unterricht, begleitet von Sozialarbeitern und Kopfstand machenden Lehrern. Sie sehen in Deutschland einfach keine Chance, dass es ihnen durch Bildung besser geht. Und es ist in Deutschland ja auch genau so: Der fleißige Hauptschüler, der bereit ist sich zu quälen, früher aufsteht als Andere und dann nach vielen Versuchen einen schlecht bezahlten Job erhält, wird von dem ausgelacht, der von staatlichen Leistungen recht gut lebt. Und daran sind die Lehrer schuld!!!
Helmut Wirth

Ungerechtigkeiten in Deutschland. Hier einige Beispiele:
  • Kündigungsschutz. Es gibt faktisch keinen Kündigungsschutz. Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber entscheidet in der Regel das Arbeitsgericht und das endet mit einer Abfindung. œ Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.
  • Kindeswohl. In über 90% werden bei Scheidungen die Kinder nicht dem Vater zugesprochen
  • Rentenkasse. Fremdleistungen werden zu Lasten der Beitragszahler geleistet. Ausgleich durch Steuermittel sind nicht kostendeckend.
  • Abgeordnetenbezahlung. Es widerspricht dem demokratischen Verständnis, dass Abgeordnete im Landtag und Bundestag sich Ihre Diäten selbst festlegen.
  • Ärzte. Erbrachte Leistungen müssen nicht vom Patienten quittiert werden. Vertrauen ist gut ...
  • Spitzensteuersatz. Ohne Notwendigkeit wird dieser gesenkt. Dafür werden Sozialleistungen gekürzt!
Und noch viel mehr........
Roland NörzIch bin seit 5 Jahren arbeitslos und da meine Ehefrau noch Arbeit hat, inzwischen längst aus dem "Leistungsbezug" ausgeschieden. Ich erhalte also weder Arbeitslosengeld, noch Sozialhilfe o.ä.Da meine Frau privat krankenversichert ist, nimmt mich Ihre Versicherung nicht, wie es gesetzliche Krankenversicherungen tun müssen kostenlos als Unterversicherten auf und ich muß die Kosten für meine gesetzliche Krankenversicherung selbst tragen, obwohl ich keinerlei eigene Einkünfte habe! Das nennt sich Solidargemeinschaft, die für jeden gilt, wie es immer so schön heißt, aber in Deutschland ist man eben nicht immer jedermann.
F. Bendeler
Kleve


Deutschland ist nach meiner Meinung auf dem Weg in eine „Bananenrepublik“
Nur eine Minderheit aus Politikern, Managern, Milliardären, Millionären, beuten immer mehr das kleine Volk aus und wissen nichts mehr von den Alltagproblemen der Bevölkerung. Gemäß dem „Peter-Prinzip“ steigt die Unfähigkeit und die Macht-Verlustheits-Ängste immer mehr, so dass diese Macher/innen an ihren Stühlen kleben. Es muss schon viel geschehen (Steuerhinterziehungen, Parteispendenbetrüge, Sexaffären, usw.) bis diese „Sonnenkönige/innen“ zum Rücktritt gezwungen werden.
Leider ist das Wort Solidarität aus dem Sprachschatz der Deutschen verschwunden, oder wird gezielt (wenn es sein muss auch durch Notstandsgesetzte und „Friedensmilitär“) unterdrückt.
In Frankreich wäre diese Volksausbeutung und Volksverdummung der Damen und Herren mit 5-stelligen Monatseinkommen und darüber ( z. B. der Gesundheitsreform, Geldverschleuderungen beim Aufbau Ost, Rentenkürzungen, Kriegseinsätze rund um den Globus), so nicht möglich. Die Franzosen sind solidarisch, wenn es denen dort Oben zu wohl wird.
Ab uns zu wollte ich gerne ein Franzose sein und die 60 er Jahre wieder heraufbeschwören.
Werner Schaumann
Villingen-Schwenningen


Sehr geehrte Daten und Herren,
Deutschland, ein Land in dem, das gesprochene und noch mehr das geschrieben Wort, Sitte, Moral und Anstand in der Vergangenheit etwas galten!
Diese Werte werden immer mehr mit Füßen getreten.Vorgelebt wird dies überwiegend von Leuten, die eigentlich als Vorbilder dienen müssten.
Ob als Politiker, Steuerflüchtender ins Ausland, Empfänger von Millionen Abfindungen und, und, und, eine Affäre jagt die andere!
Wenn man dann einem Teil der Jugend keine Arbeit und sonstigen Perspektiven gibt, dann noch sagt, für Bildungseinrichtungen fehlt das nötige Geld, braucht man sich nicht zu wundern, wenn Gewalt und Korruption immer mehr um sich greifen. Man kann immer nur das ernten, was man gesät hat!
Dies schreibt ein 67 jähriger Rentner, der bisher das Glück hatte in geordneten Verhältnisse in Deutschland zu leben.
Ludwig Karmann

Wir leisten uns, eine ganze Gruppe von Jugendlichen im Alter von 15 nach der Schulausbildung alleine zu lassen, nach dem Motto: suche, finde oder du hast Pech. Gerade diese Gruppe der Abgänger aus Haupt- und Förderschulen hätte eine Förderung und / oder Ausbildungsmöglichkeit dringend nötig. Diejenigen, die von Haus aus durch höhere Intelligenz oder bessere Ausgangspositionen, da aus intakten, informierten und interessierten Familien stammend, eine idealere Startposition haben, können bis zur 13. Klasse kostenlos eine weiterführende Schule besuchen, um anschließend (nahezu) kostenlos eine vom Staat finanzierte, meist auch frei wählbare Ausbildung an einer Universität zu genießen. Der Rest wird bestenfalls mit fragwürdigen Lehrgängen versorgt oder muss seine Schulpflicht in überfüllten, sogenannten JOA - Klassen (Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis) erfüllen, um anschließend doch wieder auf der Straße zu stehen. Diese Zweiteilung finde ich ungerecht.
Thomas Zapf
Schulleiter an einer Berufsschule


Seit Kain und Abel gibt es empfundenes Unrecht auf der Welt, das sich nicht in Heller und Pfennig messen läßt. Doch das größte Unrecht erscheint mir in der Selbstgewissheit zu liegen, mit der andere vermessen werden - wie gesagt: vermessen.
Norbert Kapitola
Rheda-Wiedenbrück

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 47/2006

 
 
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