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Sony, Samsung und LG: Das müssen Sie über die neuen Fernseher wissen

Die CES ist ein Schaulaufen der Technikbranche. Im Mittelpunkt stehen dieses Jahr superscharfe Fernseher. Doch was bedeuten die ganzen neuen Abkürzungen? Wir geben einen Überblick im TV-Dschungel.

Von Christoph Fröhlich

Auf der CES wurden viele neue Fernseher gezeigt. Das müssen SIe wissen.

Auf der CES wurden viele neue Fernseher gezeigt. Das müssen SIe wissen.

Groß müssen sie sein und ultrascharf: Auf der Hightech-Messe CES ("Consumer Electronics Show") im Spielerparadies Las Vegas stellt die Technikbranche derzeit die angesagtesten Fernseher der Welt vor. Manche sind so riesig wie eine Schrankwand, andere dünner als ein Finger. Allen gemeinsam ist die ultrahohe Auflösung. Doch was unterscheidet die neuen TV-Modelle von den Vorgängern? Wer hat den derzeit coolsten Fernseher? Und was bedeuten die ganzen neuen Abkürzungen? Wir geben einen Überblick über die TV-Neuigkeiten der CES.

4K ist der Trend des Jahres. Was heißt das eigentlich?

Wer im Wohnzimmer Kinofeeling genießen will, kommt um einen superscharfen Fernseher nicht mehr herum. Full-HD, das lange Zeit als Maß aller Dinge galt, zählt zum alten Eisen. In den Elektronikmärkten stapeln sich bereits die UHD-Fernseher, welche zwei Bildauflösungen - 4K und 8K - umfassen. Die Zahl vor dem K steht jeweils für das Vielfache von Full HD. Ein 4K-Fernseher quetscht auf dieselbe Fläche also viermal so viele Pixel wie ein handelsüblicher Full-HD-Fernseher. Statt 1920 x 1080 Pixel (daher auch 1080p) beträgt die 4K-Auflösung 3840 × 2160. Noch schärfer wird es bei 8K: Hier befinden sich 7680 × 4320 Pixel auf dem Bildschirm. Diese Fernseher kann sich derzeit aber kaum jemand leisten.

Was bringt 4K?

Durch höhere Auflösungen können Zuschauer näher am Fernseher sitzen, ohne dass man einzelne Pixel erkennt. Die Regel, dass man bei einem großen Fernseher möglichst weit weg sitzen muss, stimmt nicht: Bei einem UHD-TV empfiehlt man in etwa das 1,5-fache der Displayhöhe, damit das Pixelraster nicht mehr sichtbar ist. Bislang kosteten gut ausgestattete UHD-Fernseher schon einmal bis zu tausend Euro. Mit den jüngsten Modellen drehen die Hersteller aber an der Preisschraube, sodass die Geräte auch für Filmfans mit kleinerem Geldbeutel interessant werden.

Gibt es denn überhaupt schon UHD-Inhalte?

Das ist der Knackpunkt. Noch fehlt ein überzeugendes Angebot an ultrascharfen Inhalten, auch bei den Übertragungswegen holpert es. Auf Netflix gibt es neben einigen Landschaftsfilmen etwa die Serien "House Of Cards" oder "Breaking Bad" in 4K-Qualität. Zudem kündigte der Streamingdienst an, Inhalte wie die opulente Serie "Marco Polo" mit HDR (High Dynamic Range) - also besonders hohem Kontrastumfang - anzubieten. LG und Panasonic haben bereits kompatible Fernseher angekündigt. Dafür benötigt man allerdings neben dem passenden Gerät ein Premium-Abonnement und eine schnelle Internetleitung mit mindestens 25 Mbit/s. Höher aufgelöste 8K-Inhalte sind derzeit noch Mangelware.

Was hat es mit Samsungs SUHD auf sich?

Samsung hat mit viel Tamtam auf der CES seine neue Fernsehergeneration enthüllt - und sorgt mit der neuen Abkürzung SUHD für Fragezeichen. Dahinter verbirgt sich kein komplett neuer Standard, sondern die sogenannte Quantum-Dot-Technologie. Quantenpunkte sind vereinfacht gesagt winzige Nanokristalle, die aus blauem Licht rote und grüne Lichtpunkte erzeugen können. Der große Vorteil: SUHD-Displays sind sehr energiesparsam und strotzen vor Farben. Laut Samsung liefern sie 64-mal mehr Farben als herkömmliche Modelle. Beim Kontrast hat aber die Technologie OLED noch die Nase vorn.

Der extrem schlanke Sony X9100C von der Seite.

Der extrem schlanke Sony X9100C von der Seite.

Wer baut den derzeit coolsten Fernseher?

Definitiv Sony! Der Großteils des Bravia X90000C und X9100C ist nur 4,9 Millimeter dünn - und damit schlanker als ein iPhone 6. Damit ist der Fernseher nicht nur ein echter Hingucker, sondern eignet sich auch noch perfekt für die Wandmontage. Der untere Teil des TVs ist allerdings etwas dicker. Als Betriebssystem ist Android TV installiert.

Welches Betriebssystem ist bei Fernsehern angesagt?

Google TV, vor wenigen Jahren noch ein Hoffnungsträger des Suchmaschinenriesen, wurde mittlerweile offiziell eingestampft. Stattdessen soll es nun Android TV richten: Mit Sony, Sharp oder TP Vision hat Google jedenfalls prominente Fernseher-Hersteller an Bord. Android TV bietet neben Live-TV auch Zugriff auf Filme, Serien und Apps des Play Stores. Zudem gibt es die von Google Now bekannte Spracherkennung.

Einen anderen Schritt geht Samsung: Die Südkoreaner verkündeten auf der CES, ab sofort auf das firmeneigene TV-Betriebssystem Tizen zu setzen. Die wichtigsten Anwendungen dürften auch hier unterstützt werden, ganz überzeugen konnte die Präsentation aber noch nicht.

Was ist besser: Krummes oder flaches Display?

Curved-TVs, Fernseher mit gebogenem Display, versprechen eine größere Tiefenwirkung als flache Mattscheiben und waren zum Weihnachtsgeschäft angesagt wie noch nie. Doch sehen Filme auf dem krummen Bildschirm wirklich besser aus? Da scheiden sich die Geister: Während einige Tester das Bild plastischer finden, stellte die Zeitschrift "Stiftung Warentest" ein ernüchterndes Ergebnis aus: Einen Einfluss der Displaykrümmung auf die Bildqualität konnten die Prüfer nicht feststellen. LG geht deshalb auf Nummer sicher und hat mit dem 77EG9900 einen Edel-TV vorgestellt, der sich auf Knopfdruck krümmt. Mit 1,95 Metern Bilddiagonale dürfte der Klotz aber nur in die wenigsten Wohnzimmer passen.