Kantige Familienkutschen Kinder-Kegler

Citroën hat Nemo gefunden, und bei Peugeot piept’s. Hinter knuffigen Designstudien wie dem Nemo Concetto oder dem Bipper Beep-Beep verstecken sich nicht unbedingt hübsche, aber praktische und günstige Familienkutschen.

Traditionell führend auf dem Gebiet bezahlbarer Familien- und Freizeitautos sind die Franzosen - kein Wunder, schließlich sind sie zeugungsfreudiger als die kinderarmen Deutschen. Eins der knuffigsten Autos auf dem Genfer Salon darf sich Citroën auf die Fahnen schreiben. Der kleine Hochdachkombi Nemo mit Schiebetüren ist als unkompliziertes Reisemobil für die Kleinfamilie gedacht. Auf nur 3,96 Metern Länge bietet er ein erstaunliches Raumgefühl, wenn auch die Kniefreiheit im Fond für Erwachsene arg eingeschränkt ist. Der Kofferraum fasst bis zur Oberkante der Vordersitze 884 Liter. Ein Hingucker ist das Concept Car "Nemo Concetto" im orange-schwarzen Clownfish-Design, dessen Optik dem Film "Findet Nemo" entlehnt ist. Ein Design-Gag sind die kleinen Bullaugen-Fenster im Heck.

Zwei Nummern größer ist der Kangoo-Konkurrent Citroën Berlingo. Das neue Modell des Transporters und Hochdachkombis kommt im zweiten Quartal 2008 auf den Markt. Genau wie der Renault Kangoo bietet der Berlingo das, was viele SUV nicht haben: Viel Platz auch im Fond, einen großen Kofferraum mit niedriger Ladekante und zahlreiche Ablagen. Die drei Einzelsitze im Fond lassen sich herausnehmen. In Genf parken auch die beiden Schwestermodelle des Citroën Nemo: Der Fiat Fiorino und der Peugeot Bipper. Alle drei Autos sind Kombis auf Basis kleiner Nutzfahrzeuge. Der Bipper Tepee ist mit zwei 1,4-Liter-Motoren zu haben, einem Diesel mit 68 PS oder einem Benziner mit 73 PS. Peugeot hat den Bipper ebenfalls zum Concept Car umgerüstet – der Bipper „Beep Beep!“ mit schwarz-roter Kriegsbemalung und fetten Felgen ist als Servicewagen für den Le Mans-Renner Peugeot 908 Hdi gedacht. Auch der Peugeot Partner bekommt eine neue Kombi-Version zur Seite gestellt. Neben der normalen Version gibt es den Tepee sogar als „Escapade“ in SUV-Optik mit robuster Frontschürze und Schlechtwege-Fahrwerk.

Plastik und simple Auslegeware

Der günstigste Vertreter des kleinen Hochdachkombi-Dreigestirns wird wahrscheinlich der Fiat Fiorino werden. Wie bei Nemo und Bipper profitiert er von seiner Nutzfahrzeugherkunft, wenn es um Alltagstauglichkeit geht. Optional zur normalen Heckklappe gibt es asymmetrische Hecktüren mit zwei Türflügeln. Zum Einladen langer Gegenstände kann man den Beifahrersitz mit wenigen Handgriffen zusammenklappen und im Boden versenken, so dass er sich auf einer Ebene mit dem Kofferraum befindet. Damit finden 2,5 Meter lange Gegenstände Platz. Weder beim Fiorino noch bei seinen baugleichen Brüdern darf man freilich Wunder vom Interieur erwarten - Plastik und simple Auslegeware prägen den Innenraum.

Das Kontrastprogramm zu den einfach-praktischen Kombi-Vans findet man übrigens bei Mini: Der Clubman John Cooper Works ist ein Lifestyle-Viersitzer mit der ungewöhnlichen Türkombination 2-1-2 (zwei Türen vorn, eine hinten rechts und eine Doppeltür am Heck). Für ordentlichen Vortrieb sorgt ein 211 PS starker Turbomotor, der den Kombi auf 238 Sachen beschleunigt. Beim Gepäck muss man freilich sparen: Will man mehr als zwei Sitzplätze nutzen, hat der Clubman-Laderaum nach wie vor nur 260 Liter zu bieten.

Sebastian Viehmann, press-inform press-inform

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