Steinbrück holt "Bild"-Journalisten als Sprecher

10. Juni 2013, 12:28 Uhr

Gerade erst hat Peer Steinbrück seinen Sprecher geschasst, da steht bereits der Nachfolger fest. Medienprofi Rolf Kleine soll die Kampagne des SPD-Kanzlerkandidaten wieder auf Kurs bringen.

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Entlässt Sprecher und holt "Bild"-Journalisten: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Gut drei Monate vor der Bundestagswahl zieht SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück personelle Konsequenzen aus seinem schleppend verlaufenden Wahlkampf. Steinbrück trennte sich am Montag von seinem Pressesprecher Michael Donnermeyer. Jetzt steht der Nachfolger des glücklosen Donnermeyer fest. Die Schlüsselposition in Steinbrücks Team wird der langjährige "Bild"-Zeitungs-Journalist Rolf Kleine übernehmen, wie der Nachrichtenagentur Reuters aus der SPD-Führung bestätigt wurde.

Steinbrück will Donnermeyers Nachfolger am Mittag gemeinsam mit den letzten drei Mitgliedern seiner Wahlkampfmannschaft vorstellen. Donnermeyer war für einige Kommunikationspannen verantwortlich gemacht worden. Er selbst hatte es als Fehler eingeräumt, dass er aus einem Interview Steinbrücks am Jahresanfang dessen Kritik am zu geringen Kanzlergehalt nicht gestrichen hatte.

Pannen in der Wahlkampagne

Mit Kleine holt sich Steinbrück einen Medienprofi an Bord, der früher Leiter des "Bild"-Hauptstadtbüros in Berlin war. In der SPD hieß es, die Neubesetzung des Sprecher-Postens sei ein Signal, dass Steinbrück nach der Komplettierung seines Schattenkabinetts auf Angriff schalte. "Mit Donnermeyer hat es nicht funktioniert", hieß es aus Parteikreisen.

Nach mehreren Pannen in der Wahlkampagne hatte die SPD-Schaltzentrale für den Wahlkampf bereits im März eine neue Struktur bekommen, mit der der Einfluss von Steinbrücks Berater Heiko Geue auf die Wahlkampagne der Partei beschnitten wurde. Generalsekretärin Andrea Nahles festigte damals ihren Einfluss.

Steinbrück holt Investmentbankerin ins Team

Die Zusammenstellung seines Schattenkabinetts hat Steinbrück nunmehr abgeschlossen. Steinbrück gab am Montag die letzten drei Mitglieder seiner aus sechs Frauen und sechs Männern bestehenden Wahlkampfmannschaft bekannt. Die Investmentbankerin und frühere saarländische Finanzministerin Christiane Krajewski übernimmt in seinem Kompetenzteam das Thema Wirtschaft. Für die Entwicklungspolitik soll Cornelia Füllkrug-Weitzel zuständig sein, die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt. Für die Kulturpolitik holte Steinbrück Oliver Scheytt in sein Team. Der 55-Jährige ist Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, die das Ruhrgebiet 2010 mit Essen als Europäische Kulturhauptstadt präsentiert hatte.

Die Felder Außenpolitik und Finanzen ließ Steinbrück unbesetzt. Dieser Themen will er sich als Kanzlerkandidat selbst annehmen. Steinbrück wollte am Mittag in Berlin seine letzten drei Mitglieder der Presse vorstellen. Die 64-jährige Krajewski war bis 1999 Finanzministerin in Saarbrücken und arbeitet inzwischen für die Investmentbank Leonardo & Co in Frankfurt. Sie war in den 1980er und 1990er Jahren eine politische Weggefährtin des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten und früheren SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine.

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