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12. Juni 2009, 13:13 Uhr
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Guttenberg ist der Shootingstar

Die Krise macht ihn zum neuen Star: Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist bei den Wählern beliebt - er erreicht den besten Wert, der je für einen Wirtschaftsminister im Deutschlandtrend gemessen wurde. Wenig Kanzlerformat steckt hingegen in den Umfrageergebnissen für Frank-Walter Steinmeier und seine Partei, die SPD.

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Auf der Beliebtheitsskala klettert Wirtschaftsminister zu Guttenberg weiter nach oben, Kanzlerkandidat Steinmeier hingegen steht nicht gut da© Michael Sohn/AP

Anfangs wurde er belächelt, doch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich seinen politischen Respekt schnell erarbeitet. Auch bei den Bürgern genießt er hohes Ansehen, wie der ARD-Deutschlandtrend ergab. Er rangiert auf Platz drei der Beliebtheitsliste, 61 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden. Guttenberg gewinnt damit im Vergleich zum Vormonat zehn Punkte hinzu und erreicht den besten Wert, der je für einen Wirtschaftsminister im Deutschlandtrend gemessen wurde.

Beliebteste Parteipolitikerin ist unverändert CDU-Chefin Angela Merkel, die demnach auf 68 Prozent Zustimmung kommt (minus 1). SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hingegen verliert in der Wählergunst deutlich an Zustimmung. Mit seiner Arbeit sind 63 Prozent zufrieden, das sind fünf Punkte weniger im Vergleich zum Vormonat.

Könnten die Deutschen den Regierungschef direkt wählen, würden sich 60 Prozent für Amtsinhaberin Angela Merkel (plus 7 im Vergleich zum Vormonat) und 27 Prozent für Außenminister Steinmeier (minus 7) entscheiden. Dies sei der niedrigste Wert für Steinmeier seit der Ausrufung seiner Kanzlerkandidatur im September 2008. Zugleich sei der Abstand zwischen Merkel und ihrem Herausforderer so groß wie noch nie zuvor im Deutschlandtrend.

Die Strategen bei der SPD beteuern gleichwohl nach der unerwarteten Schlappe bei der Europawahl, eine Kursänderung bei Personen und Programm sei nicht notwendig. Ihr Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel etwa sagt, Steinmeier werde "nun sehr stark in den Ring steigen und zeigen, dass er einen klaren Kompass hat".

Die Befragten sollten zudem Auskunft über ihre Einstellung zu fünf führenden Politikern abgeben. So halten vier von fünf Deutschen (80 Prozent) Kanzlerin Merkel für kompetent. Über Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) denken dies 71, über zu Guttenberg 68, über Steinmeier 65 und über FDP-Chef Guido Westerwelle 62 Prozent. Dass Merkel glaubwürdig sei, finden 72 Prozent der Deutschen. Zwei Drittel halten zu Guttenberg für glaubwürdig, 58 Prozent Peer Steinbrück, 55 Prozent Steinmeier und 48 Prozent Westerwelle. 70 Prozent sind der Ansicht, die Kanzlerin sei führungsstark. Über Westerwelle denken dies demnach 69 Prozent, über zu Guttenberg 56 Prozent, über Peer Steinbrück ebenfalls 56 Prozent und über Frank-Walter Steinmeier nur 45 Prozent.

Trotz des Europawahl-Ergebnisses vom Wochenende halten die Deutschen den Ausgang der Bundestagswahl im September für offen. 63 Prozent sind der Meinung, dass "der Ausgang der Europawahl nichts über den Ausgang der Bundestagswahl aussagt". Nur 38 Prozent gaben dagegen an, die Bundestagswahl sei "so gut wie entschieden zugunsten einer Koalition von Union und FDP".

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, erhielten die Unionsparteien CDU/CSU 36 Prozent der Stimmen und damit zwei Punkte mehr als im Vormonat. Die SPD verliert demnach zwei Punkte und kommt auf 25 Prozent. Die FDP liegt unverändert bei 14 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und kommt nunmehr auf neun Prozent. Die Grünen legen um zwei Punkte zu und erreichen 13 Prozent. Union und FDP hätten damit zusammen eine rechnerische Mehrheit von 50 Prozent.

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1500 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt.

AP/AFP
KOMMENTARE (10 von 13)
 
Angel_of_Mercy (12.06.2009, 15:30 Uhr)
@Kabelmann
Meine Rede. Immer fragen, qui bono?
Wem nützt ein Erhalt und wem nützt eine Insolvenz?
Wenn der liebe Herr KTzG so ein toller Hecht ist, warum setzt er sich nicht dafür ein, dass Gläubigerstrukturen und Vergabekriterien für Staatshilfen transparent gemacht werden. Wer erhält Staatshilfe und wer nicht und warum? Dürfte doch den Steuerzahler interessieren, was mit den Steuergeldern passiert und wer sie, als Gläubiger, erhält.
Der Untersuchungsausschuss über die HRE Pleite bringt langsam aber sicher Licht in die Sache. Ich bin mir bereits heute sicher, dass die Finanzkrise eines der größten Wirtschaftsverbrechen ist, mit einem Ackermann als Hauptakteur. Ich brauche mir nur die letzten Folgen von Monitor und Frontal 21 anzusehen.
Guttenberg ist nur eine Marionette von kriminellen Elementen, die in einer ganz anderen Klasse spielen. So hoch, dass nur noch der Volkszorn sie aufhalten kann. Aber Volkszorn und DSDS Deutschland sind genauso ein Widerspruch, wie Politik und Glaubwürdigkeit.
kabelmann (12.06.2009, 13:32 Uhr)
@Pijey
Ich will damit nicht sagen, dass eine Rettung von Arcandor die bessere Option gewesen wäre. Ebensowenig sehe ich das bei Opel. Allerdings muss sich zu Guttenberg eine gewisse Doppelmoral gefallen lassen. Hinzu kommt, im Falle Arcandor, dass im Wirtschaftsrat der CDU ein Eckhard Cordes sitzt, immerhin im Vostand des Konkurrenzunternehmens Metro. Da muss man sich als Erstes mal Fragen, ob zu Guttenberg hier tatsächlich die Position der Steuerzahler vertritt, oder aber andere Interessen im Spiel sind.
Pijey (12.06.2009, 13:14 Uhr)
@Kabelmann
im Moment sehe ich, wie auch Alle in Deutschland, noch kein Konzept wie man eine solche Krise in Zukunft verhindern kann.
Was jedoch an zwingenden Maßnahmen auf den weg gebracht werden muss kann Guttenberg nicht alleine entscheiden und bestimmen.
Die Krise ist auf dem internationalen Parkett ausgelöst worden und trifft alle Staaten gleichermaßen. Nicht nur uns hier in Deutschland geht es schlecht, auch anderen Ländern. Also liegt es fogerichtig auf der Hand das man ein solches Szenario auch nur mit internationalen Bestimmungen verhindern kann. Das die ein schwieriger Prozess wird steht ausßer Frage.
Was ich Steinmeier und seinen Genossen vorwerfe ist, dass sie aus der Misswirtschaft von Schröder nichts gelernt haben. Wo sind denn die Mio für Holzmann geblieben? Genau, bei den Managern und bei der Vodafon und hier als Anteilseigner zu 49% bei der Llloyds Bank in England. Nun raten sie mal wer in diesem Karusell mit in den Aufsichträten sitzt? Genau ESSER.
Nun soll mir einer sagen Schröder hätte das nicht gewußt.
Wie will Steinmeier sicherstellen das die Mio. nicht an GM gehen. Wie gesagt OPEL ist immer noch EIGENTUM von GM. Wir können eben nicht einfach sagen, GM ihr seid Pleite, OPEL gehört jetzt uns. Das wäre ganz einfach, ist es aber nicht. OPEL gehört in der GM Insolvensmasse dazu. Das ist ein Teil von GM.
Ich kann nur hoffen das men es international schafft zu verhindern das solche Luftschlösser nicht mehr gebaut werden können. Das wäre der erste, aber auch wichtigste Schritt.
Zum Anderen wäre es an der Zeit als Koalitionspartner die Politik zu unterstützen die Schaden vom Staat und Bürger abwendet. Das sehe ich im Moment nicht bei der SPD. Im Gegenteil, sie Torpedieren richtige Entscheidungen weil si genau wissen das Guttenberg im Moment seinen Job richtig macht. das tut der SPD höllisch weh.
kabelmann (12.06.2009, 12:49 Uhr)
@Pijey
Ihre Sprüche können sie steckenlassen. An die HRE, IKB und Commerzbank IST jede Menge Geld geflossen.
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Und dann muss man sich auch einmal Fragen, welches System eigentlich gemeint ist? Der Finanzsektor ist vollkommen anders als der Rest der Volkswirtschaft zu betrachten, weil es dort absolut keine Wertschöpfung gibt, sondern maximal Umverteilung. Und wenn dieser Sektor seiner einzigen Aufgabe selbst mit Milliardenhilfen nicht nachkommt, ja dann muss der Staat es halt einfach selbst machen. Dort ist unsinnig Geld geflossen, an eine Bank, die sich mit der Übernahme der Dresdner Bank vollkommen verhoben hat, an eine Bank, die einzig und alleine gegründet wurde, um 2004 die Bilanz der Hypo Vereinsbanken zu bereinigen und an eine Bank, die selbstverschuldet so schlecht gewirtschaftet hat, dass sie 10 Milliarden einfach mal so bekommen hat.
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Man kann ja zu Guttenberg toll finden, aber ich halte ihn einerseits für einen Opportunisten, andererseits ist er ein einfacher Dampfplauderer, der es bis auf markige Neoliberale Sprüche noch zu garnichts gebracht hat. Sehen sie evtl. ein langfristiges Konzept, um eine Krise in diesem Ausmaß zukünftig zu verhindern? Da ist noch GARNICHTS gekommen.
kabelmann (12.06.2009, 12:09 Uhr)
@mupfeline
1.) Damit wollte ich eigentlich nur aussagen, dass das Kriterium "wer schlecht wirtsachaftet, der muss insolvent gehen" bei Banken nicht angewandt wurde. Dabei sehe ich weiterhin bei den Banken keine gesonderte Rolle, die sie unbedingt rettungswürdig gemacht haben. Das schöne Wort "Systemrelevanz" hängt in den Köpfen, aber keiner weiß, warum sie jetzt so systemrelevant sind, denn das hat noch niemand erklärt. Übrigens kann man das nicht mit dem Kreditgebungsprozess erklären, denn der funktioniert, trotz Milliardenhilfen, weiterhin nicht. Im Gegenteil, die Banken bunkern fröhlich bei der EZB und spekulieren mit den Staatsanleihen, die die Regierung ausgegeben hat, um sie selbst zu retten.
2.)Die Linke will nicht zurück zu irgendwelchen Verhältnissen. Sie will hin zu skandinavischen. Ich hab keine Ahnung, wo sie diesen Mumpitz herhaben, aber den sollten sie schleunigst aus dem Kopf bekommen.
Pijey (12.06.2009, 12:08 Uhr)
@mumpfeline
ich mache Herrn von und zu Kabelmann keine Vorwürfe, weil er es sicher nicht besser weiß. Wer jeden Tag an den Stammtischen die Parolen hört ohne sich im Detail zu informieren kommt eben zu solch einer Menung.
Der Staat hätte sicher auch die Banken nicht zu unterstützen brauchen, nur gäbe es dann in absehbarer Zeit keine Stammtische mehr. Das System bricht komplett zusammen und alles was unsere Väter und Großväter aufgebaut haben wäre weg. Aber das wird Kabelmann nicht verstehen.
Bei Opel hat der Staat noch nichts bezahlt, außer einen Zwischenkredit auf >Zeit finanziert und für den Rest eine BÜRGSCHAFT übernommen. Wenn gewünscht kann ich Kabelmann noch erklären was eine Bürgschaft ist.
So hat Opel eine neue Chance ohne GM seine Zukunft zu gestalten, jedoch gehört OPEL immer noch GM und hier sid noch viele und interessante Verhandlungen zu erwarten.
Bei Karstadt sehe ich das komplett anders. Hier muß erst einmal Middelhoff zur Kasse gebeten werden. Das sind schon kriminelle Züge die dort passiert sind. Filialen verkauft, horrente Miete kassiert und an der Immobilienfirma die diese Miete erhält ist Middelhoff/oder Frau beteiligt. Das hat kriminelle Züge, ohne Zweifel. Die, sehe ich nicht ein, kann der Steuerzahler nicht noch unterstützen. Wenn der Staat eingreift nd die Miete weiter fließt, unterstützen wir diesen Kriminellen noch.
Also, zu Guttenberg hat alles richtig gemacht und entgegen den leeren Versprechungen von Steinmeier gehandelt. Schröder hat es bei Holzmann vorgemacht. Mio reingepumpt, die dann benutzt wurden um die Manager zu verabschieden und Holzmann ist trotzdem Pleite.
ps. Schröder hat es ja vorgemacht mit seinem russ. Vertrag.
mupfeline (12.06.2009, 11:35 Uhr)
@kabelmann
Natürlich bekommen auch "normale" Unternehmen Unterstützung. Es sind Hunderte Unternehmen die schon Unterstützung beantragt haben un d auch bewilligt bekommen haben. Machen Sie sich in der Hinsicht erst einmal kundig bevor Sie solche Thesen vom "nicht bekommen" äußern. Arcandor hat 2 durchaus zahlungskräftige Eigentümer die zu 60 Prozent Eigentümer von Arcandor sind. Ein bisschen mehr Eigenkapital hätte da durchaus locker gemacht werden können - wenn vielleicht auch nicht alles. Dass jedoch die Banken Unterstützung bekommen haben das hat mit der Rolle der Banken zu tun. Die Banken garantieren nämlich den Geldfluß, ob uns das gefällt oder nicht, fallen die Banken dann stürzt das Ganze System in sich zusammen. Eine ganz andere Frage ist die Höhe der Boni und Entschädigungen für Bankiers welche die Karre erst an die Wand gefahren haben.
Fest steht dass Arcandor jetzt die Chance für einen Neuanfang hat, örtliche Filialen von Karstadt von den Ländern Unterstützung bekommen und ich nicht einsehen habe das ganze Arcandor-System mit Steuergeldern zu stützen. Sie haben vielleicht gelesen dass Magna mindestens 12.000 Stellen europaweit abbaut. Und dafür Milliarden-Unterstützung? Das war genauso ein Stuss und nicht nachzuvollziehen. Wenn ein Unternehmen nicht mehr marktgerecht produziert ja dann muss es eben den Laden dicht machen. Es wird ein neues Unternehmen kommen ... Das ist die Marktwirtschaft. Die Unternehmen können doch nicht die Gewinne für sich behalten und die Verluste dem Steuerzahler aufbürden. Das war genau die Wirtschaftspolitik der DDR - Beschäftigung um jeden Preis - und sei es auf Halde. Und ich weiss wovon ich schreibe, ich habe in diesem System lange genug gearbeitet und gelebt. Das Wirtschaftssystem der westlichen Staaten war erfolgreicher weil es sich eben am Markt orientierte. Und nun wird genau dieser Vorteil verspielt, das verstehe ich nicht. Guttenberg hatte Recht - er hätte sich durchsetzen sollen. So aber waren es nur durchsichtige Manöver um Wählerstimmen zu kaufen. Und diesen Vorwurf den muss man allen Parteien machen - außer den Linken. Aber die wollen ja die "anderen" Verhältnisse zurück und zählen also nicht.
Angel_of_Mercy (12.06.2009, 11:20 Uhr)
Noch ein bischen Polemik
"Guttenberg ist der Shootingstar"
Wohl eher ein Starfighter. Der wurde damals vom zukünftigen CSU boss auch angepriesen.
kabelmann (12.06.2009, 10:50 Uhr)
Na wenn der Stern...
...schon fast turnusmäßig die Großleistungen eines zu Guttenberg hochstilisiert und nicht einmal die Frage stellt, weshalb normale Unternehmen, die schlecht gewirtschaftet haben, kein Geld bekommen, Banken jedoch, die durch schlechtes wirtschaften die halbe Welt in die Krise gerissen haben, fröhlich eine Milliarde nach der anderen hinterhergeschmissen bekommen, ja dann wundert es mich nicht, weshalb der mediale Heilsbringer auch beim Urnenpöbel als Heilsbringer gefeiert wird.
vegefranz (12.06.2009, 10:27 Uhr)
20%meier ist also heute schon ein Mann von gestern

Es kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass in Klüngelrunden in der SPD schon über seinen Sturz rechtszeitig vor der Wahl nachgedacht wird
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