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Lexus IS: Der High-Class Einsteiger

Mit frischer Optik, neuen Motoren und zu Discount-Preisen startet Lexus sein neues Einstiegsmodell IS. Starke Motoren, zuverlässige Technik, beste Verarbeitung, üppige Ausstattung – nur wenige Automarken haben weltweit einen besseren Klang als Lexus.

Seit Jahren fährt Toyotas Edeldivision in internationalen Qualitätsstudien und Mängelreports auf die vorderen Plätze. Selbst in Europa wiederholen die Kunden inzwischen in jährlicher Regelmäßigkeit, wie zufrieden sie mit Auto, Kunden- und Werkstattservice sind. Kurzum, wer einmal einen Lexus gefahren hat, scheint nicht so schnell wieder aussteigen zu wollen. Das Problem ist nur, ihn erstmal dort hinein zu bekommen. Auf dem deutschen Markt ist Toyotas Edeltochter seit 15 Jahren präsent. Doch die Verkäufe halten sich nach wie vor in überschaubaren Grenzen. 2004 zählte das KBA in Flensburg 2593 Zulassungen. Die erklärten Lexus-Konkurrenten Audi, BMW oder Mercedes machen mit ihren Modellreihen im gleichen Zeitraum jeweils mehr als das zehnfache – pro Monat.

Doch Lexus Deutschland-Geschäftsführer, Frank Winter, sieht einen steten Aufwärtstrend. In diesem Jahr rechnet er mit voraussichtlich etwas über 3400 Verkäufen, 2006 sollen es sogar über 5000 werden. Den Löwenanteil mit rund 2200 Fahrzeugen, 40 Prozent des prognostizierten Volumens, erwartet sich der deutsche Importeur von der neuen IS-Baureihe. Die zweite Generation des Lexus-Einstiegsmodells soll mit frischem Design, neuen Motoren und konkurrenzlosen Preisen in die Premium-Phalanx von Mercedes C-Klasse, BMW 3er und Audi A4 einbrechen.

Wie schon die jüngst eingeführte Oberklasselimousine GS trägt auch der IS das neue so genannte „L-finesse“-Design. Gemeint ist damit „die Verwendung modernster Technologien“ kombiniert mit dem „Feinschliff jedes noch so kleinen Details sowie deren perfekte Abstimmung auf das Wohl von Fahrer und Passagieren“, blümelt es aus der Pressemappe. Tatsächlich zu sehen ist, dass der auf 4,56 Meter gewachsene IS mit seiner coupéhaften Linienführung, der gepfeilten Frontpartie mit spitz zulaufenden Scheinwerfern und Nebellampen und dem kurzen Heck schon im Stand sehr dynamisch daher kommt. Auch der Innenraum hinterlässt einen guten Eindruck. Oberflächen, Tasten und Schalter fühlen sich gut an, die Bedienung der Instrumente ist übersichtlich und gelingt intuitiv, die vielfach einstellbaren Sitze sind bequem und geben guten Seitenhalt. Weniger premium-like dagegen sind trotz ebenfalls verlängertem Radstand die Platzverhältnisse im Fond und das mickrige Kofferraumvolumen, das mit 378 Litern gerade knapp oberhalb eines Golfs rangiert. Immerhin gibt es serienmäßig eine Durchladeluke.

Als erster Lexus überhaupt tritt der IS mit einem Diesel an. Dabei handelt es sich um den konzerneigenen Commonrail-Vierzylinder mit 2,2-Liter Hubraum und 177 PS (130 kW), der auch schon im Toyota Avensis und Corolla Verso für druckvolles Vorankommen sorgt. Den Lexus IS 220d treibt das Clean-Power-Aggregat, das neben den Rußpartikeln auch die Stickoxide filtert, mit seinem bulligen Drehmoment von 400 Nm in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis auf 220 km/h. Obwohl Lexus bislang noch keinen Diesel im Angebot hatte, glaubt Frank Winter, dass rund 60 Prozent aller IS-Käufer sich für diese Motorisierung entscheiden werden.

Verkehrssünder benutzen verbotenerweise den Standstreifen.

Vielleicht sollten sie aber auch mal den neuen V6-Direkt-Benzineinspritzer Probe fahren. Denn trotz des bärigen Durchzugs, mit der kultivierten Laufruhe des kaum hörbaren Sechszylinders kann der Selbstzünder nicht mithalten. Souverän und unaufdringlich überträgt das 208 PS (153 kW) starke Triebwerk die Kraft auf die Hinterräder. Erst recht, wenn man der sanft und ruckfrei schaltenden Sechsgang-Automatik (1800 Euro Aufpreis) die Arbeit überlässt.

Beiden Motoren gemein ist das fein abgestimmte Fahrwerk, kombiniert mit einer direkten und präzisen Lenkung, die ein gutes Feedback zur Straße vermittelt. Eine Besonderheit ist das so genannte Vehicle Dynamics Integrated Management (VDIM), das die serienmäßigen Fahrdynamik-Systeme wie ESP, ABS, Traktionskontrolle, elektronische Bremskraftverteilung sowie den Bremsassistenten koordiniert. In erster Linie dafür gedacht, den Fahrer in kritischen Situationen wieder auf Kurs zu bringen, lässt es sich damit ebenso gut wie auf Schienen durch die Kurven zirkeln. Allerdings ist das System vorerst nur für den Diesel zu haben, und hier auch nur in der Ausstattung Sportline (Aufpreis: 4850 Euro) serienmäßig. Doch auch ohne dieses elektronische Sicherheitsnetz gibt es im Lexus IS kein Grund zur Panik. Für serienmäßige Sicherheit sorgen zehn Airbags, darunter auch für die Knie von Fahrer und Beifahrer.

Das stärkste Argument aber, das Premium-Kunden ins Grübeln bringen könnte, ist der Preis. Auf den deutschen Markt kommt der IS in der Diesel-Basisversion für 29.600 Euro und mit dem V6-Benziner für runde 31.000 Euro, beide unter anderem mit Klimaautomatik, Tempomat, Bordcomputer, Sechsfach-CD-Wechsler und Alu-Räder üppig bestückt. Für Oberklasse-Komfort sorgen die beiden Ausstattungspakete Luxuryline (6200 Euro) sowie die oben erwähnte Sportline, mit zuätzlichen Goodies wie Bi-Xenon-Scheinwerfer, Kurvenlicht, Regen- und Lichtsensor, Lederpolster mit Sitzheizung und 17- oder 18-Zoll-Alufelgen.

Mit dem neuen Lexus IS wird Toyotas Nobeltochter einmal mehr ihrem Ruf gerecht. Ob ihn künftig mehr deutsche Kunden hören werden, bleibt abzuwarten. Immerhin haben die Japaner mit dem erstmaligen Einsatz eines Dieselmotors die Tür zum absatzstarken Flottengeschäft geöffnet.

Von Frank Wald

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