. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
18. Mai 2010, 09:20 Uhr

Merkel und Schäuble angeblich über Sparkurs einig

Sparen ja, aber nicht nach der Rasenmähermethode. Darauf hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar mit Finanzminister Wolfgang Schäuble als Generalkurs zur Haushaltskonsolidierung verständigt. Ökonomen suchen derweil nach Einnahmequellen - und schlagen eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer vor.

Sparkurs, Merkle, Schäuble, Maut, Mehrwertsteuer

Der Bund muss die Euros zusammenhalten - Kanzlerin und Finanzminister haben sich geeinigt, wie das zu schaffen ist© Marc Müller/DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) haben sich einem Bericht zufolge auf Grundzüge eines Sparprogramms zur Haushaltskonsolidierung verständigt. Gespart werden soll im Haushalt 2011 demnach vor allem durch die Streichung steuerlicher Vergünstigungen sowie durch globale Minderausgaben in den Einzeletats der Ministerien, berichtet das "Handelsblatt". Dort gebe es noch Luft, zitierte die Zeitung Regierungskreise. Dies gelte besonders für die Verkehrsausgaben. Zahlreiche Ausnahme-Etatbestände sollten auf ihren Nutzen überprüft und gegebenenfalls gestrichen werden, heißt es in dem Bericht weiter.

Keine Einsparungen solle es dagegen beim Zuschuss für die Rentenkassen oder bei den Leistungen für Arbeitslose geben. Dies habe Merkel in dem Gespräch am Sonntagabend klargemacht, an dem neben ihr und Schäuble nur Haushaltsstaatssekretär Werner Gatzer teilgenommen habe. Bei allen Sparvorschlägen solle auf ihre Bedeutung für das Wirtschaftswachstum geachtet werden. Es solle nicht nach der Rasenmähermethode gespart werden. Schäuble überlege, seinen Minister-Kollegen konkrete Vorgaben für die Einsparsummen in den einzelnen Ressorts zu machen, berichtete die Zeitung weiter. Diese Verschärfung seines internen Sparkurses habe er mit Merkel abgesprochen.

Union bringt Pkw-Maut ins Gespräch

Zuvor waren auf der Suche nach neuen Finanzierungsquellen für die Milliardenlöcher im Haushalt in der Union erneut Forderungen nach der bislang strikt abgelehnten Pkw-Maut aufgekommen. Die Pkw-Maut könne in den nächsten Jahren dazu beitragen, die überforderten öffentlichen Haushalte zu sanieren, sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Barthle, der "Rheinischen Post". In der Fraktionsspitze würden die Haushaltspolitiker mit diesem Vorschlag offene Türen einrennen, hieß es in Unionskreisen.

Barthle kündigte an, er werde sich in den Haushaltsberatungen für die Einführung einer solchen Straßennutzungsgebühr einsetzen - ob als kilometerabhängige Pkw-Maut oder elektronische Auto-Vignette. Bisher hatte insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) immer wieder hochkommende Maut-Diskussionen zurückgewiesen.

Merkel hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass innerhalb von vier Wochen Entscheidungen zum Sparkurs fallen sollen. Als Tabus nannte sie geplante Ausgaben für Bildung und Kindererziehung und die Anerkennung von Erziehungszeiten bei der Rente.

Kochs Sparvorschlag eine "wunderliche Idee"

Die Forderungen von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach Einsparungen bei Bildung und Familie sorgen in der eigenen Partei weiterhin für Widerstand. "An Bildung und Ausbildung gehen zu wollen, ist in diesen Tagen schon bemerkenswert und eine wunderliche Idee", sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Montagabend in der ARD-Sendung "Beckmann". "Ich glaube, es ist sich jeder einig, dass man für die Zukunft unser Kinder sparen soll ­ aber nicht an unseren Kindern."

Auch der Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, wies Kochs Forderungen nach Kürzungen bei Bildung zurück. "Alle Leistungen des Bundes müssen auf den Prüfstand", sagte Müller. Aber: "Sparen an Bildung heißt Sparen an der Zukunft", sagte Müller. "Bei allen anderen Bereichen halte ich Kürzungen nach der Rasenmäher-Methode für möglich. Da darf es keine Tabus für Kürzungen geben, auch nicht in der Arbeitsmarktpolitik."

DIW-Chef will Mehrwertsteuer auf 25 Prozent erhöhen

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hat mit Blick auf die Staatsverschuldung unterdessen eine deutliche Erhöhung der Mehrwertsteuer ins Gespräch gebracht. "Eine Erhöhung des Normalsatz von 19 Prozent auf 25 Prozent brächte jedenfalls dauerhaft über 50 Milliarden Euro Einnahmen", sagte er der "Thüringer Allgemeinen". Das sei der Betrag, "der mindestens benötigt wird, um das strukturelle Defizit der öffentlichen Haushalte, das auch bei passabler Konjunkturentwicklung bleibt, zu decken", sagte der Institutsleiter. Die Mehrwertsteuer sei einfach zu erheben und ergiebig.

"Ohne Steuererhöhungen wird es kaum gehen", sagte Zimmermann. Er schlug auch vor, den soeben erst eingeführten niedrigeren Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen wieder rückgängig zu machen. "Das ist lediglich eine Vergünstigung für Hoteliers, von der keinerlei positive wirtschaftliche Impulse ausgehen." Der DIW-Chef brachte zudem eine Anhebung vermögensbezogener Steuern ins Gespräch.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 47)
 
tannebaum (18.05.2010, 20:25 Uhr)
@prologo
http://www.focus.de/finanzen/steuern/steuerpolitik-reiz-des-reichtums_aid_400698.html

lesen, bilden und kein mist plappern...
tannebaum (18.05.2010, 20:19 Uhr)
tja, freunde des verteilens...
...sieht so aus, als wären die kassen leer. und die politik brauchte über zehn jahre, um das zu beichten.

alle anderen haben es längst gewusst.
Prologo (18.05.2010, 18:49 Uhr)
@Kippi, Mensch, wo schaufelt Merkel denn ihr Grab,....

.....dann fahren wir alle hin und schaufeln mit, damit es nicht mehr so lange dauert, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Mutti auch noch schaufeln kann, oder?
Kippi (18.05.2010, 18:46 Uhr)
@prologo
Prologo trifft mit seiner Aussage den Nagel auf d. Kopf - Bravo !!!
Kippi (18.05.2010, 18:44 Uhr)
Kanzlerin Merkel schaufelt poliotisch ihr eigenes Grab
wenn Merkel jetzt doch noch die von ihr immer wieder bestrittene Einführung der PKW-Maut durchzieht, schaufel sie sich damit entdgültig ihr politisches Grab !!!
rockyciano (18.05.2010, 18:09 Uhr)
Koch widersetzt
sich der Kanzlerin und hat heute den Unis das Geld gestrichen.
Prologo (18.05.2010, 18:05 Uhr)
Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen, .....

.....und alle Einkommen für die Sozialabgaben heranziehen,....

....und alle müssen in die Sozialversicherungen einzahlen!!

Dann schwimmen wir im Geld, die Sozialkassen platzen, .....

....und es ist gerecht, keiner wird sich aufregen, oder?

20 % sind 20 %, die können nicht bei 5.500 EURO aufhören !! Auf Deutsch, die Geringverdiener bis 5.500 EURO müssen einzahlen, alles was darüber ist, ist Sozialabgaben frei???

Ist das gerecht??? Breite Schultern können mehr tragen, dann macht das halt endlich!!!

MfG,
T.
ganzbaf (18.05.2010, 17:17 Uhr)
Holt das Geld...

bei den Reichen und Banken!
Und auch nur dort darf gespart werden.
woris (18.05.2010, 16:24 Uhr)
Verhältnis
Wie kann man den so dreist sein und denn Normalbürgern Verschendung vorwerfen?40-45 Jahre am arbeiten und dann 100% der Rente zum kargen Leben zu verbrauchen.Nicht mit Luxus.Langsam bekomme ich so einen Hals.Gerade Merkel sollte sich nicht mit Mephsto einlassen.Weil die Geister die Sie rief wird Sie nicht mehr los.Eine traurige Person.
Lazarus09 (18.05.2010, 15:36 Uhr)
Trefflich formuliert ......
Wenn die Menschen erst einmal aufhören zu konsumieren,
wenn sie aus den Mietwohungen aus- und unter die Brücken ziehen,
wenn sie aufhören, Brot und Margarine, Presschinken und Analogkäse beim Discounter einzukaufen, und stattdessen unter den Brücken mit knurrendem Magen die spärlichen Abfälle fressen, die sich noch finden lassen,
wenn sie sich Lumpen und Zeitungspapier um die erforenen Fußzehen wickeln und sich am Morgen darum prügeln, wer die Schuhe der in der Nacht Verreckten anziehen darf,
dann endlich lebt niemand mehr über seine Verhältnisse, dann endlich werden alle Schulden getilgt, dann endlich wird es uns allen nicht nur besser, sondern endlich gut gehen...

Mehr auf : http://www.egon-w-kreutzer.de/index.html
MEHR ZUM ARTIKEL
Streit um Sparkus Koch legt gegen Merkel nach

Roland Koch zeigt sich unbeeindruckt vom Machtwort der Kanzlerin: Neben den umstrittenen Einsparungen bei Bildung und Familie will der hessische Ministerpräsident auch bei Arbeitslosen, Nahverkehrs-Subventionen und Steinkohlehilfen kürzen. Ansonsten seien Steuererhöhungen unvermeidlich. mehr...

Streit um Sparkurs Merkel weist Koch in die Schranken

Angela Merkel hat den Vorschlag von Hessens Ministerpräsident Roland Koch zurückgewiesen, weniger Geld in Bildung und Familie zu investieren. Zugleich kündigte die Kanzlerin schmerzhafte Einschnitte an. Allerdings: Wo sie das Spar-Skalpell ansetzen will, das verriet Merkel noch nicht. mehr...

Konsequenzen aus NRW-Wahlniederlage Koch will bei Kindern und Bildung sparen

Steuersenkungen sind vom Tisch, nun stehen weitere Koalitionspläne infrage: Hessens Landeschef Koch fordert nach der NRW-Wahlpleite tiefere Einschnitte. Im Visier: die Familien- und Bildungspolitik. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe