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Lexus RX 400h: Guten Gewissens Gas geben

Die fossilen Brennstoffe werden knapp, der Ruf nach sauberen Autos lauter - wer will da noch grünen Gewissens dicke Autos kaufen? Toyota macht's möglich. Mit dem neuen Geländewagen RX 400h zeigt Edel-Tochter Lexus, wie luxuriöse Lifestyle-Laster mit weißer Weste zu fahren sind.

Das Zauberwort heißt Hybrid-Antrieb. Das clevere Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor, mit dem erstmals 1997 der Mittelklassewagen Toyota Prius in Serie ging, ermöglicht Durchschnittsverbräuche, die sonst nur von Dieselmotoren erreicht werden. Und das vor allem im städtischen Stop-and-Go, bei dem normale Benzinmotoren ihren größten Sprit-Durst entwickeln. Beim Hybrid hingegen, wie er von Toyota entwickelt wurde, übernimmt ein parallel geschalteter Elektromotor das Starten und Anfahren und der Verbrennungsmotor kommt erst dazu, wenn mehr Leistung, etwa beim Beschleunigen oder Überholen, verlangt wird.

Beim Bremsen oder Dahinrollen wiederum wird die Bewegungsenergie als elektrische Energie zurückgewonnen und in der Hybridbatterie gespeichert. Vom automatischen Umschalten der beiden Antriebsarten bekommt der Fahrer nichts mit - außer auf seiner Tankrechnung. Wie erst im April 2005 ein Vergleich der Dekra zwischen dem Prius und einem Opel Astra 1,9 CDTI-Diesel, bei dem der Toyota im Stadtverkehr mit 4,75 Liter im Schnitt gegenüber 8,13 Liter beim Opel klar die Nase vorn hatte, gezeigt hat.

Der Antrieb der Korrekten

Wegen seines knauserigen Umgangs mit dem Sprit konnte der Toyota Prius in den letzten Jahren bereits weltweit zahlreiche Umwelt-Preise einfahren. Auch bei US-Filmpromis wie Sharon Stone, Dustin Hofmann, Harrison Ford oder Orlando Bloom zählt es inzwischen zur political correctness, Prius zu fahren. In den USA hat Toyota schon rund 150.000 Autos diesen Typs verkauft. Allein in der PS-Hochburg Deutschland spielt die Twin-Triebwerk-Technik immer noch eine Nebenrolle. Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg registrierte 2004 gerade 1454 Prius-Zulassungen.

Leistung fürs Gewissen

Doch das könnte sich bald ändern. Während Toyota beim Prius allein den Verbrauchsvorteil der Hybrid-Technik in den Mittelpunkt rückt, setzt Edel-Tochter Lexus beim RX 400h (h = Hybrid) voll auf Leistung und Luxus. Denn "der erste Premium-Geländewagen mit Hybridantrieb", der am 24. Juni zu den deutschen Händlern rollt, ist nur der Anfang einer ganzen Reihe von PS-starken Modellen, mit denen der deutsche Lexus-Chef Frank Winter endlich "die Lufthoheit über den automobil-interessierten Stammtischen" erringen will. Anfang nächsten Jahres startet die Oberklasse-Limousine GS 450h, später ist die Topmodellreihe LS dran, alle "mit noch höherer Leistung", wie es heißt. „"as jeweils stärkste Modell unserer Baureihen wird den Hybridantrieb unter der Haube tragen", sagt Winter.

Wie viel Power in der neuen Antriebstechnologie steckt, durfte der RX 400h jetzt bei der ersten Testfahrt eindrucksvoll beweisen. Der so genannte HSD-Antrieb (Hybrid Synergy Drive) besteht aus einem 3,3-Liter-V6-Benziner mit einer Leistung von 210 PS (155 kW), der zusammen mit einem ebenso kräftigen Elektromotor (167 PS / 123 kW) die Vorderachse antreibt. An der Hinterachse sitzt ein zweiter Elektromotor mit 68 PS (50 kW), der bei Beschleunigung variabel zugeschaltet wird und zugleich einen leichten und wirkungsvollen Allradantrieb - ohne schwere Bauteile wie Kardanwelle, Verteilergetriebe oder Hinterachsdifferenzial - abgibt. Eine vollelektronische Leistungsverzweigung steuert dabei den Energiefluss, entweder zum Antrieb des Autos oder beim Bremsen zur Aufladung der 45 kW-Batterie, die wiederum die E-Motoren speist.

Enormes Drehmoment

Am Lenkrad des RX 400h ist von alledem nichts zu spüren. Ein Dreh am Zündschlüssel, und scheinbar nichts passiert. Nur ein leuchtender "Ready"-Schriftzug im Tachodisplay zeigt, das der Wagen "bereit" ist. Mit leisem Surren schiebt der SUV an. Im Stand oder beim sanften Anfahren bleibt der Benziner stumm, verbraucht ergo keinen Tropfen Sprit. Dafür besitzen die beiden E-Motoren ab der ersten Umdrehung ein enormes Anfahrdrehmoment von mehr als 800 Newtonmeter. Wird weitere Beschleunigung oder höheres Tempo gefordert, steigt der Verbrennungsmotor mit ein. Dank variabler Ventilsteuerung und stufenlosem Planetengetriebe aber so, dass auch davon nichts zu merken ist. So entsteht eine Kraftquelle, die mit maximal 272 PS und 825 Newtonmeter Drehmoment den immerhin über zwei Tonnen schweren Wagen aus dem Stand in 7,6 Sekunden auf 100 km/h und zur Spitze von 200 km/h treibt. Und das mit einem Durchschnittsverbrauch von etwas mehr als acht Litern, wie der Bordcomputer nach rund 150 moderat gefahrenen Testkilometern über Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr anzeigte

Verbrauch eines Vierzylinders

Mit den "Fahrleistungen eines V8 und dem Verbrauch eines Vierzylinders", so Marketing-Manager Filippo Bellanti, fährt der RX 400h seinen durstigen SUV-Konkurrenten wie Porsche Cayenne, Mercedes ML oder BMW X5 davon und lässt sogar dieselgetriebene Wettbewerber alt aussehen. Erst recht, wenn es dabei um den CO2- und Stickoxidausstoß geht. Schon jetzt erfüllt der Antrieb die Abgasnorm Euro 4 und "ohne tiefgreifende Modifikationen" (Bellanti) werde auch die künftige Euro 5-Norm erreicht.

6.200 Euro Aufpreis

Die innovative Technologie lässt sich Lexus selbstverständlich bezahlen. Mit 49.750 Euro kostet der RX 400h genau 6200 Euro mehr als der optisch identische Benzin-Bruder RX 300. Im Mehrpreis enthalten sind, neben einer umfangreichen Serienausstattung u.a. mit sieben Airbags, dualer Klimaautomatik, Xenon-Licht und Audiosystem mit 6-fach-CD-Wechsler, ein stufenlos schaltendes Automatikgetriebe, das erst kürzlich im GS 430 vorgestellte elektronische Fahrdynamikmanagement VDIM sowie 18 Zoll große Leichtmetallräder.

Maximilian Noah

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.