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Projekt in Bochum: Die Kaulitz-Brüder paukten hier: In dieser Schule wird per Skype unterrichtet

Die Warteliste an der Web-Individualschule in Bochum ist lang. Als bundesweit einzigartige Internetschule in Bochum unterrichtet sie Kinder und Jugendliche, die keine reguläre Schule besuchen können. Für Kranke, Mobbingopfer, verletzte Seelen. Aber auch junge Promis gab es schon.

Web-Individualschule in Bochum

Pädagoge Christian Wiensgol steht in seinem Büro in Bochum und unterrichtet einen Schüler per Skype

DPA

Vom Bett zum Schreibtisch sind es für den 13-jährigen Tom aus Hannover nur wenige Schritte, in Sekunden ist der Laptop startbereit, dann sitzt er seinem Lehrer via Skype gegenüber. Der Schüler wird wie jedes Mal von Christian Wiensgol unterrichtet, der an seinem Arbeitsplatz in Bochum sitzt. Zur gleichen Zeit skypt seine Kollegin Franziska Blume mit dem zwölfjährigen Elias, der in Konz bei Trier Zuhause ist. In der einzigen reinen Internetschule dieser Art in Deutschland gibt es keine Klassen, keinen Schulgong, keinen Pausenhof. Alles läuft online ab. Kinderzimmer statt Klassenzimmer.

Viele, die hier lernen, haben schon einiges durchgemacht - Mobbing, Gewalt, seelische Verletzungen. Psychische oder körperliche Erkrankungen machen ihnen einen regulären Schulbesuch unmöglich. Jungen und Mädchen mit chronischer Schulangst sind dabei. Schulverweigerer, die ganz ohne Unterricht zu Hause hockten, wie die Leiterin der Web-Individualschule, Sarah Lichtenberger, erzählt. "Viele haben eine traumatische, katastrophale Schullaufbahn hinter sich. Wir müssen sie erst behutsam aufrichten, ihr Selbstbewusstsein aufpeppen."  

Tom musste vier mal die Schule wechseln

Tom ist pünktlich online. Geschichte steht an. "Die Bauernaufstände sind heute dran, habe schon alles bearbeitet." Mit dreieinhalb konnte er lesen, auch die Dokumente der Erzieherinnen in der Kita.

Web-Individualschule in Bochum

Der 13-jährige Tom aus Hannover wird per Skype von seinem Lehrer Christian Wiensgol unterrichtet

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"Seit ich fünf bin, lese ich Zeitung. Eigentlich sollte ich mit fünf schon in die zweite Klasse kommen, aber die Schulleitung war dagegen", erzählt der 13-Jährige, der das Asperger-Syndrom hat, eine Variante des Autismus. "Ich habe mich immer wahnsinnig gelangweilt. Ich wurde ausgegrenzt, gemobbt, einmal stundenlang an eine Laterne gefesselt - und Schlimmeres." 

Zwei Monate lang war Tom in einer psychiatrischen Einrichtung. Seit einem Jahr besucht er die Web-Schule, wirkt munter, hat einen erfrischenden Humor, wagte sich jüngst auf eine Comedy-Bühne, verfasst eine Satire-Zeitschrift. "Ich war vorher auf vier Schulen und hatte teilweise gar keinen Unterricht. Hier geht's mir sehr gut. Jedes Fach ist an meinen Kenntnissen ausgerichtet." 

Viele haben eine "furchtbare Schulodyssee" hinter sich

Gerade eben war's noch die Inquisition - und schon sind Tom und sein Lehrer zu Mathe-Variablen gesprungen. Ein Zimmer weiter chattet Kollegin Blume mit Elias. "Franzi, was machen wir heute?", fragt der Junge, der am liebsten über Planeten spricht - was dann auch erst mal erlaubt ist.

Web-Individualschule in Bochum

Elias skypt mit seinem Hund auf dem Schoß, auf der anderen Seite sitzt Lehrerin Franziska Blume

DPA

"Ich kann mich nicht so gut in großen Klassen einordnen, ich bin immer so hibbelig und werde dann angemotzt", berichtet Elias - verschwindet kurz von der Bildfläche und kommt mit seinem Hund zurück. 

Wegen einer auditiven Wahrnehmungsstörung kam der Junge im normalen Unterrichtsbetrieb nicht klar, er habe eine "furchtbare Schulodyssee" hinter sich, sagt Blume. Er tue sich noch sehr schwer, lerne aber immerhin täglich. Elias' Mutter Beate kritisiert: "Viele Kinder können mit dem heutigen Schulsystem und den großen Klassen nichts anfangen. Es wird erwartet, dass sie den ganzen Tag still sitzen, obwohl das Gehirn Bewegung braucht." Die Politik müsse mehr in Bildung und Lehrer investieren. "Die Begabungen und Ressourcen der Kinder gehen unter." 

Tom und Bill Kaulitz wurden per Skype unterrichtet

Die Web-Individualschule steht nur Kindern offen, die dauerhaft krankgeschrieben oder aus unterschiedlichsten anderen Gründen per Gutachten von der Schulpflicht befreit sind. So gibt es prominente Jungstars mit angespannten Terminplänen unter den Absolventen, 2008 waren es Bill und Tom Kaulitz von der Band Tokio Hotel. Aktuell gehören zudem junge Sportler oder Schauspieler zu den Schülern, die nach Wettkampf oder Dreh ihren Unterricht bekommen. Fixe Schulferien sind nicht vorgesehen, nur über Weihnachten.

Jede Lehrkraft - 17 Sozialarbeiter, Pädagogen, Psychologen - unterrichtet nacheinander mehrere Schüler, maximal 15 Jungen und Mädchen. Täglich werden die Themen besprochen, Lernmaterial heruntergeladen, die Schüler schicken ihre bearbeiteten Aufgaben per Mail. Jeder Lehrer unterrichtet alle Fächer, außer Chemie, Physik, Religion. Sport geht nicht. Jeder einzelne Schüler hat sein eigenes Programm. Zuerst aber heißt es: Motivation wecken, Vertrauen aufbauen, sich kennenlernen, Geduld beweisen. 

Was kostet die Internetschule in Bochum?

2018 haben knapp 100 Heranwachsende hier ihren Abschluss gemacht. Auch hier mit einer Besonderheit: Da die Einrichtung nicht staatlich anerkannt ist, bereitet sie auf den Haupt- oder Realschulabschluss nur vor, die Prüfungen müssen dann extern in Kooperationsschulen abgelegt werden.

Web-Individualschule in Bochum

Schulleiterin Sarah Lichtenberger

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"Bisher haben alle 420 Schüler ihre Prüfungen erfolgreich absolviert", betont Schulleiterin Lichtenberger. Manche können vorher wieder in die Regelschulen "re-integriert" werden - im Übergang begleitet von ihren Bochumer Lehrern. 

Die Warteliste ist lang. Vor allem seit der verpflichtenden Inklusion an den Regelschulen, die in der Praxis allzu oft nicht funktioniere, sagt Lichtenberger. Die Webschule koste im Monat 830 Euro, in 80 Prozent der Fälle bezahlt von Jugendämtern. Homeschooling "per se" sei nicht der richtige Weg, findet Lichtenberger. "Die Kinder sollten schon in Regelschulen gehen. Aber wenn sie dort nicht ihren Platz finden, Außenseiter bleiben, Furchtbares erleben, sollten Gesundheit und seelisches Wohl über der allgemeinen Schulpflicht stehen."

Yuriko Wahl-Immel / sve / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.