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17. Dezember 2008, 22:10 Uhr

Haftbefehl gegen Ehepaar erlassen

Das nach der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl festgenommene Ehepaar soll nun doch an dem Anschlag beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl wegen Beihilfe zum versuchten Mord gegen die beiden. Die Fahnder veröffentlichten derweil eine konkrete Beschreibung des Haupttäters.

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Alois Mannichl im Klinikum Passau: Der Polizeidirektor befindet sich nach der Messerattacke weiter auf dem Weg der Besserung© Polizeipräsidium Niederbayern/Oberpfalz/DPA

Nach ersten Haftbefehlen im Fall des Neonazi- Attentats auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl wird weiter nach dem Täter gefahndet. Am Mittwochabend war ein Ehepaar aus München in Untersuchungshaft genommen worden, das am Dienstag zunächst vorläufig festgenommen worden war. Die Ermittler werfen dem 33-jährigen Mann und der 22-jährigen Frau Beihilfe zum versuchten Mord vor. Sie sollen den Täter bei dem Anschlag auf Mannichl unterstützt haben. Die Haftbefehle seien vom Amtsgericht Passau wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr erlassen worden, berichtete der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch.

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" gehört das inhaftierte Ehepaar zu den "Freien Nationalisten München", einem Ableger der gewaltbereiten "Autonomen Nationalisten". Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, beziffert das Netzwerk der Ultrarechten auf "bundesweit über 400 Anhänger". Diese Neonazis würden "Gewalt als probates Mittel zur politischen Auseinandersetzung" ansehen, sagte der BKA-Chef.

Staatsanwaltschaft und Polizei fahnden jetzt in einem bundesweiten Aufruf sowohl nach dem Täter wie auch nach einem weiteren Komplizen aus der Neonazi-Szene. Die 50-köpfige Sonderkommission hat aufgrund von Zeugenangaben detaillierte Beschreibungen der beiden glatzköpfigen Männer veröffentlicht. Sie sollen am Tattag in Fürstenzell bei Passau, dem Wohnort von Mannichl, gewesen sein.

Es wird vermutet, dass es sich bei dem Anschlag um einen Racheakt von Rechtsextremisten handelt, nachdem Mannichl in den vergangenen Monaten mehrfach gegen Neonazis vorgegangen war. Im Internet hatten Rechtsextremisten Verunglimpfungen über den Polizeidirektor veröffentlicht. Mannichl war am Samstag bei dem Attentat vor der Tür seines Reihenhauses schwer verletzt worden.

Bei dem Täter soll es sich um einen 25 bis 35 Jahre alten, etwa 1,90 Meter großen Mann handeln, der bayerischen oder österreichischen Dialekt spricht. Der Täter soll eine in der Skinheadszene übliche Bomberjacke getragen haben und im Halsbereich eine Tätowierung oder ein größeres Muttermal haben. Der gesuchte Helfer soll etwas älter sein und hinter dem linken Ohr ein Tattoo in Form einer grünen Schlange haben. Die Kriminalpolizei schließt aufgrund der Ähnlichkeit der Beschreibungen aber nicht aus, dass es sich letztlich nur um einen Mann handelt.

Ein weiterer Münchner, der am Mittwoch vorläufig festgenommen wurde, ist wieder freigelassen worden. Der Mann sei als Zeuge vernommen worden, habe sich aber zunächst geweigert, Angaben zu machen, begründeten die Ermittler die vorübergehende Festnahme.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
keinheiliger (20.12.2008, 07:19 Uhr)
@UR63
Das mit der Uhrzeit ist eine feine Sache, sie gilt aber nur dort, wo sie auch leben.
Schon mal ueber die fuer sie kaum fassbare Moeglichkeit von kontinentalen Zeitunterschieden nachgedacht?
Auch wenn sie die ferne Welt nur aus dem Fernsehen kennnen, sie dreht sich doch, und das fuehrt bekanntlich zu diesen Phaenomen.
Ich glaube, ich muss das nicht weiter erklaeren, aber schade, das sie ansonsten nichts Wesentliches zu meinem Kommentar beitragen konnten.
Nebenbei, fuer einen Weltverbesserer fuehle ich mich schon ein bisschen zu alt. MfG
UR63 (19.12.2008, 21:11 Uhr)
@pamela
Ich sag nur Griechenland!
Drei gezielte Schüße in die Brust!
Pamela fragen und siegen lernen!
Aber rettung ist nah!
Es gibt Phantom Bilder!
Von hinten!Toll!
Der Schwerverletzte!ist nach 6 Tagen schon wieder quicklebendig!
Gute Besserung!
manny052 (19.12.2008, 17:35 Uhr)
Wer provoziert
muss damit rechnen daß etwas passieren kann. Alleine daß man ein Grab wieder öffnet um eine Fahne herauszuholen, ist schon ein starkes Stück. Damit will ich diesen Anschlag keinesfalls gutheissen. Gewalt war noch nie eine Lösung.
Pamela_1971 (19.12.2008, 14:11 Uhr)
Georges13437
Meine Güte *sichandenkopflang*... ich habe Ihnen nun eine Auflistung des STERN - nota bene: jener Seite, auf der Sie hier schreiben! - genannt, auf der rund 130 Fälle rechtsextremer und rassistisch motivierter Gewalt seit 1990 aufgeführt sind... mit allen wichtigen Details: mit Tatort, kurzer Darstellung des Tathergangs, Informationen zur politischen Gesinnung der TäterInnen (z.T. sogar Partei-/Organisationszugehörigkeit!), Datum der Tat und sogar mit dem Namen (!) des jeweiligen Opfers - mehr als genug (schreckliche) Details also, um jeden einzelnen dieser Fälle auch nochmal im Internet genauer nachzulesen usw.
.
Wer angesichts dieser geradezu unüberschaubaren Flut von Fakten noch immer nach "mehr Beweisen" verlangt, WILL in Wirklichkeit gar nicht sehen und zur Kenntnis nehmen, was da in aller (grausigen) Deutlichkeit vor ihm/ihr liegt!
UR63 (19.12.2008, 10:57 Uhr)
Keinheiliger postet nachts
3.42 Uhr!
Der Weltverbesserer hat ja genug Zeit!
Am Tag wird halt ausgeschlafen!
keinheiliger (19.12.2008, 03:42 Uhr)
@Georges13437 und eltalein
Sagen sie mal, koennen sie nicht, wollen sie nicht oder duerfen sie nicht verstehen. Der Stern selbst hat diese Zahlen veroeffentlicht oder ist der Stern ein “Linksportal“, geschweige denn ein Sprachrohr der linksautonomen Szene?
Mir ist allerdings ziemlich klar, dass eine tiefbraune Geisteshaltung zur Aufnahme bestehender Fakten ein ziemliches Hindernis sein kann.
Es laesst sich schon allein daran erkennen, dass die Festnahme eines Kriminellen, der dabei zum Messer greift und einen Polizisten verletzt, mit dem feigen Mordversuch, auf ein und dieselbe Stufe gestellt wird.
Eigentlich ist es vollkommen sinnlos darueber zu diskutieren, weil es zwei Paar Schuhe sind. Allerdings, die Hoffnung stirbt zuletzt.........
Wenn ich aber dann auch noch den Kommentar von Forist eltalein lesen darf, der auch zur den unverbesserlichen Lesern eines Blattes gehoeren muss, das ihm staendig erklaert, dass linke Demonstranten grundsaetzlich gewalttaetig sind und er von daher zur der Erkenntnis gelangt, dass die Aufmaersche der Rechten friedlich seien,
nun, da scheint dann wohl Hopfen und Malz verloren.......
Fuer die missglueckte Schreibweise von “Linksratikal“, duerfte vermutlich sein saechsischer Dialekt verantwortlich gewesen sein, aber sind da nicht die ganzen “Rechtsratikalen“????
Unter diesem Link : http://de.youtube.com/watch?v=vg7ieY0v8pY, ist in etwa die friedliche Haltung eines durchschnittlichen Rechtsaussen anschaulich dargestellt ;-)))
MfG
Georges13437 (19.12.2008, 00:40 Uhr)
Wie ich schon schrieb,
keine Infos durch Internetportale, wenn es um Beweise bezüglich der angegebenen Todeszahlen geht. Ihre Linken Portale können sie sich an den Tannenbaum hängen, nein wäre auch falsch, denn dann wäre das Weihnachtsfest versaut. Vielleicht können sie ja Beweise von staatlicher Seite anführen. Wenn man etwas behauptet sollte dieses schon möglich sein. Dann bin ich ja mal gespannt.
Georges
Pamela_1971 (18.12.2008, 18:46 Uhr)
Georges
Man muss gar nicht zu anderen Zeitungen (Rheinzeitung etc.) verlinken - der Stern selbst hat alle (nachgewiesenen) Todesopfer von Nazi-Gewalt seit 1990 in Deutschland aufgeführt: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer/
.
Und das sind allein die Opfer der Neonazis in Deutschland. Und das auch nur seit 1990! Rechnet man das mal auf alle europäischen Staaten (wo die Naziszene z.T. noch viel gewalttätiger ist, wie z.B. in Russland) hoch, kommt man da schnell auf Zahlen, die es einem eiskalt den Rücken herunter laufen lassen...
.
"Seit der Wiedervereinigung sind mehr als 100 Menschen durch Rechte ums Leben gekommen, die Dummheit scheint keine Grenzen mehr zu kennen, wenn man so etwas behauptet."
.
=> Hm. Die "Dummheit" scheint wohl eher "keine Grenzen mehr zu kennen", wenn man so etwas - allen offenkundigen und allgemein bekannten Tatsachen zum Trotz - einfach leugnet.
bibi_37 (18.12.2008, 17:57 Uhr)
@Georges13437
Laut der rheinischen Zeitung gab es seit 1999 mindestens 136 Todesopfer rechter Gewalt: rhein-zeitung.de/on/08/12/18/video/t/rzo513097.html
Dumm ist wer dies leugnet.
Georges13437 (18.12.2008, 17:39 Uhr)
Es ist schon erstaunlich,
was hier wieder für Zahlen herumgeworfen werden.
Seit der Wiedervereinigung sind mehr als 100 Menschen durch Rechte ums Leben gekommen, die Dummheit scheint keine Grenzen mehr zu kennen, wenn man so etwas behauptet. Dann möchte ich bitte einen Link, wo ich den Beweis dieser Behauptung finde. Bitte aber keine Website einer Linksautonomen Gruppe.
Georges
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