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17. Dezember 2008, 09:20 Uhr

Festgenommenes Paar doch nur Zeugen

Auch der zweite vermeintliche Fahndungserfolg entpuppt sich nicht als Volltreffer: Das von der Polizei im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl festgenommene Paar ist nicht tatverdächtig. Allerdings sollen die beiden wichtige Zeugen des Attentats sein.

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Alois Mannichl im Klinikum Passau: Der Polizeidirektor befindet sich nach der Messerattacke weiter auf dem Weg der Besserung© Polizeipräsidium Niederbayern/Oberpfalz/DPA

Neue Wende im Fall Alois Mannichl: Bei dem jungen Ehepaar, das am Dienstag im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Passauer Polizei-Direktor festgenommen wurde, handelt es sich nicht um die Täter. Nach Polizeiangaben vom Mittwoch sind der Mann und die Frau bislang nur Zeugen und keine Verdächtigen. "Sie sind auf jeden Fall nicht beschuldigt", sagte ein Sprecher des Regensburger Polizeipräsidiums nach der Vernehmung der beiden. Die Kripo hofft nun, dass das Paar die Ermittler auf die Spur des Täters führen kann. Ob es bereits einen neuen Verdächtigen in dem Fall gibt, teilte die Polizei bislang nicht mit. Im Laufe des Tages wollen die Ermittler weitere Informationen bekanntgeben.

Mannichl war am Samstag vor seinem Haus in Fürstenzell bei Passau vermutlich von einem Neonazi niedergestochen und schwer verletzt worden. Die Ermittler vermuten einen Racheakt, nachdem der 52 Jahre alte Beamte in der Vergangenheit immer wieder in Niederbayern gegen rechtsextremistische Gewalttäter vorgegangen war. Eine Sonderkommission fahndet gezielt in der rechten Szene nach dem Täter.

Nach Medieninformationen soll das festgenommene Ehepaar im Sommer bei der Beerdigung des Alt-Nazis Friedhelm Busse in Passau gewesen sein. Damals hatte es heftige Auseinandersetzungen zwischen der Passauer Polizei und rund 90 Neonazis gegeben. Der Bayerische Rundfunk berichtet, dass die befragte Ehefrau am Tattag auch in Mannichls Wohnort Fürstenzell mit einem Mann gesehen worden sein soll, auf den die Täterbeschreibung zutrifft.

Die Ermittler vermuten, dass der Anschlag auf Mannichl mit dem Polizeieinsatz während der Beerdigung zusammenhängt. Denn der Mann, der Mannichl überfallen hatte, soll bei dem Überfall zu dem Polizeidirektor gesagt haben: "Viele Grüße vom nationalen Widerstand, du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum."

Die Ermittlungen wegen versuchten Mordes führt eine inzwischen auf 50 Beamte erweiterte Sonderkommission. In ganz Bayern und Österreich wird nach einem 1,90 Meter großen, kahlköpfigen Mann mit kräftiger Statur gesucht. So hatte Mannichl den Messerstecher beschrieben. Der Polizeichef ist nach Angaben seiner Kollegen weiter auf dem Weg der Besserung.

Bereits am Wochenende waren zwei zunächst Verdächtige aus dem Raum Passau gefasst worden. Die 26 und 27 Jahre alten Männer hatten aber Alibis, zudem hatte Mannichl sie auf Fotos nicht als Täter identifizieren können.

stern-Aktion Seit Beginn der Aktion "Mut gegen rechte Gewalt" im Oktober 2000 sind mehr als 1 Million Euro an Spenden zusammengekommen. Damit werden Initiativen gegen Rassismus unterstützt und Vereine gefördert, die sich um Opfer und ausgestiegene Täter neonazistischer Gewalt kümmern. Auch Sie können mitmachen!

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
utospatz (18.12.2008, 18:33 Uhr)
Selbst wenn jemand
als Einzelperson ein Hakenkreuz auf der Stirn hat, erhält er bei Gründung einer Partei steuerzahlers Wahlkampfkostenpauschale!
Da Idioten niemals aussterben, das ist das doch toll!(Oh Herr was bin ich christlich, du lieber Gott bin ich sozial)! Jetzt ist die Welt kaputt, mein Konto auf den Cayman's übersteht es Allemal!
guinness.1 (18.12.2008, 15:37 Uhr)
Basiswissen zum Unterschied ...
... zwischen Beschuldigten und Zeugen:
Verdächtige erstmal als Zeugen zu bezeichnen hat den Hintergrund, daß Zeugen die Wahrheit sagen müssen, während Beschuldigte schweigen dürfen.
.
Kann man Zeugen nachweisen, daß sie gelogen haben, wandern sie in den Knast.
AchazIII. (17.12.2008, 15:31 Uhr)
Ganz Deutschland wird veräppelt.......
...und der STERN lässt sich wie alle anderen deutschen Medien vor den Karren spannen.
Der Kömodienstadel kommt nicht umsonst aus München.
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