. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
16. Juli 2009, 13:25 Uhr

Anti-Alkohol-Unterricht soll Schüler aufklären

"Gesundes Leben" als Pflichtfach in allen Schulen: Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing will mit einem solchen Unterricht erreichen, dass Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol lernen. Unterstützt wird sie vom Städte- und Gemeindebund, der außerdem Verkaufsverbote für Alkohol fordert.

Bätzing, Alkohol, Jugendliche, Schüler, Anti-Alkohol-Unterricht, Komasaufen, Alkoholverhaftung

Die Kommunen werfen den Krankenkassen vor, zu wenig Geld für Alkoholprävention bei Jugendlichen auszugeben© Michael Gottschalk/DDP

Flächendeckender Schulunterricht für gesundes Leben soll nach dem Willen der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) den Alkoholmissbrauch vieler Jugendlicher eindämmen. Mehr als 23.000 Kinder und Jugendliche jährlich kamen der jüngsten Erhebung zufolge im Alkohol-Koma ins Krankenhaus.

Bätzing schlug ein Schulfach für mehr Lebenskompetenz, Stressbewältigung, Alkoholvorbeugung und gesunde Ernährung vor. "Wir können so etwas beginnen in den Schulen, es gibt solche Programme bereits für Kindergärten", sagte die Drogenbeauftragte am Donnerstag in Berlin. "Ziel wäre es, dass alle Kinder in den Genuss der Präventionsarbeit kommen." Bätzing führte Vorbilder für Suchtvorbeugung im Unterricht an. Im Schuljahr 2008/09 nahmen zum Beispiel über 325.000 Kinder aus 13.900 Grundschulklassen bundesweit an dem Projekt "Klasse2000" teil. Lehrer und Gesundheitstrainer von außen bereiten Schüler dabei auf ein möglichst drogen- und alkoholfreies Leben vor.

Bei Lehrerausbildung ansetzen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützte Bätzings Forderung, die Alkoholaufklärung in den Schulen zu verankern. "Wenn die Elternhäuser das offenbar nicht mehr leisten können, muss der Staat das teilweise übernehmen", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg. Allerdings legt der Gemeindebund die Priorität auf die Lehrerausbildung: Zunächst müsse den Lehrern der Umgang mit Drogen- und Alkoholmissbrauch bei Schülern beigebracht werden, so Landsberg. "Fragen Sie doch mal einen Gymnasiallehrer, ob er jemals in seiner Ausbildung gelernt hat: Wie gehe ich mit Drogenkonsum um? Wie gehe ich mit Alkoholkonsum um?" Auch Bätzing sieht das als Herausforderung für die Lehrer. Sie rief die zuständigen Bundesländer dazu auf, Voraussetzungen zu schaffen. "Man kann den Lehrern das nicht obendrauf drücken", sagte sie.

Bätzing und Landsberg zeichneten ein dramatisches Bild. "Das Ziel vieler Jugendlicher ist es, schnellstmöglich einen Rauschzustand zu erlangen mit möglichst billigem Alkohol", sagte die SPD-Politikerin. Immer mehr Mädchen betränken sich. "Das Problem verschärft sich", sagte Landsberg. Junge Menschen steuerten auf "lebenslang Hartz IV" zu, sagte der Ex-Richter. Massiv griff Landsberg die gesetzlichen Krankenkassen an. Sie gäben nur 18 Cent pro Jahr und Versicherten für Alkoholprävention aus - viel zu wenig, wie er meint.

Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr

In einem Positionspapier unterstützt der Städte- und Gemeindebund Vorschläge, "den Verkauf von Alkohol an Tankstellen, Kiosken und Supermärkten nach 22 Uhr bis 5 Uhr morgens zu verbieten". Als erstes Land will Baden-Württemberg das Verbot zum Jahreswechsel gegen massive Proteste von Tankstellenpächtern einführen. Andere Länder sollten das nachahmen. Landsberg räumte gleichwohl "eine gewisse Hilflosigkeit" ein, die aus solchen Verboten spreche. Vorbeugung sei besser. Mit Unverständnis reagierte Landsberg darauf, dass es nicht mehr Testkäufe etwa durch jugendlichen Polizeischüler gebe. Das Verbot des Schnaps-Verkaufs an Jugendliche müsse durchgesetzt werden.

Alkoholmissbrauch ist Bundesregierung und Kommunen zufolge auch eine Folge sozialer Verwerfungen und knapper werdender öffentlicher Mittel. Landsberg forderte deshalb mehr finanziellen Freiraum für Anti-Alkohol-Programme in den Kommunen. Deren Etat werde oft fast vollständig für die gesetzlichen Pflichtaufgaben aufgezehrt. Der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit verschärfe die Lage. Bätzing warnte vor wegbrechenden Angeboten für Jugendliche. "Wenn sie vor Ort kein Jugendzentrum, keine Freizeiteinrichtung mehr haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie mit einem Sixpack zum Bushäuschen gehen."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Evil-King (17.07.2009, 07:41 Uhr)
Drogenbeauftragte?
Wenn ich mir so nen Schwachsinn durchlese, legt sich mir der Begriff Drogenbeauftragte bei Frau Bätzing irgendwie völlig neu aus...
Scheint mir als würde sie eher über Drogen beraten statt dagegen.
Friedman meets Bätzing. Prost.
pitiplatsch (17.07.2009, 06:24 Uhr)
Wenn man sieht
wie verlogen die Politiker sind dann bleibt einem fast nur sich zuschütten. Bankenmanager die Total versagt haben, wo rumgetönt wurde nur noch 500 000 € Jahresgehalt, dann erfährt man das diese Totalversager fast 3 000 000 Millionen Gehalt bekommen da soll noch irgendjemand an diese Politiker glauben ?? Dieses Gesogse von CDU und SPD gehört zum Teufe gejagt.
Countryjoe (16.07.2009, 17:45 Uhr)
Satire wird Realität
Der Schulpsychologe aus South Park sollte dann aber schon eingeladen werden: "Alkohol ist schlecht! mmkay"
Wie weltfremd ist die Frau Bätzing eigentlich?
MisterBrezeldent (16.07.2009, 16:59 Uhr)
Drogenberatung ...
Kein Wunder, dass wir eine Drogenberatung brauchen. Bei der Vielzahl an il-/legalen Rauschmitteln weiss man ja schon gar nicht mehr, was man alles so nehmen muss am Tag, und was gut miteinander geht, gell.
Ramazotti (16.07.2009, 16:43 Uhr)
Mal nachsehen wie's
in anderen Laendern mit deartiger Information und Gesetzen aussieht.
Bestes Beispiel USA. Da saufen, bummsen und kiffen die Teenager wie die Wilden. Dazu dann der "Teenie Underground" wo Zigaretten, Alkohol usw. zu erhoehten Preisen verkauft werden. Verbote laden Kriminalitaet ein. Der Staat soll sich da raushalten und Eltern fuer die Aufbringung ihrer Brut verantwortlich machen. Man muss zugeben, dass man mit den Auswuechsen der "modernen Gesellschaft" nicht mehr fertig wird.
Hoert sich so an wie einer in einem Boot, das durch ein Loch im Rumpf Wasser einlaesst, der dann noch ein Loch bohrt damit das Wasser ablaufen kann.
sportartmakler (16.07.2009, 16:07 Uhr)
im wahlfischblog ist das thema auch enthalten
dort kann man sogar nachlesen dass die zahlen in den verschiedenen altergruppen rückläufig sind, steht sogar im drogenbericht der bätzing so drin. wie kommt man bei positiven tendenzen auf den gedanken ein alkoholverkaufsverbot zw. 22 u 5uhr zu fordern und ein unterrichtsfach auf dessen lehrplan ich echt gespannt wäre?
sportartmakler (16.07.2009, 15:41 Uhr)
wie kann man eigentlich
den umgang mit alkohol in einem unterrichtsfach "lehren", frau bätzing? mal bitte neben der sonstigen üblichen schwafelei von politikern den hinweis geben WIE? sollen die schüler nun ein paar kurze "leeren"? oder soll mit bösen bildchen und medizinischen studien und "dududu" alkohol "schlecht geredet" werden? wie reagiern viele menschen ( besonders in jüngeren jahren ) auf verpönte / illegale dinge???
und weil solche wunschvorstellungen v politikern am besten mit verboten zu erreichen sind...., unterbinden wir doch gleich alkoholverkauf zw. 22 und 5 uhr? eine weitere gängelung der bevölkerung die immer mehr entmündigt wird. neben solchen politclowns gibts dann traurigerweise auch noch leute die klatschen und fragen wo sie sich denn anleinen dürfen.
islaender (16.07.2009, 15:25 Uhr)
Wenn Politik
die wirklichkeit trifft, kommt sowas dabei heraus.
butcher99 (16.07.2009, 15:05 Uhr)
ein neues Beispiel
für ein Kind der Krise und gruppendynamischer Innovationsbesoffenheit, haben Politiker jeden Bezug zur Realität verloren?
Bebuquin (16.07.2009, 15:03 Uhr)
@hamburg123
´"Super Idee
Die Jugend aufklären....super Idee. Hat auch im Biologieunterricht mit der Sexualkunde super geklappt. Da haben die Jugendlichen natürlich auch sofort alles ausprobiert. Was ein Schwachsinn...."
--> Schön wärs, wenn die Jugendlichen im Sexualkundeunterricht richtig aufgeklärt werden. Größtenteils geht es doch nur um Verhütung und Krankheiten.
MEHR ZUM ARTIKEL
Tod nach Alkoholmissbrauch Wo er war, sollte Party sein

Ein deutscher Schüler starb nach einem Trinkgelage im türkischen Kemer. Zwei Mitschüler schweben in Lebensgefahr. Schuld war Wodka, der mit hochkonzentriertem Alkohol versetzt war, wie er in Duftwassern zu finden ist. Kein Einzelfall in der türkischen Partyszene. Allein 2008 starben dort über 20 Menschen, nachdem sie minderwertigen Schnaps getrunken hatten. mehr...

Bayern Sturzbesoffene Kinder in Klinik eingeliefert

In Bayern sind zwei Kinder völlig betrunken in Krankenhäuser gebracht worden. In Landshut wurde ein elfjähriges Mädchen von Polizisten bewusstlos und mit deutlich mehr als zwei Promille unter einer Brücke entdeckt. Ein zwölfjähriger Junge leerte mit Freunden zwei Flaschen Wodka. Resultat: 1,8 Promille und eine Alkoholvergiftung. mehr...

Medizin und Psychologie Wege aus der Sucht

Alkohol, Nikotin, Drogen, Glücksspiel - Millionen Deutsche sind süchtig. Wie aus einer Gewohnheit eine Abhängigkeit wird - und wie Süchtige den Teufelskreis wieder durchbrechen können. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe