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20. März 2010, 16:50 Uhr

BA-Chef warnt vor Zunahme befristeter Jobs

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat vor der Ausweitung befristeter Jobs gewarnt. Die Zunahme befristeter Jobs verhindere, dass die Menschen ihr Leben planen können und schade auch der Wirtschaft.

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BA-Chef Frank-Jürgen Weise hält nichts von der Ausweitung befristeter Arbeitsverträge© Christof Stache/AP

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat vor der Ausweitung befristeter Jobs gewarnt. Wenn dies zum Standard werde, sei das "für die Entwicklung unserer Gesellschaft verheerend", sagte Weise der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) drohte derweil gesetzliche Regelungen im Bereich der Leiharbeit an, um so Missbrauch zu verhindern.

Auf Dauer sei das keine gute Entwicklung, sagte Weise zu der Zunahme von Kurzzeit-Jobs. Die Menschen wollten und sollten ihr Leben planen, und die Firmen sollten interessiert sein, qualifizierte Kräfte zu halten. Grund für die derzeitige Zurückhaltung der Arbeitgeber sei die schlechte Wirtschaftslage. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist bei Neueinstellungen inzwischen fast jeder zweite Job befristet. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant zudem eine erleichterte Befristung von Arbeitsverträgen.

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verteidigte diese Pläne. Viele Studenten hätten Ferienjobs gemacht, die verhinderten, dass sie nach dem Studium von der Firma befristet eingestellt würden, sagte Laumann den Dortmunder "Ruhr-Nachrichten". "Das wollen wir ändern - und nur diesen Punkt." Er zeigte sich zugleich überzeugt, dass die großen Firmen fast nur noch mit befristeten Verträgen einstellten. Die Entwicklung hin zur Befristung sei unbefriedigend, aber beim Berufseinstieg ein geringeres Problem. Die meisten Verträge würden später in zeitlich unbegrenzte umgewandelt.

Von der Leyen fordert Kampf gegen Missbrauch bei Leiharbeit

Arbeitsministerin von der Leyen forderte derweil Arbeitgeber und Gewerkschaften auf, den Missbrauch bei der Leiharbeit rasch zu unterbinden. Andernfalls will sie gesetzliche Regelungen schaffen. "Wenn die Branche nicht schnell die Kraft aufbringt, das eigenständig und schnell zu regeln, werden wir einen Riegel vorschieben", sagte die Ministerin dem "Spiegel". Insbesondere soll künftig unterbunden werden, dass Firmen ihre Stammbelegschaften entlassen und danach als Leiharbeiter wieder einsetzen.

Zudem könne es nicht sein, dass Leiharbeiter für dieselbe Arbeit dauerhaft schlechter entlohnt würden als fest angestellte Arbeitnehmer, sagte von der Leyen. In beiden Fällen müssten die Tarifparteien bald eine befriedigende Lösung finden, sonst werde der Gesetzgeber aktiv. Sie rechne da "nicht in Monaten, sondern eher in Wochen."

AFP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Prologo (21.03.2010, 14:51 Uhr)
Wo sind eigentlich unsere Gewerkschaften??

Was tun sie gegen,

Leiharbeiter,
Niedriglohn,
Ausbeuter,
Lohndumping,
Hartz IV Aufstockung?

Oder ws tun sie für den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn??

Gar nichts, rein gar nichts! Die Gewerkschaften sind den Namen nicht mehr wert, denn sie schauen seit 10 Jahren diesem menschenunwürdigen Treiben zu!

Alle sollen aus den Gewerkschaften austreten, dann tut sich wieder was.

MfG,
T.
ganzbaf (21.03.2010, 12:17 Uhr)
Eine "Binsenweisheit"...

gelassen ausgesprochen.
In was für einem Miststaat leben wir eigentlich, das man solche Selbstverständlichkeiten überhaupt in den Mund nehmen muß...??
Acco21 (21.03.2010, 11:16 Uhr)
@franzjosefalbert
Das ist doch garnicht von der Politik und der Lobby-Partei so gewollt.
Es ist doch für die Lobby viel besser, mit unterbezahlen Leiharbeiter dicke Gewinne zu erziehen.
franzjosefalbert (21.03.2010, 10:00 Uhr)
Leiharbeit teurer machen
In manchen Ländern muss bei Leiharbeit der Lohn zugrunde gelegt werden, der für die entsprechende Arbeit im Tarifvertrag steht plus einem prozentualen Aufschlag. Dieser Aufschlag sorgt dafür, dass nicht unnötig Leiharbeiter anstatt Dauerkräften eingesetzt werden!
brigitteramsau (21.03.2010, 00:15 Uhr)
Die Tageloehner Parteien werden auch noch diese Befristing aufheben.
Das Kuendigungsschutz Gesetz muss aufgeweicht werden um Arbeitsplaetze zu schaffen. Die Loehne muessen gesenkt werden um Arbeitsplaetze zu schaffen. Die Arbeitsplaetze muessen nach China verlagert werden um Arbeitsplaetze zu schaffen.

Wenn das Volk, die Mehrheit ist immer noch abhaengig beschaeftigt, das so will, dann muss es auch die Konsequenzen tragen.

Waehlt die Linke und andere Alternativen, nicht die NPD oder andere rechtsradikale Parteien, die sind naemlich schon lange im Bundestag durch die CDU/CSU/FDP/Gruenen/SPD present.
knilch_59 (20.03.2010, 21:02 Uhr)
Wenn ich
einem Löwen eine Gazelle in den Käfig sperre, wird der sofort Vegetarier.
.
Und wenn ich die Befristung von Arbeitsverträgen erleichtere, bekomme ich sofort mehr unbefristete Arbeitsplätze.
.
Und wenn ich sage, dass ich Leiharbeit doof finde, bekomme ich sofort in ganz Deutschland einen Mindestlohn.
.
Logisch? Für CDU-Anhänger ja!
Onzapintada (20.03.2010, 20:39 Uhr)
Schoen,
. . . dass sich unsere neoliberale Elite fuer das Volk einsetzt.
Acco21 (20.03.2010, 19:19 Uhr)
Das weiß man doch schon lange
In den Unternehmen werden doch gern Zeitverträge gemacht.
Da kann man schön Geld mit machen.
Und wenn die Politik das erst jetzt merkt, dann kann man mal sehen, wie weit die von der Wirklichheit in DE und der Arbeitenden Bevölkerung zu tun hat
kinderhort (20.03.2010, 18:55 Uhr)
Spätzünder
Das man die Auswirkungen dieser Arbeitsgesetze erst jetzt erkennt zeigt mir wie wenig unsere Politiker von der Wirklichkeit
verstehen und es wird nur von Änderungen geredet aber nicht gehandelt.
Also geht es wie gehabt weiter,
in der Bananenrepublik.
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