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Luftflotte im Ruhestand: Airlines holen Flieger aus der Wüste zurück

Die Finanzkrise zwang Dutzende Gesellschaften dazu, überzählige Passagierjets zu Hunderten im Westen der USA einzumotten. Mit der anziehenden Konjunktur beordern die Unternehmen Großflugzeuge zurück in die Heimat - und in die Luft.

Von Matthias Brügge

Gleich zwei Tragödien globalen Ausmaßes setzten den Fluglinien dieses Jahrzehnt heftig zu: Der 11. September und die Finanzkrise. In der Folge legten die Airlines in aller Welt Maschinen still, da der Einbruch im Frachtverkehr sowie die schrumpfenden Budgets von Geschäftsreisenden und Urlaubern Jets größerer Bauart zu Hunderten überflüssig machten. Für einen Verkauf fehlte der Markt. Hunderte von Flugzeugen in Hallen abzustellen, war den Firmen zu teuer. Also schickten sie den Großteil der Maschinen in die Wüste(n) der US-Bundesstaaten Kalifornien, Nevada und Arizona.

Jetzt, wo die Konjunktur rund um den Erdball wieder angesprungen ist und die Gesellschaften im Aufwind sind, werden die Flieger wieder fit gemacht für den Einsatz. Seit Mitte des Jahres reaktivieren Unternehmen wie die British Airways, Cathay Pacific, Qantas und Lufthansa Cargo ihre Flugobjekte.

Laut Ascend Worldwide, einer Datenbank für die Branche, war die Zahl der weltweit am Boden geparkten kommerziellen Airliner von Ende 2008 bis Ende 2009 um 29 Prozent auf 2302 Maschinen gewachsen. Davon stammten 930 von US-Firmen.

Allein zwischen Mai und Juni verließen rund 200 Stück die Wüste, ein Viertel davon Großraumflugzeuge wie die Boeing 747, die gebraucht wurden, um die seit Sommer gestiegene Nachfrage nach Langstreckenflügen abzudecken. Nach Berechnungen von Ascend Worldwide überstieg die Zahl der im Juni reaktivierten Jumbojets erstmals seit Januar 2009 die der eingemotteten 747. Diesen Erhebungen zufolge stehen von den zu Jahresbeginn 112 eingelagerten Jumbos noch 40 dauerhaft am Boden.

Zurück in den Job

Und auch deren Rückkehr in den Himmel naht. Denn der Sektor lässt die Krise langsam hinter sich. Airlines und Hersteller atmen auf, hinzu kommt der größere Bedarf an Transporten. Die großen Flugzeugbauer haben wieder volle Auftragsbücher. Der jüngsten Einschätzung des internationalen Branchenverbandes IATA zufolge werden die Gesellschaften 2010 mit etwa 8,9 Mrd. Dollar einen drei Mal so hohen Gewinn erwirtschaften wie noch im Juni erwartet, als 2,5 Mrd. Dollar prognostiziert worden waren.

Als Folge lichten sich die Wüsten-Parkplätze. So reaktiviert die British Airways (BA) zwei ihrer acht in Victorville in der kalifornischen Mojave-Wüste abgestellten Boeing 747 früher als geplant und bringt sie zurück in den Liniendienst. Die beiden Jumbos vom Typ 747-400 werden derzeit eingehenden Checks unterzogen, wie BA-Chef Willie Walsh kürzlich berichtete. Die Gesellschaft verfügt über insgesamt 49 Jumbojets und plant nach eigenen Angaben, ihr Sitzangebot im Winter um sieben Prozent zu erweitern. Für die Urlaubssaison 2010 holte auch die US-Fluglinie United Airlines eine 747 aus der Wüste zurück. Das sagte ein UAL-Sprecher.

Lufthansa holt Luftfrachter heim

Zudem boomt die Luftfracht. Die in Hongkong ansässige Cathay Pacific belebte fünf Transportmaschinen wieder. Die Lufthansa-Tochter Cargo holt in Erwartung eines starken Umsatzzuwachses ihre Flugzeuge aus der Wüste zurück. Die vier McDonnell Douglas MD 11 standen in Victorville.

"Wir mussten Kapazität herausnehmen, weshalb wir die vier Flugzeuge abgemeldet haben", sagte ein Sprecher zu FTD.de. Die Ertragslage sei wieder so gut, dass sie gebraucht würden. Die letzte der MD-11 werde gerade in China überholt, umfassend gewartet und solle ab November eingesetzt werden. Selbst der Markt für gebrauchte Jets zieht wieder an. Die australische Qantas will bis Ende 2011 vier ältere in Arizona geparkte Boeings 747-300 reaktivieren, nachdem ein - nicht genannter - Kunde gefunden wurde

Warum die Wüste ein guter Fliegerhorst ist

Die Unterbringung von millionenteurem Fluggerät ist eine wahre Herausforderung, geeignete Orte sind nicht leicht zu finden. Der hochempfindlichen Elektronik setzt Nässe genauso zu wie dem Aluminium der Außenhaut oder dem Innenleben der Triebwerke. In den Wüsten von Kalifornien, Nevada oder Arizona herrschen ideale Bedingungen.

Technisch ist das Einmotten unproblematisch. Exponierte Stellen wie Triebwerkseinlässe, Scheiben und Luken werden mit einem weißen Spezialmittel namens Spraylat versiegelt. Damit wird das Innere der Jets vor dem feinen Wüstensand geschützt. Zudem reflektiert der weiße Dichtungsstoff das Sonnenlicht, was ein Austrocknen von Kunststoffen verhindert.

Doch auch das Lagern unter freiem Himmel ist alles andere als billig. Eine Boeing 747 am Boden in flugfähigem Zustand zu halten, kostet im Pinal Airpark in Marana (Arizona) bei der Wartungsfirma Evergreen rund 60.000 Dollar im Jahr. Permanent am Boden stehende Flugzeuge gehen mit der Zeit kaputt. Daher müssen sie gepflegt werden, immer wieder die Triebwerke anlassen und gelegentlich eine Runde auf dem Rollfeld drehen.

Auch ausrangierte Militärmaschinen werden eingemottet. Die US Air Force betreibt das militärische Pendant der zivilen Flugzeuglager in der Davis-Monthan Air Force Base in der Nähe von Tucson (Arizona). Sie fing damit kurz nach 1945 an. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden ganze Flugverbände aufgelöst, die Schwadronen stillgelegt. Mittlerweile stehen mehr als 4200 Jets und Propellermaschinen in Davis-Monthan. Während die Flugzeuge der 40er und 50er-Jahre mittlerweile verschrottet wurden, wartet die Hinterlassenschaft der 60er-Jahre zusammen mit Kriegsgerät aus jüngerer Zeit in Arizona auf das Ende. Dort stehen schwere B-52-Bomber, F4-Phantom-Kampfjets, B-1-Schwenkflügelbomber sowie alle möglichen weiteren Typen.

Die US-Militärjets in der Wüste dürften angesichts des Trends zu immer leistungsfähigeren Waffensystemen und zum unbemannten Kampfflieger wohl eher nicht reaktiviert werden. Anstelle nach geeigneten Flugzeugen in der Wüste nachzuschauen, ordert das Pentagon beispielsweise das unter der Regie von Lockheed Martin gebaute neue Kampfflugzeug F-35 Joint Strike Fighter. Der Kauf von 2457 Modellen des Jets wird gut 380 Mrd. Dollar kosten - und ist damit eines der teuersten Beschaffungsprogramme der Weltgeschichte.

Angesichts der höheren Anforderungen des Militärs und der immer besseren verfügbaren Elektronik gehören die Militärjets in der Wüste ohnehin zum alten Eisen. Sie sind Ersatzteilspender für noch in Dienst stehende Flugmuster. Oder schlicht kostspielige technische Museumsstücke.

FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.
  • Matthias Brügge

    Videoredakteur