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Pariser Autosalon Großer Auftritt für die Kleinen


Die Pariser Autoshow ist das richtige Schaufenster um die neuen kompakten Flitzer vorzustellen. Die kleinen Stars sind die neuen Versionen von Smart, Opel Corsa und Skoda Fabia.

Kleinwagen verkaufen sich gut in Südeuropa und in Frankreich, kein Wunder dass die Kleinen auf dem Autosalon in Paris im Mittelpunkt stehen. Zu ihrem Erfolg tragen Wirtschaftskrise und Strafsteuern für größere Wagen bei. Für die Popularität sind aber auch die inneren Werte verantwortlich. Alleinstehende oder Paare ohne Kinder benötigen heute kein größeres Fahrzeug.

Endlich kommt ein neuer Smart

Lange erwartet wurde der Nachfolger des Smarts. Mit der markanten Eigenständigkeit ist es allerdings vorbei: Der neue Renault Twingo und der neue Smart teilen sich die Technik. Der Franzose hatte seinen Auftritt bereits im Frühjahr in Genf, nun zieht Daimler mit dem Smart nach, der ab November beim Händler steht. Dieses Mal gibt es den Smart von Anfang als 2,69 Meter langen Zweisitzer Fortwo und als Forfour, der sich mit dem Twingo die Plattform teilt. Die Preise werden sich an denen des Vorgängers orientieren, also bei knapp 11.000 Euro beginnen. Der Forfour ist um rund 600 Euro teurer. Im Wettbewerb muss sich der Forfour dem Twingo stellen, angesichts der Preisnachlässe von Renault wird das keine leichte Aufgabe.

Vernunftautos aus Korea

Ende des Jahres steht auch der Hyundai i20 beim Händler. Mit 4,04 Metern Länge ist der Hyundai deutlich erwachsener als der Smart. Er soll einen der geräumigsten Innenräume seiner Klasse bieten. Der Kofferraum von 326 Litern ist in diesem Segment eindrucksvoll. Auch wenn die Koreaner mit LED-Licht und einer Rückfahrkamera punkten wollen, dauert es voraussichtlich bis zum Modelljahr 2016, ehe neue Aggregate, darunter ein Dreizylinder und eine Turbo-Aufladung mit einem elektrisch angetriebenem Verdichter für Vortrieb sorgen. Die Schwestermarke Kia hat den überarbeiteten Rio im Gepäck Die Modellpflege fällt optisch sehr dezent aus und beschränkt sich im Wesentlichen auf Retuschen der Fahrzeugfront. Das Cockpit wurde ebenfalls etwas aufgehübscht und ein neues Infotainmentsystem installiert. Es hat einen Sieben-Zoll-Monitor, bietet digitalen Radioempfang (DAB) und berechnet dank neuer Prozessoren die Route schneller. Der neue Hyundai i20 soll mindestens rund 11.500 Euro kosten. Hyundai i20 und Kia Rio werden das Wachstum der Koreaner weiter sichern. Beide sind als Vernunftautos positioniert. Rabatte, günstige Ausstattungspakete und konkurrenzlose Garantiebedingungen werden den Konkurrenten das Leben schwer machen.

Zurückhaltender Opel Corsa

Auch Opel will mit dem neuen Corsa den Aufschwung der Marke fortsetzen. Etwas überraschend ist die optische Zurückhaltung der fünften Generation des Corsas. Der knapp vier Meter lange Kleinwagen setzt auf die bewährte Optik des Vorgängers. Nur die Fahrzeug-Front erinnert an den Kussmund des frechen kleinen Bruder Opel Adam, die Rücklichter orientieren sich am Astra. Mehr hat sich bei der Technik getan. Der neu entwickelte Dreizylinder-Turbo, hat einen Hubraum von einem Liter und wird zunächst in zwei Leistungsstufen mit 90 und 115 PS erhältlich sein. Neben den 1,2- und 1,4-Liter-Benziner Triebwerken sowie einem sparsamen 1,3-Liter-Diesel, ist auch eine OPC-Version mit knackigen 240 PS geplant. Auch der Innenraum legte, was die Wertigkeit und die Bedienfreundlichkeit angeht, zu. Das Infotainment-Konzept samt der IntelliLink-Technik und einem Sieben-Zoll-Bildschirm orientiert sich am Adam. Bei den Sicherheitssystemen ist der Corsa Up-to-Date. Die Fahrerassistenzsysteme beinhalten Tot-Winkel-Warner, City-Notbremsung, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte- und Fernlichtassistent an Bord. Neben dem LED-Tagfahrlicht gibt es optional jetzt auch Xenon-Scheinwerfer. Garniert wird das Komfortpaket mit einer Rückfahrkamera, einem automatisch lenkenden Park-Assistent und einem Berganfahr-Assistent. Bei den Preisen hält sich Opel noch bedeckt, die dürften sich aber an denen des Vorgängers orientieren, also bei rund 12.000 Euro starten.

Skoda strebt nach Höherem

Ganz anders als der zurückhaltende Corsa startet der Skoda Fabia durch. Die dritte Generation unterscheidet sich merklich vom Vorgänger. An die Stelle der rundlichen Gemütlichkeit tritt eine scharfgezeichnete Dynamik. Technisch profitiert der Tschechen von der Technologie der großen Mutter VW: Das fängt bei den Fahrerassistenzsystemen an und hört beim Infotainment auf. Teurer als der Vorgänger wird der neue Fabia nicht. Die Einstiegspreise werden bei rund 11.700 Euro liegen. Zu sehen ist auch der Fabia Combi, der mit einem Kofferraumvolumen von 530 Litern beeindruckt. Der Combi kommt einem Fahrzeug der Golfklasse als günstige Alternative gefährlich nahe. Mit seinen Dimensionen bedient er aber nicht mehr die Kunden, die einen echten Kleinwagen wünschen.

Die neue Europa-Klasse

Und Volkswagen? Die Niedersachsen haben eigentlich nicht neues im Programm. Sie schieben mit dem GTI nur eine Sportversion des VW Polos nach. Die vierte Generation des Mini-Kraftprotzes hat einen 1.8-Liter-Turbomotor, der 192 PS leistet.

Die Kleinwagen bilden den neuen Standard in Europa. Einige Exemplare sind allerdings inzwischen so gewachsen, dass man sie vor zehn Jahren noch eine Klasse höher einsortiert hätte. Aber auch die Kleingebliebenen haben zugelegt: Innenraum und Ausstattung bieten luxuriöse Wahlmöglichkeiten. Letztlich sind sie die Wagen einer neuen Zeit. Sie sind mehr für die Kurzstrecke als für die Autobahn gedacht und bieten alles, was man sich wünschen kann, zu Preisen weit unter 20.000 Euro.

Gernot Kramper mit Agenturen

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