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23. November 2006, 15:20 Uhr

So ungerecht geht es zu in Deutschland

Guten Tag,
Gerechtigkeit bedeutet, daß jeder Mensch die Chance hat, seine Potentiale zu fördern und zu entfalten und ein Leben nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten zu leben. Es ist ungerecht, wenn Menschen durch gesellschaftliche Auslese und äußere Zwänge in Lebenssituationen "gepresst" werden, in die sie nicht hineinwollen.(Berufswahl, verwehrte Bildung etc.)
Peter Hohberg
Würzburg


Wem wundert es noch, dass wir keine Gerechtigkeit mehr haben, denn Politiker zu sein ist kein Lehrberuf und jede "Pfeife" kann sich nach Belieben bedienen. Es gibt zu viele Nieten in dieser Kaste, die nur ihr eigenes Fort- und Einkommen im Blick haben!
F. Kolb

Ich empfinde es als extrem ungerecht, dass auf Pressekonferenzen Millionen-, wenn nicht gar Milliarden-Gewinne für die Aktionäre verkündet werden und am nächsten Tag in den Firmen Massenentlassungen erfolgen, um noch mehr Gewinn zu erzielen. Der Kuchen, der zur Verteilung ansteht, ist groß genug für alle.
Weiter finde ich ungerecht, dass Leute wie Herr Hartz (nur ein Beispiel), in diesem Staat zu Reformen herangezogen werden und selbst genau wissen, dass sie betrügen und lügen. Wie soll der „kleine Mann“ auf der Straße das akzeptieren, der für seinen Lebensunterhalt Tag für Tag in einem ungeliebten Beruf arbeitet, sich gegen Mobbing und Bossing wehren muss, diese Reform mitfinanziert und mehr recht als schlecht lebt. Er hat keine Chance, sich vom großen Kuchen ein solches Stück herauszuschneiden, wie das (was jetzt öffentlich bekannt ist, ich möchte nicht wissen, was da unter der Oberfläche tobt) die Manager bei VW, DaimlerChrysler, Siemens etc. machen. Herr Hartz wird bei einer Verurteilung garantiert mit einem „blauen Auge“ davon kommen, wie alle anderen auch. Man kann nur an der Gerechtigkeit zweifeln.
Ich selbst stehe in Lohn und Brot, bin alleinstehend und baue mir eine Selbständigkeit auf, damit ich nicht länger abhängig bin von solchem Unternehmertum. Auch das macht dieser Staat einem nicht leich. Mit 42 Jahren sind meine besten Jahre auf dem ersten Arbeitsmarkt gezählt. Das kann es doch nicht gewesen sein?
Sybille Kleinicke
Stuttgart


  • Mobilität und weite Anfahrtswege verlangen = Pendlerpauschale kürzen und Lohnverzicht
  • Diäten erhöhen = vom Volk fordern, den Gürtel enger zu schnallen.
  • zum Konsum auffordern = den Menschen durch höhere Steuern, Abgaben und Lohnverzicht die Möglichkeit dazu nehmen.
  • eheähnl. Gemeinsch. in Not füreinander aufk. lassen = für diese aber keine Privilegien (steuerlich und rechtlich) gelten lassen.
  • Für "Kleinkram" abzugsf. Steuerpauschalbetrag jährl. 46.000 Euro für Politiker = jeder Selbständige muss für jeden noch so kleinen Betrag einen Nachweis erbringen.
  • nach geringer Angehörigkeit in der Politik große Pensionen = bei Selbständigen reicht nicht einmal der abzugsfähige Freibetrag für eine angemessene Versorgung.
  • Tabaksteuer wird mit Rücksicht auf die Einnahmen in Etappen erhöht = nicht um der Volksgesundheit willen (pervers!).
  • Es gäbe viele weitere Beispiele, für die an dieser Stelle kein Platz ist.
M. Sievers
Hef


Die schlimmste Ungerechtigkeit besteht nicht etwa darin, dass viele Leute ziemlich reich sind, sondern, dass sie sich - ganz legal - weitgehend bis komplett vor dem Zahlen von Steuern und Sozialbeiträgen drücken können.
Karl-H. Quoss
Glückstadt


Sicher gibt es die ein oder andere Ungerechtigkeit in Deutschland. Ich finde es aber viel schlimmer, dass man versucht, es jedem Recht zu machen und damit erst die lähmende Bürokratie in unserem Land entstehen konnte. Ich bin überzeugt, dass das Leben viel einfacher wäre, wenn wir auch mal Ungerechtigkeiten akzeptieren würden.
Helmut Fien
Furtwangen
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen einen Punkt zur gesetzlichen Krankenversicherung mitteilen, den ich als ungerecht empfinde:
Zwei Ehepaare mit dem gleichen Familieneinkommen von 7.000,00 € pro Monat zahlen einmal für ihren Krankenversicherungsschutz 500,-- €, wenn ein Ehegatte die 7000,00 € allein erzielt und 1000,00 €, wenn das andere Ehepaar je Ehegatte 3.500,00 € verdient. Ich weiss, dass die Ursache in der Beitragsbemessungsgrenze liegt, finde dies aber gleichwohl als ungerecht.
Für den gleichen Krankenversicherungsschutz für 2 Personen werden somit einmal 6.000,00 € und einmal 12.000,00 € im Jahr erhoben. Vielleicht könnte man ja die Beitragsbemessungsgrenze für Versicherte mit einem Ehegatten erhöhen ?
Hans Rosenke

Sehr geehrte Damen und Herren,
vorweg: ich bin Rentner und habe 44 Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet,die meiste Zeit Höchstbeträge in die gesetzliche Rentenversicheung eingezahlt und nun diese Rente.
Außerdem werde ich nun noch mit allen Sozialhilfeempfängern in einem Atemzug genannt.
In Deutschland, einmalig in der Welt, werden Ausländer besser als Inländer behandelt.Wir können doch nicht die ganze Welt beglücken. Klare deutsche Interessen vertritt kein Politiker, schon seit Jahren.Fleiß wird bestraft.Politiker sind unglaubwürdig geworden durch ihr anderes Verhalten nach einer Wahl.
Hans-D. Hölscher
Wolfenbüttel


Ungerechtigkeit wird es in dieser Welt immer geben. Schlimm daran ist nur, daß in Deutschland die zunehmende Ungerechtigkeit durch die Politk von Christdemokraten und Sozialdemokraten erst richtig "gesellschaftsfähig" gemacht werden.
Hans-Joachim Weiß
Bremerhaven


Reform ist ein Wechsel auf die Zukunft, den das Volk bezahlt, und zwar vor Fälligkeit. Das ist ungerecht.
Karl-Lorenz Fliege
Meschede


Es hilft nur noch ein Aufstand der Gerechten in einem Land wo einerseits Millionäre Kindergeld beziehen und man es andererseits ALG II-Empfängern vom 'Almosen' abzieht.
Jürgen Bieler
Burghaun


Es ist ungerecht, daß das Rentenniveau in den neuen Bundesländern speziell für Frauen deutlich höher ist als für Frauen in den alten Bundesländern.Die Rente ist ein Generationenvertrag und deshalb kann es nicht sein, daß jemand der vierzig Jahre keinen Pfennig in unsere Sozialsysteme eingezahlt hat, besser gestellt ist als eine vergleichbare Person im Westen.Das ist nicht nur ungerecht-das ist eine Frechheit!
Udo Klünder
Schöneck


Ich zahle für meine Tochter einen monatlichen Unterhalt von 306 Euro,bei einem Einkommen von 1100 Euro...Das Ungerechte an der Sache ist,das ich keinerlei Rechte habe,in Bezug auf meine Tochter und ich finde,bei meinem Einkommen ist der Unterhalt zu hoch.Warum werden die veralteten Tabellen nicht überarbeitet oder von Fall zu Fall geprüft?...Das meine damalige Lebensgefährtin wieder verheiratet ist und in besseren finanziellen Verhältnissen lebt wie ich,dass interessiert niemanden...Sie kann sich beispielsweise einen 3 wöchigen Urlaub nach Ägypten leisten...Wenn bei mir einmal der Lohn nicht pünktlich kommen sollte,weiß ich nicht, wie ich die Miete bezahlen soll.Daher bin ich schon am überlegen, Deutschland zu verlassen,eigentlich traurig..oder?
Torsten ReinholdUngerecht ist vieles, aber als persönliche Ungerechtigkeit ist die ungleiche Bezahlung in meinem Beruf zu nennen. 17 Jahre nach dem Fall der Mauer leisten wir als Lehrer genau das Gleiche wie unsere Kollegen im Westen, aber die Bezahlung entsprach all die Jahre nie dem der Westkollegen. Man muss dabei auch bedenken,dass sich das auch auf die Rente auswirkt. Nach 40 Jahren Schuldienst bekomme ich ganze 1100,00 € Rente. (Wer das nicht glaubt, dem kann ich eine Kopie des Rentenbescheids schicken.) Die Lebensunterhaltskosten sind bei uns noch höher, weil Strom,Wasser ,Abwasser und Abfall noch mehr kosten.Aber eins muss man sagen, wir wollten die Einheit und das ist kein Jammern, wie uns immer unterstellt wird ,sondern das Benennen einer von mehreren Ungerechtigkeiten in unserem vereinten Deutschland.
Ursula Jirmann
Glauchau


Ja, ich fühle mich auch persönlich ungerecht behandelt in Deutschland, gerade als eine der wenigen, die noch Arbeit hat!Durch eine verfehlte Politik muss ich die andere Hälfte der Republik, die keine Arbeit hat, mitfinanzieren, dafür "darf" ich bis zu 9,5 Stunden täglich einen Linienbus durch die Stadt steuern. Und meine neueingestellten Kollegen, die nur über eine Billigfirma beschäftigt sind, werden noch ungerechter behandelt, da sie für die gleiche Arbeit 40% weniger Geld bekommen!!!!
Und wer in Deutschland so mutig war, Kinder in die Welt zu setzen, wird dafür auch noch bestraft. Wenn meine Töchter nach diversen Praktika etc.keinen Job bekommen, kann ich sie mit meinem sehr durchschnittlichen Lohn noch mit über Wasser halten und evtl. bald auch noch für das Pflegegeld meiner Eltern aufkommen.Ach so, für meine eigene Rente sollte ich natürlich auch noch vorsorgen......
Ich "habe fertig" mit diesem Land und möchte ,falls ich meinen Ruhestand noch erleben sollte, in ein sympathischeres Land auswandern.
Christine Reichelt

Was wir heute erleben ist die Angst der Bürger vor den Regierenden in Berlin. Eigentlich sollte es umgekehrt sein: Angst der Regierenden vom Volk nicht wieder gewählt zu werden !
Das ist einer Demokratie unwürdig und zeigt, dass diese Demokratie zu einer Parteien-Diktatur verkommen ist. Ich kann nur jedem empfehlen zur Wahl zu gehen und eine ungültige Stimme abzugeben.Es begann mit der Ära Kohl, die den Beginn der Verdummung der deutschen Bevölkerung darstellt. Der Anschluss der ehemaligen DDR sollte aus der Portokasse bezahlt werden, was tatsächlich gar nicht möglich war.
Steuergeschenke an Großunternehmen (Siemens, Deutsche Bank, Daimler-Chrysler) haben dafür gesorgt, dass die Regierung Schröder (der Kumpel der Bosse) bei den Menschen im Lande immer unglaubwürdiger wurde. Weiter ging es mit Hartz4 und all den Ungerechtigkeiten, die die Betroffenen täglich zu spüren bekommen. Das Schlechtreden der gesetzlichen Rentenversicherung hat sicherlich vielen privaten Anbietern tolle Abschlüsse gebracht. Die Frage ist nur, ob jemals jemand in den Genuss dieser Art von Versicherung kommen wird ? Es gibt keinen Staat in Europa der seinen Bürgern ähnliche Demütigungen zumutet hat.
Heino Held
Bremen


Ungerecht und äusserst empörend empfinden wir neben den ständigen Preistreibereien der Energie-und Stromlieferanten das Alterseinkünftegesetz.Dieses Gesetz hat es fertig gebracht, das der steuerpflichtige Anteil meiner Erwerbsunfähigkeitsrente von 21% auf 50% hochschnellte, damit fallen also mehr als 2 Monatsnettorenten zurück an den Staat.Ungerecht finden wir weiterhin die immer noch gewährte Auszahlung von Weihnachtsgeldern an Pensionäre; wo bleibt da der Aufschrei und die Interessenvertretung der Rentner?
Inge + Klaus-Peter Janotte
Siegen

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 47/2006

 
 
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