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Vergessene Apple-Geräte Die Großeltern von iPad und Co.


Apple ist für seine Erfolgsprodukte iPad und iPhone bekannt. Doch nicht alle Geräte des kalifornischen Unternehmens schafften den großen Durchbruch. stern.de zeigt Apple-Produkte, die längst in Vergessenheit geraten sind.

Der Vorfahre des iPads - Apple MessagePad

Mit dem Apple Newton MessagePad hat Apple von 1993 bis 1998 einen Personal Digital Assistant (PDA) samt Bedienstift (Stylus) angeboten. Das moderne Äquivalent dieses Gerätes sind iPhone, iPad sowie iPod touch, aber auch Programme zur Handschrifterkennung.

Noch vor den iGeräten oder Palm Pilot stellte das Apple Newton MessagePad den weltweit ersten Touchscreen-PDA dar. Erstmals 1993 von Apple auf den Markt gebracht, war der Apple-PDA in vielerlei Hinsicht seiner Zeit voraus.

Mit dem Gerät wurde die Idee eines berührungsempfindlichen Displays samt Stylus umgesetzt. Selbst Handschrifterkennung wurde mit dem PDA geboten, obwohl das anfangs nur eher mäßig funktionierte. Das originale Newton MessagePad bot außerdem nicht die Möglichkeit, das Gerät mit einem Mac oder PC zu synchronisieren.

Allerdings verbesserte Apple das Gerät mit jeder neuen Version. Das Betriebssystem des Newtons bot heute längst vertraute Funktionen wie etwa eine digitale Pop-up-Tastatur. Obwohl das Newton MessagePad 1998 von Steve Jobs eingestellt wurde, gibt es noch heute Anhänger des innovativen PDAs. Smart, widerstandsfähig und designstark inspirierte das Newton sicherlich einige der heute gängigen iOS-Geräte und Smartphones.

Apples Spielekonsole - Bandai Pippin

Von 1995 bis 1997 versuchte sich Apple mit seiner hauseigenen, 599 Dollar teuren Spielekonsole, dem Bandai Pippin Atmark, auf dem amerikanischen und japanischen Markt. In Europa kam die Spielekonsole, deren moderne Äquivalente beispielsweise Sonys PlayStation oder Microsofts Xbox sind, unter der Bezeichnung Katz Media Pippin auf den Markt.

Die Konsole mit dem seltsam anmutenden Namen war Apples Versuch, den Spiele-Boom der damaligen Zeit für sich zu nutzen. Im Vergleich zu Nintendo und Sega scheiterten Apples Bemühungen jedoch. Pippin basierte auf einem PowerPC-603e-Prozessor und wurde in den USA und Japan unter der Lizenz von Bandai und in Europa unter der Lizenz von Katz Media verkauft. Die Konsole wurde allerdings von Anfang an aufgrund ihrer schwachen Leistung, dem zu hohen Preis und der geringen Anzahl an Spielen kritisiert.

Als die Produktion 1997 eingestellt wurde, konnte Bandai lediglich 42.000 Stück verkaufen, während Katz Media es auf nur 5000 verkaufte Konsolen schaffte.

Digitalkamera - Apple QuickTake

Mit Apple QuickTake bot der iPhone-Hersteller von 1994 bis 1997 für stolze 749 Dollar eine digitale Kompaktkamera an. Die integrierten Digitalkameras von iPhone, iPad und iPod touch gelten als moderne Äquivalente.

Heute wird die digitale Fotographie bereits als selbstverständlich hingenommen. In den 90ern sah das noch anders aus. Als erstes Unternehmen brachte Apple 1994 mit der QuickTake 100 eine Digitalkamera für Privatanwender auf den US-amerikanischen Markt.

Die an einen Feldstecher erinnernde Kamera wurde von Kodak produziert. Sie bot ein fixes Objektiv und Nutzer konnten bis zu acht Bilder in VGA-Auflösung auf dem 1 MB großen Speicher ablegen. Mittels eines Serienkabels konnten die Fotos auf den Mac übertragen werden. Auf die QuickTake 100 folgte mit der QuickTake 150 eine weitere von Kodak hergestellte Apple-Kamera. Daraufhin kam die von Fujifilm produzierte Quick Take 200 auf den Markt. Allerdings verkaufte sich aufgrund der harten Konkurrenz keines der drei Modelle besonders gut.

Nach der Rückkehr von Steve Jobs wurden die Digicam-Pioniere eingestellt.

Diskettenlaufwerk - Disk II

Das Floppy-Disk-Laufwerk Disk II wurde im Jahr 1978 von Apple-Mitgründer Steve Wozniak entwickelt. Der Verkaufspreis lag bei unglaublichen 595 US-Dollar. Das Disk-II-System wurde für die damals populären Apple-II-Computer entwickelt, um die langsamen Kassettenspeicher durch die schnelleren 5¼-Zoll-Disketten zu ersetzen.

Die Speicherkapazität pro Diskettenseite betrug 114 Kilobyte.

Wlan - Apple AirPort

Mit Apple AirPort bot der Konzern aus Cupertino von 1999 bis 2003 eine 802.11b-Wlan-Basisstation für 199 Dollar an. Das moderne Äquivalent dazu ist heute die Apple-AirPort-Extreme-Station.

Die AirPort-Basisstation wurde von Steve Jobs erstmals während seiner Keynote auf der Macworld Expo 1999 präsentiert.

Obwohl die Wlan-Technologie zur damaligen Zeit bereits existierte, war sie für viele Nutzer noch zu teuer und zu unbekannt. Das änderte sich allerdings, als Apple das US-amerikanische Unternehmen Lucent dazu verpflichten konnte, eine Wlan-Funkkarte für weniger als 100 Dollar zu entwickeln. Diese konnte als optionales Extra in die erste Generation der Apple iBooks integriert werden.

Netbook - Apple eMate 300

Mit dem Apple eMate 300 hatte der Konzern von 1997 bis 1998 einen ultraportablen Laptop für 800 Dollar auf dem Markt. Dem Gerät entspricht heute das 11 Zoll große MacBook Air.

Der eMate 300 war als ein kompakter Computer für Schulen gedacht und gilt als der Vorgänger von Netbooks sowie dem MacBook Air. Dem Gerät war jedoch lediglich eine einjährige Lebensspanne gegönnt, denn auch der eMate 300 fiel der Rückkehr von Steve Jobs und den folgenden Sparmaßnahmen zum Opfer.

Das Außergewöhnliche am eMate 300 war sein innovatives Klapp-Design samt Tragevorrichtung und transparentem Kunststoff.

Obwohl der eMate 300 lediglich in der Farbe Aquamarin zu kaufen war, wurden Prototypen in den Farben Rot, Orange, Violett und Transparent produziert. Der eMate 300 wurde von dem Schweden Thomas Meyerhoffer entworfen, der von den Apple-Verantwortlichen die Erlaubnis bekommen hatte, "sich auszutoben".

Das Erbe von Meyerhoffer hat trotz der Einstellung des eMate 300 überlebt, denn das originale iBook aus dem Jahre 1999 ist in seinem Design ganz klar vom eMate beeinflusst.

Tragbarer CD-Player - Apple PowerCD

Mit Apple PowerCD bot der Konzern von 1993 bis 1997 ein tragbares CD-Laufwerk für 499 Dollar an. Die kleine, moderne Version davon ist der heutige iPod.

Als Apple 2007 die Bezeichnung "Computer" endgültig aus seinem Konzernnamen strich, wurde einem seit einigen Jahren verfolgten Unternehmensziel nachgegangen. Apple wollte über seinen Ursprung als Computerhersteller hinauswachsen und sich zu einem Hersteller von Unterhaltungselektronik wandeln.

PowerCD wurde von der Apple-Design-Gruppe Mac Like Things konzipiert und befand sich von 1993 bis 1997 in Apples Portfolio. Es fungierte hauptsächlich als externes CD-Laufwerk für die damaligen PowerBooks, konnte allerdings auch als tragbarer Musikplayer eingesetzt werden. Nutzer benötigten lediglich Batterien sowie AppleDesign-Lautsprecher, um damit Musik hören zu können.

Lautsprecher - Apple Speaker

Passend zum Start des CD-Players PowerCD brachte Apple die Desktop-Lautsprecher Apple Speaker auf den Markt. Das erste Lautsprecher-Paar erschien in dem Farbton Platingrau, während die zweite Generation ein Jahr später dunkler gestaltet und farblich auf die Powerbook-Reihe abgestimmt war. Sie besaßen einen Kopfhörereingang und einen Anschluss für einen externen Subwoofer.

Drucker - Apple ImageWriter

Der Vorläufer zu heutigen All-in-one-Druckern waren die von 1985 bis 1997 von Apple vertriebenen Image-, Laser- und StyleWriter. Die Drucker waren ab 675 Dollar erhältlich.

Zur damaligen Zeit waren Apples Image- und LaserWriter beinahe überall zu finden. Genutzt wurden sie, um Inhalte von Programmen wie Aldus PageMaker auszudrucken. ImageWriters, die die Punktmatrix-Technologie nutzen, kamen erstmals 1984 auf den Markt. Ein Jahr darauf erschienen die Laser-Drucker LaserWriter.

Apples erster Inkjet-Drucker namens StyleWriter, der speziell für Privatanwender entwickelt wurde, kam 1993 auf den Markt. Wie andere Produkte auch, fiel Apples gesamtes Drucker-Angebot den Sparmaßnahmen, die Steve Jobs bei seiner Rückkehr zu Apple 1997 durchführte, zum Opfer.

TV-Box - Apple Interactive Television Box

Die Apple Interactive Television Box war eine Set-Top-Box aus dem Jahr 1994, die allerdings niemals in die Massenproduktion ging. Sie unterstützte bereits Funktionen wie schnelles Vor- oder Zurückspulen von Live-TV.

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