Branchen mit Zukunft

8. Oktober 2002, 18:27 Uhr

Darf man noch auf seinen Traumberuf hoffen? Ja. Denn nicht überall ist Krise. Zehn Branchen und welche Chancen sie tatsächlich bieten.

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Gesundheit

Im Bereich Gesundheit stehen die Jobchancen gut: Bei Ärzten, Apothekern und Pflegern herrscht Nachwuchsmangel. Und der wird sich in Zukunft noch verstärken, denn die Menschen werden immer älter. Schätzungen zufolge wird es bis 2050 einen Zuwachs von 3,5 Millionen Pflegebedürftigen geben. »Der Pflegenotstand, über den immer geredet wurde, ist inzwischen eingetreten«, sagt Christina Kaleve, Bundesvorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Altenpflege (DBVA).

Bundesweit gibt es derzeit nach Schätzungen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip) rund 30.000 offene Stellen in der Altenpflege, 14.000 davon in Altenheimen, 16.000 in ambulanten Diensten. Gleichzeitig herrscht in den Pflegeberufen (inklusive der Krankenpfleger) mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent fast Vollbeschäftigung. Wer eine Ausbildung zum Altenpfleger mache, so Kaleve, finde hinterher mit »hundertprozentiger Sicherheit« einen Job. Allerdings gibt jeder Fünfte den Beruf schon nach fünf Jahren wieder auf, schuld ist oft der hohe Zeitdruck durch die knappe Personaldecke in den Heimen und ambulanten Diensten. Kaleve: »Die Pfleger sind hoch motiviert, können aber ihrem eigenen Anspruch oft nicht gerecht werden.«

Auch der deutschen Ärzteschaft mangelt es an Nachwuchs. »Schon jetzt entstehen bundesweit Versorgungsengpässe, vor allem in der Allgemeinmedizin, aber auch in anderen Fachbereichen«, sagt Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. In ländlichen Regionen können in Krankenhäusern viele Assistenzarztstellen nicht besetzt werden. Besonders betroffen sind die Bundesländer im Osten. Bereits ab 2004 rechnet Hoppe mit einem Rückgang in verschiedenen Facharztgruppen, zunächst bei Augenärzten und Radiologen, ab 2006 bei Allgemeinmedizinern, Frauenärzten und Kinderärzten, ab 2007 dann bei HNO-Ärzten, Urologen und Internisten und ab 2008 bei Chirurgen, Hautärzten und Orthopäden.

In den vergangenen sieben Jahren ist nach Angaben der Bundesärztekammer die Gesamtzahl der Medizinstudenten um rund elf Prozent gesunken, die der Absolventen sogar um über 20 Prozent. Auch die Anzahl der Ärzte im Praktikum ist rückläufig: Sie hat zwischen 1994 und 2000 um ein Viertel abgenommen, von über 22.000 auf 17.000. Jeder zehnte Mediziner verabschiedet sich nach seinem Studium ganz vom Patienten und arbeitet in medizinnahen Bereichen wie etwa im Krankenhaus-Management, klagt Hoppe.

Auch für Apotheker sind die Berufsaussichten »extrem günstig«, sagt Christiane Eckert-Lill von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Bundesweit gibt es derzeit rund 53.000 Apotheker, davon arbeiten rund 46.000 in der Apotheke an der nächsten Straßenecke, 5.500 in Industrie, Forschung und Verbänden und der Rest in Krankenhausapotheken. Rund ein Drittel sei 55 Jahre alt oder älter, sagt Eckert-Lill, und werde in den nächsten Jahren in Pension gehen. Eine vor einigen Jahren vom ABDA erstellte Bedarfsanalyse geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt jährlich 2.500 frischgebackene Apotheker braucht, im Schnitt werden aber nur 1.800 Approbationen (Zulassungen) erteilt. »Und der Bedarf wird in den nächsten Jahren noch steigen«, sagt Eckert-Lill.

Viele Informationen zum Aufbau des Medizinstudiums und die Suchfunktion nach Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, an denen man Medizin studieren kann, bietet med-on-web.de.

Die Suchmaschine des Altenpflege Krankenpflege Netzwerkes findet Informationen und Literaturtipps zum Berufsbild Altenpflege.

Asmus Hess

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