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Verschollenes Flugzeug: Tod der Flugpionierin – wurde Amelia Earhart von Riesenkrabben gefressen?

Lange glaubte man, Amelia Earhart sei 1937 beim Absturz ihrer Maschine über dem Pazifik gestorben. Doch viel spricht dafür, dass sie sich auf eine kleine Insel retten konnte. Dort soll sie dann aber verdurstet und ihre Leiche von riesigen Krabben zerteilt worden sein.

Amelia Earhart vom Fliegen besessen. Schon 1921 mahm sie ihre erste Flugstunde. 

Amelia Earhart vom Fliegen besessen. Schon 1921 mahm sie ihre erste Flugstunde. 

Das Rätsel um die Flugpionierin Amelia Earhart hält die Welt weiter in Atem. Anfang des Monats erklärte der weltberühmte Robert Ballard, er werde sich auf die Suche nach Amelia Earharts verschollenem Flugzeug, einer Lockheed Model 10-E Electra machen, die im Pazifik untergegangen war. Der Tiefseeforscher hatte neben anderen Wracks bereits die Titanic und das Patrouillenboot von John F. Kennedy aus dem Zweiten Weltkrieg aufgespürt. Nun gibt es eine neue, schauerliche Theorie zum Ende von Earhart. Sie besagt, dass Earhart beziehungsweise ihr Leichnam von riesigen Krabben zerteilt und gefressen wurde. Das wäre eine Erklärung, warum es so schwerfällt, Überreste der Pilotin zu finden.

Flugpionierin: Amelia Earhart wollte die ganze Welt umfliegen und starb elend auf einer kleinen Insel
Amelia Earhart vor der Lockheed Electra, in der sie im Juli 1937 verschwand.

Amelia Earhart vor der Lockheed Electra, in der sie im Juli 1937 verschwand.

Die Legende der Pilotin

Am 2. Juli 1937 befanden sich Earhart und ihr Navigator, Fred Noonan, auf dem Weg nach Howland Island im Pazifik. Sie waren sechs Wochen geflogen und hatten bereits 32.000 Kilometer bei ihrer Reise um die Welt zurückgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war Earhart bereits eine Legende. Sie war die erste Frau, die allein über den Atlantik und von Hawaii zum US-Festland flog; ihr Flug um die Erde sollte die Krönung ihrer Laufbahn werden. Doch Earhart und Noonan haben es nicht nach Howland Island geschafft. Irgendwo auf dem Weg dorthin gingen sie und ihre Lockheed Electra verloren.

Die offizielle Theorie geht davon aus, dass der Electra der Treibstoff ausgegangen ist und sie irgendwo in der Nähe von Howland ins Meer stürzte. Aber es gibt auch abweichende Meinungen. Sie gehen davon aus, dass Earhart und Noonan etwa 350 Kilometer von Howland entfernt auf Nikumaroro Island landen konnten.

Die Insel-Theorie

TIGHAR (International Group for Historic Aircraft Recovery) – nennt sich eine Gruppe, die sich der Suche nach Earhart verschrieben hat. Ihre Theorie basiert auf mehreren Annahmen. Die erste lautet, dass die Eelctra mit Earhart und Noonan Howland an Bord nicht einfach abstürzte und im Meer versank, sondern darauf, dass es der Pilotin gelang, die Maschine auf dem Meer zu wassern, und dass zumindest eine Person noch einige Zeit lebte und dabei Funksprüche absetzen konnte. Für diese Hypothese spricht, dass in der Zeit nach dem Verschwinden eine groß angelegte Suchaktion gestartet wurde – dabei wurden zahlreiche verstümmelte Funksprüche aufgefangen, die Earhart zugeordnet werden können.

Die zweite Annahme der Gruppe besagt, dass Earhart und Noonan Howland auf der Insel Nikumaroro strandeten, dort soll Earhart noch einige Zeit überlebt haben, bevor sie langsam verdurstete, da es auf der Insel keine Süßwasserquelle gibt.

Lesen Sie hierzu: Verhungert und verdurstet - Rätsel um den Tod von Flugpionierin Amelia Earhart 

Das Wrack der Maschine wurde nie auf der Insel gefunden, es ist aber durchaus plausibel, dass es nach der Notwasserung in der Nähe des Riff wieder ins Meer gespült wurde.

Knochenfund von 1940

Die Nikumaroro-Theorie im Wesentlichen auf einen Knochenfund aus dem Jahr 1940. Damals hatten die Briten eine Niederlassung auf der Insel gegründet. Im gleichen Jahr fand Gerald Gallagher, der Verwalter, menschliche Knochen auf dem Eiland. Damit scheint bewiesen, dass irgendein Schiffbrüchiger auf dem Eiland starb. Ein Skelett wurde jedoch nicht gefunden, sondern nur 13 Knochen. Eine Analyse von Fotos der Knochen zeigte, dass sie durchaus von Earhart stammen können – die überproportionale Länge der Unterarme deutet auf die Pilotin hin. Einen echten Beweis erbrachten diese Knochen nicht. Denn in den Jahren nach 1940 ging die Box mir den Überresten schlicht verloren, eine Analyse der DNA war so nicht möglich.

Lesen Sie hierzu: Luft-Pionierin Amelia Earhart starb elend auf einer Pazifik-Insel

Seit einigen Jahren wird nun nach weiteren Knochen auf Nikumaroro gesucht – schließlich hat ein normaler Mensch 206 Knochen. Unabhängig davon, ob der Tote tatsächlich Earhart war, müssten sich weitere 193 Knochen auffinden – oder zumindest Bruchstücke davon. Schon ein Teil eines menschlichen Skeletts könnte angesichts der heutigen wissenschaftlichen Möglichkeiten die Frage, ob das Skelett von Earhart stammt, zweifelsfrei beantworten. Also wurde energisch gesucht, sogar mit Spürhunden – doch kein Knochen tauchte auf.

Verstreut in unterirdischen Gängen

Ein Ergebnis, mit dem die Forscher nicht gerechnet hatten. Vermutlich hatten sie eine Enttäuschung innerlich einkalkuliert – für den Fall, dass das Skelett von einem Unbekannten stammte. Aber das Verschwinden der übrigen Knochen hatten sie nicht vorhergesehen. Aber nun gibt es auch dafür eine Erklärung: Die Insel Nikumaroro wird nämlich von Monsterkrabben bewohnt. Tatsächlich heißen die Tiere Kokonusskrabben – aber sie sind monströs groß. Ihre Scheren haben eine Spannweite von fast einem Meter und sie werden über vier Kilogramm schwer. Wegen der Kraft der Scheren sollte man den Tieren besser aus dem Weg gehen.

Gerald Gallagher schrieb 1940 in einem Telegramm, dass "Kokosnusskrebse viele Knochen verstreut hatten". Nun berichtet "National Geographic" von einem Experiment mit dem Kadaver eines toten Schweines. Es bestätigte die Vermutung, dass Krabben am Verschwinden der Knochen schuld sein können. Nach einem Jahr waren Teile des Schweins in den Krabbenhöhlen in 20 Meter Umkreis verstreut. Nun will die Gruppe erneut mit speziellen Spürhunden absuchen, die versteckte Leichen finden können. Sie hoffen so doch noch auf einen größeren Knochen zu stoßen.

Gleichzeitig haben der Archäologe Fredrik Hiebert und sein Team möglicherweise Fragmente des Knochenfundes von 1940 aufgespürt. Dabei handelt es sich um die Fragmente des Schädels, der zu einer erwachsenen Frau gehörte. Erin Kimmerle von der University of South Florida sagte dem Magazin, dass es bislang keinen eindeutigen Beweis gäbe, "aber alle Spuren deuten darauf hin, dass die 1940er Knochen in diesem Museum sind." Die Wissenschaftler planen, die Schädelform zu rekonstruieren und auch die DNA zu überprüfen.

Sollte der Schädel tatsächlich von Earhart stammen hat sie ein grausames Ende erlebt. Rich Gillespiel von TIGHAR vermutet, dass das Wrack am Strand lag und von den Wellen ins Meer gespült wurde. "Sie lebte eine ganz Zeit auf der Insel. Wir haben Aufzeichnungen über Rettungsfeuer. Gemessen an den Knochenfunden von Vögeln und Fischen hat sie Wochen, wenn nicht Monate dort überlebt." Earharts Navigator Fred Noonan soll vorher gestorben sein. Schon in den ersten Rettungsrufen hat Earhart ihn als verletzt bezeichnet.

Am Ende muss es ein aussichtsloser, furchtbarer Kampf ums Überleben gewesen sein. Das lebenswichtige Wasser ließ sich auf Nikumaroro nur aus der Vegetation gewinnen, denn es gibt keine Trinkwasserquelle. So konnte Earharts das Verdursten aber nur herauszögern. Bislang nahm man an, dass sie an Wassermangel und unzureichender Ernährung zugrunde gegangen sei. Nun ist zu sogar befürchten, dass die Krabben die Sterbende gefressen haben, sobald sie zu schwach wurde, um die Tiere abzuwehren.

Quelle: National Geographic

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