Guten Tag Stern-Redaktion,
Seit 19 Jahren selbständig freiberuflich arbeitend hatte ich vom ersten Tag meines Berufslebens Geld fürs Alter zurückgelegt, wohlverstanden seinerzeit nicht steuerlich begünstigt ( die "Vorsorgepauschale" war bereits mit den Beiträgen für die Krankenkasse ausgeschöpft ). Das kleine Vermögen durfte ich darüberhinaus noch im Rahmen der Vermögenssteuer jedes Jahr erneut wieder versteuern.
Nun bin ich bald 59 Jahre, meine Auftraggeber sämtlich im Ruhestand, die Jüngeren arbeiten lieber mit jüngeren Externen zusammen. Wenn ich die nächsten Jahre es nicht schaffen sollte, mich finanziell über Wasser zu halten, muß ich meine über Jahrzehnte angesparte Altersvorsorge aufbrauchen.
Wirklich zu dumm, dass ich mein Geld nicht "schwarz" ins Ausland geschafft habe oder besser noch gleich verkonsumiert habe. Wie schrieb Herr Wickert einmal so richtig: Der Ehrliche ist der Dumme, oder eben diejenige, die brav Geld anspart als von vornherein sich auf die staatliche Unterstützung zu verlassen. Das finde ich ungerecht.
Ann Junk
Hamburg
Ungerecht ist es, wenn Menschen 8 Stunden oder mehr am Tag arbeiten gehen und damit nicht genug verdienen um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, der Staat Lohnkostenmodelle (1 EUR Jobs) fördert und damit immer mehr reguläre Jobs zerstört, Beiträge für Versicherungsleistungen steigen und dafür von immer weniger Leistungen erbracht werden. Andererseits sieht man, dass es in den Nachbarländern auch anders geht, nur scheint hier unsere Politik blind für funktionierende Beispiele zu sein.
Thomas Seyffarth
WentorfSehr geehrte Damen und Herren, leider gibt es eine Vielzahl von Ungerechtigkeiten, die in Deutschland bereits zum Standard geworden sind. Hier nur eine kleien Auswahl, die mir spontan einfällt:
- Durschnittsrente Arbeiter / Durschnittpension Beamte : ca. 850€ / 2400€
- Entlohnung in deutschen Firmen: Ausländische MA bekommen in sehr vielen Firmen für gleiche Arbeit und oft für sogar viel bessere Ausbildung ein viel geringeren Lohn. Eine Differenz von 2000€ ist keine Seltenheit.
- Gewaltige Unterschiede zwischen Privatpatienten und Kassenpateinten. Die meisten Einrichtungen sind von Kassenpatienten bezahlt, oder? Warum dann diese Unterschiede zu ungunsten der Kassenpatienten??
- Der Anspruch auf Arbeitslosengeld ist drastisch gekürzt worden. Jedoch die Beiträge nicht. Wer bekommt das zu viel eingezahlte Geld?
- Viele Bundesbürger (viel zu viele) haben keine Lust auf Arbeit. Bekommen dennoch viel zu hohe Unterstützung vom Staat. Leider in vielen Fällen völlig übertrieben hoch sind. Im Vergleich zum Durschnittsverdienst hat dies nichts mehr mit einem gesunden Menschenverstand zu tun.
Das lediglich nur eine kleine Auswahl durch meine eigene Erfahrung in dieser Republik.
Mit freundlichen Grüssen
Hans-Jürgen WittigIch sag's kurz nund bündig: Solange sich Wirtschaft, Justiz und Politik, egalwelcher Coleur, nicht Hand in Hand, sondern in die (schmutzigen ?) Hände arbeiten, gibt es für die sogenannten kleinen Leute keine Chancen mehr. Siehe hierzu die z. Zt. geführte Armendebatte, die bereits 15 Jahre früher hätte kommen müssen, sowie beispielsweise die Kanther - CDU - Schwarzgeld-Affäre, wo doch tarächlich nach der x-ten Revision gerichtlich festgestellt werden sollte, ob sich Herr Kanther als Anwalt, Volljurist, Ex-Innenminister und Abgeordneter über die Folgen seines Tuns bewußt war. Unglaublich!
Die Beispiele ließen sich aus den Tageszeitungen beliebig fortsetzten. Es geht in den Betrieben, Gemeinden/Städten über das Land und den Bund los und endet dann, wenn sich endlich einer traut, irgendwann vor der Justiz. Und dann kommt der Ackermann-Spruch: Die Zahlungen waren zur "Stabilisierung der Gegenwart im Interesse der Zukunft" nötig. Dann wird prozessiert auf Teufel komm raus, hierzu fehlt den Kleinen dasGeld , bis das Ergabnispasst. Es fehlt dann nur noch, daß die evtl. anfallenden Prozesskosten in den sogenannten Abfindungeneinkalkuliert sind. Die Korruption lebe hoch !
Die Nichtwähler werden wohl auch alles ungerecht Behandelte sein. Ich halte das System nicht mehr für reformierbar.
Mit freundlichen Grüßen - ein nicht ungerecht Behandelter.
Gustav EckelSehr geehrte Damen und Herren,erst einmal ein großes Lob, dass Sie die Sache angehen und bereit sind, die Mails von jedem "Otto-Normalverbraucher" zu lesen und auszuwerten.
Nun zu meiner Meinung: Leider geht es in Deutschland schon von oberster Ebene an nicht gerecht zu. Ein paar Beispiele:
- Wie können Politiker, die selbst mit ihren Familien alle privat versichert sind, über eine Krankenkassen-Reform entscheiden? - Wundert es da wirklich jemanden, dass das System weiterhin ungerecht bleibt und weiterhin die wirklich gut verdienenden die kleinsten Beiträge (in die Privatkassen) zahlen und dafür aber grundsätzlich besser und bevorzugt behandelt werden?
- Für jeden wird die Mehrwertsteuer angehoben, nur die Steuer auf die wichtigen, notwendigen Dinge bleibt beim ermäßigten Satz von 7 %. Zu diesen Dingen zählen auch lebende Pferde, Original-Kunstwerke, Hummer und Langusten in Dosen etc. - Es ist doch sehr rücksichtsvoll von den Politikern, ihren Kollegen den Erwerb dieser Dinge zu erleichtern, nicht?
- Verschwendet ein normaler Arbeitgeber Geld von seinem Betrieb, muss er generell mit einer Kündigung rechnen, wenn nicht mit einer Schadenersatz-Klage. Ganz anders aber auf den oberen Ebenen. Hier werden Steuergelder verschwendet ohne Ende (man erinnere sich z.B. an die Maut-Pleite), aber die Verantwortlichen machen ungestraft munter weiter und behalten ihre Gehälter und Pensionen ohne die geringsten Abstriche.
Beste Grüße,
Gisela Degen
Mainz-KastelIch finde es ungerecht und äußerst unfair, wie dieser Staat und diese Gesellschaft mit Arbeitnehmern von 50plus umgeht.Aus dem "normalen" Erwerbsleben als "zu teuer" ausgegrenzt, stehen viele von uns - trotz hoher Motivation und hoher Qualifikation - auf der Straße. Bei der Arbeitsagentur werden wir a priori als "nicht vermittelbar" eingestuft und so lange mit Bewerbungstrainings und ähnlichen Beschwichtigungsstrategien hingehalten, bis wir durchgereicht werden können zu ALG II.( die internen Dienstanweisungen der Agentur für Arbeit, wie man mit Erwerbslosen ab einem bestimmten Alter zu verfahren habe, sind ja mittlerweile offenes Geheimnis) Dort angekommen, werden wir zunächst einmal ausgeplündert. Denn das, was wir uns in einem langen Arbeitsleben mühsam erarbeitet haben um unser Alter zu sichern (denn wir sollen ja alle eigenverantwortlich für unser Alter vorsorgen, nichtwahr?) , wird uns jetzt erst einmal abgenommen - wir sind ja "nicht bedürftig". Wir müssen uns hochnäsig abfertigen lassen von Sachbearbeiter/Innen die dem Alter nach unsere Kinder sein könnten und deren Arbeitsplätze wir über Jahre mitfinanziert haben, man bezeichnet uns als "Sozialschmarotzer" und versucht uns einzureden, dass wir an unserer Situation selber schuld seien. In den Medien kommen wir in der Regel nicht vor, denn dort sind Erwerbslose nur dann Thema, wenn sie ihre Kinder verhungern lassen oder anderweitig kriminell werden. Uns wir sind - leider(?) - zu gut erzogen, um Randale zu machen oder auf die Barrikaden zu gehen. Eine durch und durch unbefriedigende Situation, die durch die Krokodilstränen unserer Herren und Damen Politiker über die "Neue Unterschicht" und das "Prekariat" nicht besser wird. Eins dürfte aber so sicher sein, wie das Amen in der Kirche: Dieselben Leute, die heute den Kopf zusammenschlagen über das in Deutschland neu entstehende Lumpenproletariat, werden in spätestens 15 Jahren im Sechseck springen. Denn dann wird die jetzt betrogene und ausgeplünderte "Generation Gold" ins Rentenalter kommen - und wir werden ein massives Problem haben mit der selbst fabrizierten Altersarmut in unserem Lande.
Almuth Wessel
Gütersloh
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 47/2006