HOME

Porsche Boxster S: Neues aus Zuffenhausen

Zwei Sprudelkisten, zwei Golfbags und trotzdem ein Porsche: Schöner als im Boxster kann man Alltagsnutzen und Sportlichkeit kaum verschmelzen. Die erste Ausfahrt in der neuen Modellgeneration mit Doppelkupplungs-Getriebe.

Der Drehzahlmesser zeigt 4000 Touren, aus dem Singen des Sechszylinder-Boxers wird ein kräftiges Röhren. Der Blick fixiert die nächste tückische Kurvenkombination am Willow Springs Raceway. Leichtes Anbremsen, das Doppelkupplungsgetriebe schaltet butterweich herunter und teilt den Gangwechsel nur durch einen Oktavensprung im Motorsound mit. Wieder Vollgas – der Boxster S jagt wie am Gummiband gezogen über die Curbs, und die Lenkung folgt den Befehlen des Fahrers wie ein Sklave seinem Herrn.

"Mittelmotor und Doppelkupplungsgetriebe bilden das perfekte Paket", meint Hurley Haywood. Das Rennfahrer-Urgestein – Haywood gewann als erster Fahrer die 24 Stunden von Daytona und Le Mans im selben Jahr - dirigiert uns mit knappen Befehlen durch den Kurs. Begriffe wie Untersteuern oder nervöses Heck muss der Boxster im Lexikon nachschlagen. Der sorgfältig ausbalancierte Roadster fährt stets im Mittelpunkt seines eigenen Renn-Universums.

Der aufgehübschte Zweisitzer unterscheidet sich optisch kaum vom Vorgänger, doch bei der Technik hat man in Zuffenhausen mächtig gerührt. "Der Antriebsstrang wurde komplett erneuert, beim Fahrwerk wurden Feder- und Dämpferrate neu abgestimmt, bei der Lenkung die Lenkkraft-Kennlinie geändert", zählt Baureihen-Chef Hans-Jürgen Wöhler ein paar der Modifikationen auf. Das 2,9-Liter-Basistriebwerk leistet im Boxster 255 PS (188 kW). Im S arbeitet ein 3,4-Liter-Motor mit 310 PS (228 kW). Für die Coupé-Version Cayman sattelt Porsche je zehn Pferdchen mehr. Dank Benzin-Direkteinspritzung gibt es trotz Leistungsplus einen geringeren Durchschnittsverbrauch. 9,2 Liter pro 100 Kilometer (mit Doppelkupplungsgetriebe) lautet zumindest die Werksangabe beim Boxster S.

Zwei weitere Zahlen sind entscheidend für das schwäbische Spaßpaket: In 5,2 Sekunden beschleunigt der Boxster S von 0 auf 100 Km/h – mit aktivierter "Launch Control" sorgt die Elektronik dabei für einen kontrollierten Kavaliersstart. 8 Minuten und 10 Sekunden schließlich lautet die Rundenzeit, in der Porsche-Testfahrer mit einem speziell abgestimmten Boxster S die Nürburgring-Nordschleife absolviert haben.

Wer nach dem Trip durch die Grüne Hölle noch im Supermarkt vorbeischauen möchte, findet im Boxster viel Platz (für einen Sportwagen): „Vorne passen zwei Sprudelkästen hinein, hinten zwei Golfbags“, beschreibt Hans-Jürgen Wöhler eine mögliche Anwendung für die zusammen 280 Liter großen Gepäckfächer vorn und hinten. Auf vielfachen Kundenwunsch gibt es auch eine Bluetooth-Handyvorbereitung sowie Anschlüsse für iPod und MP3-Player, jedoch nur gegen Aufpreis. Mit weiteren Extras wie dem Doppelkupplungsgetriebe (2945 Euro) kann man den Basispreis (46.142 Euro, Boxster S: 55.781 Euro) leicht in die Höhe treiben.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

Wissenscommunity