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Nachrichten: Opel: Keine Subventionen für die Automobilindustrie?

Weder in Washington noch in Berlin hatten die Autobosse auf Anhieb Erfolg. Jetzt suchen die klammen Autobauer anderen Geldquellen.

Die großen Drei können nicht mit schneller staatlicher Hilfe rechnen. US- Finanzminister Paulson hat es abgelehnt, mit einem Teil des 700-Milliarden-Dollar-Hilfspakets für die Banken Ford, Chrysler und General Motors zu unterstützen.

Am Montag hatten sich die Opelmanager bereits einen Korb in Berlin geholt. Im Kanzleramt hatte Angela Merkel sich mit den Opel-Chefs getroffen, um über die Krise bei zu beraten. Bei dem Treffen ist jedoch noch keine Entscheidung über eine mögliche Staatsbürgschaft gefallen. Die Kanzlerin hat sich bis Weihnachten Zeit gegeben, die Sachlage zu prüfen. Dabei sind auch Fragen des Wettbewerbs- und Beihilferechts zu beachten. In Hessen ist man dagegen von weniger Skrupeln geplagt. Roland Koch hat in seiner gewohnt unkomplizierten Art einen Kabinettsbeschluss über einen Gesetzentwurf erwirkt, der eine Landesbürgschaft über 500 Millionen Euro für die angeschlagene Automobilindustrie vorsieht.

Das ist auch verständlich. Das Bundesland Hessen, wäre auch von einer Opelpleite am stärksten betroffen. 18.300 der insgesamt 29.000 Opelaner arbeiten in Rüsselsheim. Weitere 5300 Mitarbeiter montieren in Bochum vor allem den Astra, den Zafira, sowie Achsen und Getriebe. In Kaiserslautern sind 3500 Mitarbeiter mit der Motoren- und Komponentenfertigung beschäftig. In Eisenanach bauen 1900 Arbeiter den neuen Corsa. Nach einer allgemeinen Regel kommen auf einen Mitarbeiter eines Automobilwerks zwei weitere Arbeiter bei den Zulieferern. Somit wären von einer Opelpleite fast 100.000 Arbeitsplätze betroffen, die meisten davon in Hessen. Vereinzelt werden Stimmen laut, dass die jetzige Autokrise nicht überraschend die Branche trifft. Die aktuellen Absatzprobleme hatten sich seit Jahren abgezeichnet. Zu lange seien wichtige Trends verschlafen worden.

Dabei trifft die Krise gerade Opel unverdienter Maßen. Die Rüsselsheimer haben nämlich ihre Hausaufgaben gemacht. Nach der Sanierung 2004 ging es für die Opel gerade wieder bergauf. Nachdem jahrelangen Verlusten schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Die Erfolgsmodelle Corsa und Astra sind Beispiele dafür, wie mit Autos Geld verdient werden kann. In Kürze kommt die neuentwickelte Mittelklasse-Limousine Insignia auf den Markt. Opel hofft auf eine staatliche Bürgschaft für Kredite in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Das Unternehmen will davon notfalls Gebrauch machen können, um sein Überleben zu sichern. Bislang erhielt Opel das notwendige Geld vom US-Mutterkonzern und führte im Gegenzug Gewinne dorthin ab. Deshalb konnte das Unternehmen auch keine Rücklagen bilden.

Auch jetzt ist man bei Opel nicht untätig. Mit Produktionskürzungen und einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit will der Autobauer die Krise überbrücken. Europa-Chef Forster kündigte an, die Managergehälter kürzen zu wollen. Die Auszahlung aller Boni, Prämien und Sondervergütungen werden ausgesetzt. Gleichzeitig mehren sich die Befürchtungen, dass deutsche Staatsmittel direkt zur notleidend Konzernmutter abfließen könnten. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es zur zentralen Bedingung für eine Bürgschaft gemacht, dass dieses verhindert wird. Besser wäre es, man würde Opel gleich aus dem GM-Konzern herauslösen. Ford hat ja vorgemacht und Land Rover und Jaguar an einen zahlungskräftigen Konkurrenten verkauft.

Warum Opel fahren, wenn man Opel kaufen kann. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat vorgeschlagen, der Staat solle Opel General Motors zumindest zeitweise abkaufen. Für den Autoexperten Wolfgang Meinig ist eine schnelle Trennung von GM der einzige Weg für Opel aus der Krise. Gleichzeitig mehren sich Gerüchte über mögliche solvente Käufer. Die SolarWorld AG soll mithilfe der Banken ein Angebot von einer Milliarde Euro für die vier deutschen Opel-Werke und das Entwicklungszentrum abgegeben haben. Das Angebot gilt natürlich nur, wenn auch die Staatsbürgschaft eingeräumt wird. Das bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den Bundeshaushalt. Finanzminister Steinbrück plant für 2009 schon mal mit einer doppelt so hohe Neuverschuldung.

Hans Bast / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.