21. Dezember 2012, 06:19 Uhr

Union streitet über "das liebe Gott"

Muss man "der liebe Gott" sagen - oder geht auch "das Gott"? Über diese Frage ist innerhalb der Union ein absurder Streit entbrannt. Ausgelöst hat ihn Familienministerin Kristina Schröder.

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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei einer Vorlesestunde in Berlin©

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist mit einer Äußerung über "den lieben Gott" bei Unions-Politikern auf Kritik und Unverständnis gestoßen. In einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Schröder erklärt, der bestimmte Artikel bei der Redewendung "der liebe Gott" sei eigentlich egal, man könne genauso gut auch "das Gott" sagen. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer reagierte empört. "Dieser verkopfte Quatsch macht mich sprachlos", sagte die CSU-Politikerin der "Bild"-Zeitung. "Ich finde es traurig, wenn unseren Kindern aus lauter Unsicherheit und political correctness die starken Bilder genommen werden, die für ihre Phantasie so wichtig sind."

Die aus Brandenburg stammende CDU-Politikerin Katherina Reiche, die im Bundesumweltministerium Staatssekretärin ist, wies in der Zeitung Schröders Äußerungen ebenfalls zurück: "Der liebe Gott bleibt der liebe Gott!" Der parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, zeigte sich irritiert: "Ich finde es unabhängig von der Weihnachtszeit unpassend und bin etwas verwundert." Ebenfalls kritisch äußerte sich der konservative Rechtspolitiker Norbert Geis (CSU): "Gott ist uns von Christus als Vater offenbart. Dabei sollte es bleiben."

Kompromissvorschlag: "das Christkind"

Zurückhaltung in der Debatte übte der hessische CDU-Landesverband, wo Schröder demnächst als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl aufgestellt werden soll. Der hessische CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch sagte dem Blatt: "Wem nur ein geschlechtsneutraler Zugang zum Herrgott möglich erscheint, dem empfehle ich gerade in der Weihnachtszeit DAS Christkind."

Schröder selbst ruderte bereits zurück. Der "Bild"-Zeitung sagte sie: "Ich bin im Interview. Bei meiner Antwort habe ich vielleicht zu sehr an das kleine Mädchen gedacht und nicht an die vielen Erwachsenen, die über meine Worte stolpern."

che/Reuters
 
 
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