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"Roll-out": Mit Lasershow und Politikerauflauf

Wenn der Airbus A380 feierlich aus dem Hangar rollt und der Öffentlichkeit vorgestellt wird, dann wird richtig dick aufgetragen: Lasershows, Soundeffekte - und jede Menge Politprominenz.

Mit einer farbenprächtigen Laser- und Tonschau präsentiert Airbus an diesem Dienstag in Toulouse das größte Passagierflugzeug aller Zeiten der Weltöffentlichkeit. Das neue Airbus-Flaggschiff A380 mit bis zu 853 Plätzen in der Charterklasse soll eine neue Ära in der Zivilluftfahrt einleiten. Rund 5000 Gäste, darunter 500 Journalisten, wurden zu der Feier geladen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder, Frankreichs Staatschef Jacques Chirac und die Regierungschefs von Spanien und Großbritannien repräsentieren die vier Länder, die dem A380 mit Krediten über 3,2 Milliarden Euro "Starthilfe" gegeben hatten.

Airbus bekommt ein neues Logo

Der "A380 reveal" in der knapp 500 Meter langen Montagehalle in Toulouse-Blaignac bietet Airbus-Chef Noel Forgeard die Gelegenheit für einen strahlenden letzten Auftritt, bevor er Anfang Mai in die Spitze des Airbus-Mutterkonzerns EADS wechselt. Mit dem weiß lackierten Prototypen stellt Airbus auch sein neues Logo vor.

Im März soll der Prototyp zu seinem Jungfernflug starten. Dann wird auch die Montage des ersten Serienflugzeugs beginnen. Otto Normalbürger kann den A380 erstmals bei der Flugzeugmesse vom 13. bis 19. Juni in Le Bourget bei Paris begutachten. 2006 wird Singapore Airlines den ersten A380 in Dienst nehmen; ein Jahr später folgen Air France und die Lufthansa.

Noch vor seinem Jungfernflug hat Airbus vom A380 bereits 149 Stück verkauft. Das ist mehr als von jedem anderen Flugzeug vor seinem Erstflug. Die für 281 Millionen Euro angebotene Grundversion verfügt über zwei durchgehende Passagierdecks mit 555 Plätzen und ein Gepäckdeck. Die Maschine hat eine Spannweite von 80 Metern und ist an der Heckflosse 24 Meter hoch. Ihre Tanks fassen 310.000 Liter Treibstoff.

Viele Flughäfen müssen umbauen

Der A380 darf auf allen Flugplätzen landen, die für Boeings 747 zugelassen sind. Dennoch haben seine Abmessungen und insbesondere die hohe Zahl der Passagiere Um- oder Neubauten auf vielen Weltflughäfen von Paris über San Francisco oder Dubai notwendig gemacht.

Mindestens 750 Flugzeuge vom Typ A380 will Airbus in den nächsten zwei Jahrzehnten weltweit absetzen. Bereits jetzt hat der europäische Hersteller mit dem A380 das jahrzehntealte Monopol von Boeings 747 im Jumbo-Markt gebrochen. Damit ist Airbus auf gutem Wege, seine junge Position als weltgrößter Bauer von Verkehrsflugzeugen zu zementieren. Gleichzeitig dringt Airbus mit dem A380F in den Markt für Superfrachter vor.

Die Endmontage findet in Toulouse statt. Das Airbus-Werk in Hamburg liefert Rumpfteile und baut die Innenausstattung ein. Die Hansestadt ist damit zweitgrößter A380-Standort. Die Auslieferung der fertigen Flugzeuge teilen sich Toulouse und Hamburg. Das A380- Heckruder kommt aus Stade, die Flügel aus Wales, die Kanzel aus Saint-Nazaire und andere Teile aus Orten von Japan über Finnland bis zu den USA.

Airbus SAS hat rund 50.000 Mitarbeiter vor allem in Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Das Unternehmen gehört zu 80 Prozent dem führenden europäischen Flugtechnikkonzern EADS, an dem DaimlerChrysler zu gut 30 Prozent beteiligt ist, und zu 20 Prozent der britischen BAE Systems.

DPA / DPA