HOME

Hauptversammlung des Autombilclubs: Der ADAC verschiebt den personellen Neuanfang

In Saarbrücken stellen sich die Delegierten hinter die Reformpläne des ADAC, wählen aber keinen neuen Präsidenten. Ein Whistleblower-System soll anonyme Hinweise auf Unregelmäßigkeiten ermöglichen.

In der Congresshalle von Saarbrücken lautet das Motto der Bundeshauptversammlung: "Reform für Vertrauen".

In der Congresshalle von Saarbrücken lautet das Motto der Bundeshauptversammlung: "Reform für Vertrauen".

Der ADAC ist Verein, Konzern, Arbeitgeber und Lobbyist. Nach den Skandalen der letzten Zeit will der zweitgrößte Autofahrerclub der Welt mit umfassenden Reformen einen Weg aus seiner tiefen Krise finden. Die Delegierten der Hauptversammlung stellten sich am Samstag in Saarbrücken mit großer Mehrheit hinter die Erneuerungspläne, verschoben aber wie erwartet den personellen Neuanfang an der Spitze des ADAC. Unter dem Motto "Reform für Vertrauen" sollen bis zum Spätherbst konkrete Maßnahmen erarbeitet werden.

"Die Krise hat den ADAC wachgerüttelt. Sie hat uns klar gezeigt, dass wir im Kern immer noch hervorragende und wichtige Arbeit leisten, aber uns noch neu ausrichten müssen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, am Ende daraus gestärkt hervorzugehen", sagte der amtierende ADAC-Chef August Markl in seiner Rede vor den 197 Delegierten des fast 19 Millionen Mitglieder zählenden Vereins.

Keine Neuwahl des Präsidenten

In Zukunft soll strikter als bisher zwischen dem Verein und seinen Unternehmen getrennt werden. So sollen etwa Aufsichtsräte wie bei der Versicherungstochter des ADAC künftig mit externen Fachleuten und nicht mehr mit ehrenamtlichen Funktionären besetzt werden. Unternehmerische Betätigung werde aber auch in Zukunft nötig sein, um die "Qualität der Mitgliederleistungen aufrecht zu erhalten". Allerdings würden die wirtschaftlichen Ziele auf ein "sinnvolles Maß" zurückgeführt. "Mitgliederorientierung kommt beim ADAC klar vor wirtschaftlicher Orientierung", sagte Markl.

Der Vereinschef bleibt bis auf weiteres an der Spitze des ADAC. Wie erwartet verschob der ADAC die Neuwahl seines Präsidenten. Markl solle den Reformprozess zunächst zu Ende führen. Erst danach werde eine neue Spitze gewählt. Frühstens auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, die voraussichtlich Anfang Dezember stattfinden werde, spätestens aber im Mai 2015 auf der planmäßigen Tagung des Gremiums in Bochum, solle der Führungsposten neu besetzt werden. Der frühere Vizepräsident Markl war kommissarisch eingesetzt worden, nachdem Präsident Peter Meyer im Zuge des Skandals Mitte Februar zurückgetreten war.

Internet-Portal als anonymes Meldesystem

Bis November sollen Arbeitsgruppen in etlichen Themenfeldern nach Wegen suchen, die Organisation transparenter, demokratischer und vor allem wieder glaubwürdig zu machen. Zu Beginn der Tagung hatte die saarländische Ministerpräsidentin, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), den Club zur Erneuerung aufgerufen. Vertrauen sei das wichtigste Kapital des Autoclubs gewesen. "Das müssen Sie zurück gewinnen."

Einen Beitrag erhofft sich der Club dafür von einem sogenannten Whistleblower-System. Über ein via Internet benutzbares Portal können Betroffene nun auch anonym Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder Verstöße geben. Die Meldungen werden nicht vom Autofahrerclub selbst verarbeitet, sondern gehen an eine externe Anwaltskanzlei, um die Unabhängigkeit der Überwachung zu gewährleisten. Vergleichbare Systeme gibt es auch bei großen Unternehmen.

Der ADAC war nach dem Bekanntwerden von Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" im Januar in eine tiefe Vertrauenskrise geraten. In der Folge musste sich der Autofahrerclub immer neuen Vorwürfen stellen. Rund 290 000 Mitglieder kehrten dem Verein seither den Rücken. Den seit Jahren anhaltenden Zustrom neuer Mitglieder konnte das aber nur deutlich bremsen. Zum 30. April hatte der ADAC 18.960.216 Mitglieder, immerhin 17.415 mehr als zu Jahresanfang.

tib/DPA / DPA

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.