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STUDIE: Einheitliches Schulsystem adé?

Die Schulsysteme in Deutschland driften weiter auseinander. Nach einer Studie erhalten Schüler in Bayern zwischen Klasse eins und neun über 1000 Unterrichtsstunden mehr als in Nordrhein-Westfalen.

Das Schulsystem in Deutschland driftet von Bundesland zu Bundesland immer weiter auseinander. So erhalten Schüler in Bayern von der ersten bis zur neunten Klasse laut Stundenplan mehr als 1000 Unterrichtsstunden mehr als in Nordrhein-Westfalen. Dies entspricht dem Volumen eines ganzen Schuljahres und schlägt sich vor allem in einem stärkeren Deutsch- und Mathematik-Angebot nieder. Dies ergibt eine Studie des Schulforschers Klaus Klemm im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Aber auch bei der Finanzierung der Schulen, bei Klassengrößen, Lehreralter, Sitzenbleiber- und Schulabbrecherquoten und vor allem auch bei der Zahl der erfolgreichen Schulabschlüsse werden die Unterschiede zwischen den Ländern immer größer. Bayern gibt pro Schüler 4800 Euro im Jahr aus, Nordrhein-Westfalen dagegen nur 4300 und Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein 4600 Euro. Im Westen liegt der Bundesschnitt in den allgemein bildenden Schulen bei 4500 Euro, im Osten 4100 Euro wegen der geringeren Lehrergehälter.

Schule in den Stadtstaaten am teuersten

Traditionell lassen sich die Stadtstaaten Hamburg (6200), Bremen (5700) und Berlin (4900) ihr Schulsystem am meisten kosten. Neben NRW bilden Hessen und das Saarland mit jeweils 4300 Euro im Westen die unteren Plätze. Im Osten geben Thüringen (4600) und Sachsen- Anhalt (4400) viel für ihre Schulen aus, am wenigsten dagegen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern (beide 3900).

Die durchschnittlichen Klassengrößen über alle Schulformen hinweg liegen in Deutschland bei 23,9 Schülern. Je nach Bundesland schwankt dieser Wert zwischen 20,7 (Sachsen-Anhalt) und 26,6 (Bayern).

Eine Kluft von mehr als zehn Prozent

Für bedeutsamer halten die Forscher die Entwicklung bei der Zahl der Pflichtstunden. Dafür wurden alle aktuellen Lehrpläne miteinander verglichen. Von der ersten bis zur neunten Klasse soll danach einem Schüler in Deutschland durchschnittlich 9082 Stunden Unterricht erteilt werden. Bayern (9829), Thüringen (9747), Sachsen 9690 und Baden-Württemberg (9183) kommen deutlich über diesen Wert während NRW (8778), Hamburg (8816), Brandenburg (8803) und Hessen 8892 deutlich darunter liegen. Die Differenz zwischen dem niedrigsten und höchstem Wert liegt bei mehr als zehn Prozent.

Nach Aussage der Wissenschaftler sagt zwar allein die Zahl der Stunden noch nichts über Lernerfolg und Qualität des Unterrichts. Gleichwohl gebe dies Hinweise über Möglichkeiten der Vertiefung. Berlin, Brandenburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen entlassen allerdings ihre Schüler nicht schon nach der neunten Klasse sondern erst nach dem zehnten Pflichtschuljahr ins Arbeitsleben.

Großes Gefälle zwischen den Ländern

Die Untersuchung bestätigt das große Gefälle zwischen den Ländern bei der Bildungsbeteiligung. Während im Bundesdurchschnitt 27,2 Prozent eines Jahrganges das Abitur erwerben, sind dies in Bayern nur 19,7 Prozent. Dabei liegt bei der Abiturquote Baden-Württemberg mit 29,3 Prozent noch knapp vor Nordrhein-Westfalen (28,8). Auffällig niedrig sind die Quoten im Saarland (22,0), Rheinland- Pfalz (24,3 Prozent) und Schleswig-Holstein (25,0).

Ohne jeden Schulabschluss bleiben die meisten Jugendlichen in Berlin (13,9 Prozent) und Thüringen (13,5). Im Bundesdurchschnitt sind dies 9,3 Prozent. Das günstigste Ergebnis erzielt Nordrhein-Westfalen (6,2), gefolgt von Baden-Württemberg (7,9).

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sagte dazu, die Studie belege, dass Deutschland dringend einen regelmäßigen nationalen Bildungsbericht benötige, »um für Eltern und Schüler bundesweit vergleichbare Standards in den Schulen zu sichern«.

Das Wissenschaftler-Team um Klemm will mit der Vergleichsstudie Grundlagenmaterial für Erklärungen der erwarteten erheblichen Leistungsunterschiede zwischen den Bundesländern beim Schultest »Pisa« liefern.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.