HOME

Christi Himmelfahrt: Warum Männer am Vatertag tun, was sie tun

Jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt zieht es Horden von Männern mit Bollerwagen und Bier durch Stadt oder Land. Entstanden ist der Brauch des Vatertages vor mehr als 100 Jahren in Berlin.

Himmelfahrt Vatertag

Am Vatertag kein ungewöhnlicher Anblick: Junge Männer mit Bollerwagen und Kostüm

Immer am 40. Tag nach Ostern, dem Tag der traditionell als Christi Himmelfahrt bekannt ist, treffen sich in etlichen Regionen Deutschlands Tausende Männer, um zusammen den Vatertag zu zelebrieren. Alkohol spielt dabei oft keine unwichtige Rolle, genauso wie laute Musik und skurrile Verkleidungen.

Auch in anderen Teilen der Welt wird am Vatertag an die Rolle der Väter in der Gesellschaft erinnert. In Deutschland entstand der Brauch zum Ende des 19. Jahrhunderts in der Umgebung Berlins. Christi Himmelfahrt ist seit 1934 ein gesetzlicher Feiertag - und wird seit jeher von Männern genutzt, um in Gruppen einen Ausflug in die Natur zu unternehmen.

Vatertag, Bier und Bollerwagen

Bei der "Herrentagspartie", früher auch "Schinkentour" genannt, kommt oft ein Bollerwagen zum Einsatz, in dem die meist flüssige Verpflegung transportiert wird. Oft auch sind die Teilnehmer auf Fahrrädern, Kutschen oder Traktoren unterwegs. Dekoriert werden die Fahrzeuge dann mit Flieder oder Birkenzweigen. Doch der erhöhte Alkoholkonsum hat auch seine Schattenseiten. Laut Statistischem Bundesamt steigt die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr an Christi Himmelfahrt deutlich. Bis zu dreimal so viele Unfälle werden am Vatertag gemeldet - Jahreshöhepunkt.

Dennoch ist der Brauch für viele nicht wegzudenken, und ein Anlass, sich einen Tag im Jahr ganz den Männerfreundschaften zu widmen.

Die Bedeutung von Christi Himmelfahrt

Die christlichen Brauchtümer rund um Feiertag sind noch älter. Bereits seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen am 40. Tag nach Ostern die Himmelfahrt Jesu an die Seite seines Schöpfers. Im 16. Jahrhundert begann der Brauch feierlicher Prozessionen um die Felder, bei denen um eine gute Ernte gebeten wurde. Schon hier ging der Tag mit Speis und Trank, Tanz und Gesang zu Ende. Später trat die kirchliche Tradition des Tages immer mehr in den Hintergrund und es entwickelte sich das bis heute bekannte sehr weltliche feuchtfröhliche Treiben.


amt/sve / DPA

Wissenscommunity