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11. September 2009, 06:38 Uhr

Opposition zweifelt an Opel-Rettung

Kann Magna Opel sanieren? Die deutschen Opel-Treuhänder sind skeptisch. Kritik kommt auch von Grünen, FDP und Linken. Ein Gewerkschafter warnt gar: "Magna holt jetzt die Motorsäge raus."

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Die Mitarbeiter im Opel-Werk Kaiserslautern atmen auf: Magna hat sich bereit erklärt, alle vier deutschen Standorte zu erhalten© Martin Goldhahn/DPA

Die Oppositionsparteien FDP, Grüne und Linke haben sich skeptisch über die Opel-Einigung gezeigt. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle kritisierte im ZDF, die Vertragsbedingungen seien bislang eine Geheimsache. Er forderte die Bundesregierung auf, sämtliche Verhandlungsunterlagen offenzulegen. "Dabei ging es doch lediglich darum, dass man der Regierung es noch kurz vor der Wahl gönnen wollte, eine solche Erfolgsmeldung in die Medien zu bringen", sagte er.

Renate Künast von den Grünen sprach von einer "angeblichen Rettung". Auch Gregor Gysi äußerte sich zurückhaltend. "Wir wissen nicht, ob das Ganze denn auch stattfindet", sagte der Fraktionschef der Linken.

Heftige Kritik kam zudem ausgerechnet von den beiden Vertretern Deutschlands im Beirat der Opel-Treuhandgesellschaft. Der bei Continental als Sanierer bekannt gewordene Manager Manfred Wennemer stimmte gegen den Verkauf an Magna, der Insolvenzexperte Dirk Pfeil als Vertreter der Länder mit Opel-Standorten enthielt sich.

Deutsche Treuhänder zeigen sich skeptisch

In seiner Begründung ließ es Wennemer an Deutlichkeit nicht fehlen. Er bezweifelte, dass sich Opel am Ende am Markt durchsetzen und wettbewerbsfähig sein werde. Mit 1,5 Millionen Autos produziere das neue Unternehmen im Jahr 2012/13 "viel zu wenig, um effizient zu sein". Opel verkaufe 90 Prozent seiner Produkte am europäischen Markt. "Ich habe nach den letzten Entwicklungen in Russland meine großen Zweifel, ob die Blütenträume wirklich aufgehen werden", sagte er.

Nach monatelangem Gezerre zwischen Deutschland und den USA hatte sich der Verwaltungsrat von General Motors am Donnerstag zum Verkauf von Opel an den kanadischen Zulieferer Magna bereiterklärt. Die Bundesregierung hatte sich für diese Lösung stark gemacht. Konkret verkauft GM an den österreichisch-kanadischen Zulieferer und dessen russischen Partner Sberbank 55 Prozent an Opel und behält selbst 35 Prozent. Zehn Prozent soll die Belegschaft übernehmen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) begrüßte den Verkauf als "erfreuliches Signal". Seiner Ansicht nach bietet sich damit die Chance, dass sich Opel restrukturiert und auf den Märkten wieder als Wettbewerber auftreten kann. "Aber das erfordert viel Arbeit, und das ist jetzt nicht Grund zur Euphorie." Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nannte den Einstieg Magnas "die einzig tragfähige Lösung". Nur so könne Opel selbstständig und zugleich in einer hohen Loyalität mit dem bisherigen Mutterkonzern General Motors verbunden bleiben, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Die dauerhafte Zusammenarbeit mit GM sei die Grundlage dafür, Zukunftsautos zu entwickeln.

"Magna ist ein harter Arbeitgeber angelsächsischer Prägung"

Die IG Metall erwartet derweil schwierige Verhandlungen mit dem künftigen Mehrheitseigner. "Magna ist ein harter, kantiger Arbeitgeber angelsächsischer Prägung", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksvorsitzende und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild. "Die holen jetzt sofort die Motorsäge raus." Die Verhandlungen sollten voraussichtlich bereits in der kommenden Woche aufgenommen werden.

Magna will nach früheren Informationen rund 3000 der mehr als 25.000 Opel-Arbeitsplätze in Deutschland streichen, aber alle vier deutschen Standorte erhalten. Europaweit will Magna rund 10.500 Stellen bei Opel und der britischen Schwester Vauxhall streichen. Die Bundesregierung hatte in dem zehn Monate langen Poker zuletzt Unterstützung von 4,5 Milliarden Euro von einer Entscheidung für Magna abhängig gemacht.

Nach der Grundsatzeinigung betonte die Regierung jedoch, keine neuen Zugeständnisse an GM zu machen. Es gebe keine weitergehenden Verpflichtungen für den Steuerzahler, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur DPA aus Regierungskreisen.

Reuters/DPA
 
 
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