Hintergrund: Genfer Salon 2007 Schweizer Gelassenheit


Der Genfer Salon zeigt, dass die Autowelt nicht allein von der überdrehten Klima-Diskussion dominiert werden muss. Öko ja - aber bitte nicht mit blindem Fanatismus. Rationales Denken gehört genau so dazu wie Spaß am Auto.

In Deutschland kommt die Automobilindustrie kaum mehr aus den negativen Schlagzeilen. Politik und Umweltverbände dreschen auf ihren Lieblingsfeind ein und erklären das Auto kurzerhand zum ersten Reiter der Apokalypse. In der neutralen Schweiz und rund um den Genfer Salon sieht das ganze dann schon etwas anders aus. Durch das Stadtzentrum fahren unzählige VW Polo Bluemotion, die mit großen Aufklebern auf ihre vorbildliche Umweltbilanz von 102 Gramm CO2 pro Kilometer hinweist.

Dabei ist der bereits seit dem vergangenen Jahr erhältliche Polo Bluemotionja nicht mehr neu. Doch die VW-Marketingstrategen wollten angesichts der Diskussion rund um die Messe ein grünes Zeichen setzten. Auch die wieselflinken Smart-Modelle im knalligen Rot tragen ihren derzeit nahezu unschlagbaren CO2-Wert von 90 g/km offen zur Schau.

Sowohl auf als auch rund um die Messe herum ist von der bundesdeutschen CO2-Hysterie kaum etwas zu spüren. Der Genfer Salon zeigt sich als das, was er schon seit Jahren ist: Der Auftakt zum europäischen Autojahr. Es gibt sehenswerte Studien wie den edlen Opel GTC, den SUV Hyundai Qarmaq, den realitätsnahen BMW M3 oder den kernig-offenen Dodge Demon zu sehen. Design und Genf – das gehört einfach zusammen. Die Besucher lassen sich jedoch in erster Linie von Messestars wie der neuen Mercedes C-Klasse, dem Fiat Bravo oder einem kompromisslos schönen Maserati GranTurismo begeistern. Energiesparmodelle gehören dazu, fallen aber kaum auf im Gewühle.

In der Mittelklasse geht mit dem neuen Ford Mondeo, der betont sportlichen Mercedes C-Klasse und dem neuen A5 die Post ab. Ebenfalls mehr als nur einen Blick wert sind der neue Volvo V70, der VW Passat Bluemotion und der Golf Variant. Die meisten neuen Modelle auf der Genfer Leistungsschau sind in Design und Motorisierung elegant, kraftvoll und betont sportlich. Um Verbrauch und Schadstoffausstoß geht es erst im Nachgang. Selbst Toyotas Edel-Ableger Lexus setzt am Lac Leman keinesfalls auf die Ökowelle, sondern präsentiert als Messestar den neuen IS-F, eine Sportlimousine, der mit 400 PS die deutsche Konkurrenz aus RS4, M3 und AMG über die Straßen scheuchen soll.

Doch der Genfer Salon geht selbstverständlich auch nicht an den kleinen Modellen vorbei. Peugeot zeigt neben dem neuen 207 CC auch den familiären 207 SW sowie den lange erwarteten SUV namens 4007. Der wurde zusammen mit Mitsubishi entwickelt und steht leicht verändert auch am Citroen-Stand – als C-Crosser.

Zurück zu den Zwergen: Renault hat sich mit dem neuen Twingo zu viel Zeit gelassen. In Genf steht endlich der Neue, deutlich erwachsener und maskuliner als bisher. Kein Gedanke mehr an das aufgepustete Spielzeugauto, das fast zehn Jahre lang landauf landab vor allem die Damenwelt begeisterte. Auch bei Opel setzt man neben der sehenswerten Coupe-Studie GTC nur auf Kleinigkeiten. Wie den neue Corsa OPC mit 180 PS - genau das richtige für die Kurvenhatz zum Bäcker.

Viel Neues können die erwarteten 700.000 Messebesucher in der Kompaktklasse bewundern. Nachdem der neue Kia Cee’d auf dem Markt ist, hat auch der mit ihm eng verwandte neue Hyundai i30 große Erwartungen geweckt. Hyundais Deutschland-Geschäftsführer Engels will davon "pro Jahr mindestens 20.000 Fahrzeuge verkaufen". Ein Kombi kommt Ende des Jahres. Später wohl noch ein Van und ein Cabriolet. Die Golf-Klasse gerät langsam in Bewegung. Ebenfalls gefährlich: Der diesmal nicht nur plakatierte Toyota Auris im Glitzerlook und sein italienischer Konkurrent Fiat Bravo. Ebenfall sehenswert, nur eine ganze Nummer kleiner, präsentieren sich der neue Mazda2, der seine Van-Gene ablegt hat und der neue Skoda Fabia.

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