. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. August 2007, 08:39 Uhr

Kritik an Ermittlungen gegen Journalisten

Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften gegen 17 Journalisten, die aus vertraulichen Papieren des BND-Untersuchungsausschuss zitiert haben sollen. FDP-Politiker Stadler sagt, mit den Verfahren sei man "über das Ziel hinausgeschossen".

Max Stadler (FDP), Mitglied des BND-Untersuchungsausschusses© Marcus Brandt/ddp

FDP und Grüne haben die Ermittlungsverfahren gegen Journalisten kritisiert. Der FDP-Obmann im BND-Untersuchungsausschuss, Max Stadler, sagte am Freitag, man sei "über das Ziel hinausgeschossen". Auch der Grünen-Abgeordnete kritisierte die Ermittlungen. Den Journalisten wird Geheimnisverrat vorgeworfen.

Laut ARD ermittelt die Justiz gegen 17 Journalisten wegen des Vorwurfs, sie hätten aus vertraulichen und geheimen Akten des BND-Untersuchungsausschusses des Bundestages zitiert. Der Ausschuss befasst sich mit den Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und anderer deutscher Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus. Bereits Anfang des Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen drei Journalisten des stern sowie einen Journalisten der "Fincancial Times Deutschland" ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei ging es um Artikel über den von der CIA verschleppten und später wieder freigelassenen Deutsch-Libanesen Khaled El Masri. Die Ermittlungen laufen derzeit noch.

Stadler fordert Klarstellung

Stadler sagte im Bayerischen Rundfunk (BR), die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften seien eine massive Behinderung der journalistischen Arbeit. Wer als geheim eingestufte Information an Journalisten weitergebe, mache sich zweifellos strafbar. "Dass solche Informationen von Journalisten verwendet werden, gehört aber meiner Meinung nach zu ihrer Aufgabe und sie haben die Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren." Eine Beihilfe zum Geheimnisverrat sei das nicht. "Der Gesetzgeber ist jetzt gefordert, eine Klarstellung im Gesetzbuch zu Gunsten der Pressefreiheit vorzunehmen."

"Frankfurter Rundschau"-Chefredakteur Vorkötter sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Ich halte es für ein Ding der Unmöglichkeit, dass journalistische Recherche flächendeckend mit juristischen Sanktionen bedroht wird." "Journalisten leisten hier keine Beihilfe zum Geheimnisverrat. Sie leisten Beihilfe zur Aufklärung einer Affäre."

Lammert und Kauder

Nach ARD- Angaben ermitteln die Staatsanwaltschaften in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt am Main. Die Ermittlungen erfolgen laut Berliner Staatsanwaltschaft auf Anzeige von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Angestoßen wurden sie nach ARD-Informationen von Ausschusschef Siegfried Kauder (CDU).

 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
rockdino (05.08.2007, 18:25 Uhr)
Bedenkliche Tendenzen!
Maulkorb für die Presse, lückenlose Überwachung der Bürger, "Vorbeugehaft" für Menschen, die vielleicht einmal eine Straftat begehen könnten. Wohin das führen kann, hat Deutschland schon einmal erlebt. Wehret den Anfängen!
stehar67 (03.08.2007, 11:23 Uhr)
Tja dieses Land...
irgendwie passt das schon alles in die Geschichte des Landes... Mehr Überwachung ist Teil 1. Teil 2: man muss Journaisten mundtot machen. Teil 3 ist dann wohl ein Ermächtigungsgesetz. ist schon in Ordnung so.. Wir haben es wohl verdient.
atride (03.08.2007, 10:42 Uhr)
diese republik
wird gerade umgebaut. schäuble & co. bauen an der neuen bundesrepublik, die einem kaum noch luft zum atmen läßt. viele bürger haben längst "innerlich gekündigt" und ziehen sich sowohl demokratisch als auch zb. bei steuerangelegenheiten zurück, weil immer mehr die akzeptanz fehlt. der staat will immer mehr kontrolle - ein teufelskreis...
Tucek (03.08.2007, 10:41 Uhr)
Quo vadis?
Grosso modo lässt sich vermuten, dass der Untersuchungsausschuss bis daot kein Ergebnis produzierte, das der Allgemeinheit nützt, sonst wäre ja nicht so peinlich genau darauf zu achten, was davon publiziert würde. Im Vergleich zu anderen Ländern ist es mit der Pressefreiheit in der BRD ohnehin (noch) nicht allzuweit her. Nach dem von Cicero erstrittenen BGH-Urteil fragt man sich, ob einige Dünnbrettbohrer, die z.B. annahmen, bei Siemens seien ein paar Millionen weg doch lieber auf die Suche nach dem Rest machten.
tagora-sagittara (03.08.2007, 10:22 Uhr)
Wenn deutsche Politiker...
Scheiße bau`n ist es eines jeden Bürgers Recht davon zu erfahren.
Und da gestehe ich jedem Journalisten das Recht zu, die Informationen zu beschaffen und zu veröffentlichen,... das ist schließlich sein Job!!
oscarherz (03.08.2007, 10:07 Uhr)
Richtiger Vorgang
Es ist richtig, wenn im Rahmen dieser Anzeige ermittelt wird,inwieweit Journalisten Informationen sammeln dürfen.Es ist kein Staatsgeheimnis, daß die Quellen dieser Nachrichten keine Idealisten sind. Auch läßt sich so mancher Journalist sich Nachrichten etwas kosten.Die Pressefreiheit hebelt das Strafgesetzbuch nicht aus.Deshalb sollten die Grenzen der Pressefreiheit im umstrittenen Raum stetig überprüft werden. Das Gejammere der Journaille ist dabei kein Hindernis.
ak95630 (03.08.2007, 09:51 Uhr)
Falsche Adresse
Dass Herr Lammert die Staatsanwaltschaft auf die Presse `hetzt', ist schon ziemlich übel. Offensichtlich at er nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass die Herren Politiker hier anzuklagen sind, die diese Informationen weiter gegeben haben. Da muß die Staatsanwaltschaft eigentlich auch drauf kommen, sonst macht dsie sich selbst der Strafvereitelung schuldig.
MEHR ZUM ARTIKEL
Fall Kurnaz Schily entlastet Genosse Steinmeier

Amtshilfe bei der SPD: Ex-Minister Schily hat im Untersuchungsausschuss die politische Verantwortung für den Fall Kurnaz übernommen und damit den amtierenden Außenminister und Genossen Steinmeier entlastet. Auch Steinmeier muss heute vor den Ausschuss treten. mehr...

Fall Kurnaz Kälte, Schlafentzug, Schläge

Der Deutsch-Türke Murat Kurnaz hat vor dem BND-Untersuchungsausschuss geschildert, wie er von Amerikanern gefoltert wurde - mit Schlafentzug, Kälte oder auch simpler Gewalt. Kurnaz identifizierte auch deutsche Geheimdienstmitarbeiter, die ihn verhört haben sollen. mehr...

Entführungsfall Khafagy Droht Steinmeier neues Ungemach?

Der BND-Untersuchungsausschuss soll den vom stern aufgedeckten Entführungsfall um den Münchner Ägypter Abdel Halim Khafagy behandeln. So will es die Opposition. Droht Außenminister Frank-Walter Steinmeier ein zweiter Fall "Kurnaz"? mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe