Onlineshopping "iTunes" startet mit Alicia Keys


Apple eröffnet seinen erfolgreichen Online- Musikladen iTunes nach langer Wartezeit nun auch in Europa. Kosten pro Lied: 99 Cent.

85 Millionen Musikstücke hat der Computerkonzern Apple seit dem Start seines iTunes Musicstores über das Internet verkauft. Die Zahl klingt gewaltig, zumal der Computerpionier aus Kalifornien inzwischen rund 70 Prozent des Marktes der legalen Musik-Downloads erobert hat. Gemessen am gesamten Jahresumsatz der US- Musikindustrie von rund 32 Milliarden Dollar stehen Apple und die anderen Anbieter von Online-Musikshops jedoch erst ganz am Anfang.

Zum Start des iTunes Musicstore in Deutschland, Großbritannien und Frankreich erklärte dann auch Apple-Chef Steve Jobs Netzwerke für das illegale Herunterladen von Songs wie KaZaa oder Gnutella zum Hauptwettbewerber. Gerade in Deutschland trifft Jobs den Zeitgeist. Hier zu Lande ist die Szene der Nutzer von Internet-Tauschbörsen zurzeit verunsichert, nachdem Anfang Juni erstmals ein KaZaa-Nutzer in Deutschland zu 8000 Euro Schadenersatz verurteilt wurde.

"Besseres Karma"

Im Gegensatz zur Musikindustrie schwingt der Apple-Chef aber nicht die juristische Keule, sondern verweist augenzwinkernd auf das «bessere Karma», das man habe, wenn man die Musik nicht aus dem Internet stiehlt. Außerdem wollen Apple wie die anderen Anbieter von legalen Online-Musikläden die Kunden mit handfesten Vorteilen überzeugen: Denn im Gegensatz zu den Tauschbörsen kann man sich beispielsweise darauf verlassen, dass der komplette Song in einer ordentlichen Qualität übertragen wird.

Ein Song: 99 Cent, ein Album: 9,99 Euro

Apple bleibt in Europa mit einem Preis von 99 Cent für jeden der rund 700.000 Songs bei iTunes unter der psychologisch wichtigen Ein-Euro-Schwelle. Komplette Alben, die in den USA 42 Prozent des Geschäfts ausmachen, sollen in der Regel für 9,99 Euro angeboten werden. In dem Preis stecken nicht nur die Honorare für Künstler und Plattenlabels, sondern auch Abgaben an Verwertungsgesellschaften wie die Gema und auch die eigenen Aufwendungen. Und auf alles wird in Europa die Mehrwertsteuer fällig, während Online-Musikangebote in den USA von der Umsatzsteuer befreit sind.

Als Zahlungsmittel wird der Apple-Musicstore in Deutschland vorerst nur Kreditkarten (Visa, Mastercard) akzeptieren. "Wir haben aber auf dem Zettel, dass nicht jeder in Deutschland eine Kreditkarte hat oder im Internet einsetzen will", sagt Eddy Cue, Apple Vice President Applications Division. Einen Zeitpunkt, wann es alternative Zahlungsmöglichkeiten geben wird, nannte das Unternehmen bislang nicht. Jobs kündigte eine Lösung an, mit der digitale Musik vom PC auch bequem im Auto abgespielt werden kann. "Wir sprechen zur Zeit mit verschiedenen Partnern, um Ende des Jahres ein entsprechendes Produkt auf den Markt bringen zu können". Mit dem tragbaren Musikplayer iPod und mit AirTunes für die drahtlose Vernetzung von Computer und Stereoanlage biete Apple schon jetzt Möglichkeiten, digitalisierte Musik auf dem Computer unterwegs oder im Wohnzimmer zu hören.

DPA

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