Philipp Rösler feiert seinen 40. Geburtstag

27. Februar 2013, 06:33 Uhr

Philipp Rösler lässt sich feiern: Nach monatelangem Kleinkrieg in Koalition und Partei, hat der FDP-Vorsitzende seinen 40. Geburtstag mit einem rauschenden Fest begangen.

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Philipp Rösler wurde an seinem 40. Geburtstag reich beschenkt. Neben Geschenken geizten seine Gäste auch nicht mit warmen Worten für den FDP-Politiker.©

Ein paar Prozent weniger bei der Wahl in Niedersachsen, und Philipp Rösler wäre längst Ex-Vorsitzender der FDP. Der Wahlsieg im Januar hat Rösler gerettet, und nun lässt er sich feiern - und wie: Mehr als tausend Gäste kommen am Dienstagabend, um Röslers 40. Geburtstag in einem umgebauten Berliner Straßenbahndepot zu begehen. Der Jubilar weiß, was er von den Lobeshymnen zu halten hat. Er blickt vom Rednerpult auf die FDP-Prominenz, zwinkert der Kanzlerin zu und sagt trocken: "Angela ist eine der wenigen hier im Saal, die nicht Vorsitzende der FDP werden wollen."

Einige hier wollten Chef werden, Rösler ist es trotzdem geblieben - und er genießt es. Das halbe Kabinett ist gekommen, manche Gäste warten eine gute Stunde im Defilée, um Rösler die Hand schütteln zu dürfen. Das ist keine schlechte Bilanz für einen Vierzigjährigen. Rösler hält eine beschwingte Rede, er spricht von seinem guten Verhältnis zu Kanzlerin Merkel, seinem prägenden Familienleben, von seiner vietnamesischen Herkunft, die bei seinem politischen Aufstieg kein Hindernis gewesen sei. "Deutschland ist genau deswegen das coolste Land der Welt", ruft Rösler - ein zufriedenes Resümée.

Dabei hat Rösler in den vergangenen Monaten die hässlichen Seiten der Politik kennengelernt. An diesem Abend ist dafür kein Platz. Röslers parteiinterne Kritiker Rainer Brüderle und Dirk Niebel sitzen friedlich an den Festtischen, seine Kabinettsrivale Peter Altmaier amüsiert sich über Röslers Rede, die Kanzlerin plaudert mit Hans-Dietrich Genscher, in Sichtweite sitzt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.

40 Flaschen Rotwein als Medizin

Gekommen sind unter anderem die Kabinettskollegen Wolfgang Schäuble, Thomas de Maizière, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Röslers vierjährige Zwillingstöchter wuseln um die Tische herum und nehmen mal auf dem Stuhl neben der Kanzlerin Platz und mal auf dem Schoß von Verlegerin Friede Springer. Eher nicht zu sehen sind Vertreter von Linkspartei und Grünen.

Rösler kostet den Abend aus. So geben sich Sieger. Zu jedem Sieger gehören freilich auch Besiegte. Die schwierigste Rolle an diesem Abend fällt insofern Fraktionschef Brüderle zu: Eine Laudatio auf jenen Mann, der ihn erst aus dem Amt des Wirtschaftsministers verdrängte und ihn dann vor wenigen Wochen im FDP-internen Machtkampf austrickste.

Brüderle kann ein hinreißender Redner sein, wenn er will. Doch diesmal bleibt er matt. Er verweist wage auf "schwierige Phasen", die im Politikleben nun einmal dazugehörten, beschwört die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition nach der Wahl und beschenkt Rösler mit 40 Flaschen Rotwein aus Rheinland-Pfalz. "Das ist ein Stück Medizin und stärkt Dich zusätzlich", sagt Brüderle.

Auf dem Weg zum Papst

Während Brüderle mit seinem Charme geizt, geht Merkel damit fast verschwenderisch um - jedenfalls für ihre Verhältnisse. Sie erinnert daran, wie sie den Nachwuchspolitiker Rösler bei den Koalitionsverhandlungen 2009 kennen- und mögenlernte. "Nicht nur Guido Westerwelle war von Dir total begeistert, sondern auch ich", verrät Merkel. Sie charakterisiert Rösler so: "Er ist jünger und damit manchmal kesser. Er macht manchmal lockere Sprüche - aber zunehmend weniger."

Auf den Zustand der FDP kommt keiner der Festredner zu sprechen. In Umfragen krebst die Partei knapp um die Fünf-Prozent-Hürde herum. Merkel lässt immerhin erkennen, dass sie gerne noch eine Legislaturperiode mit Röslers FDP regieren wolle. Ansonsten macht sie sich Gedanken um die Zukunft des jungen Jubilars. "Ich weiß nicht, was zum Achtzigsten von Philipp Rösler werden soll, wenn zum Vierzigsten schon so viele Leute da sind", sagt sie. Fraktionschef Brüderle hat einen Vorschlag: "Mit sechzig Bundespräsident, mit achtzig Papst - da hast Du eine klare Perspektive."

vim/AFP
 
 
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