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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Kampf der kulinarischen Großmäuler: Tim Mälzer will Steffen Henssler leiden sehen

Es ist eines der lang ersehnten Duelle bei "Kitchen Impossible": Tim Mälzer fordert TV-Koch Steffen Henssler heraus. Dass der sich gar nicht schlecht schlagen würde, damit hätte Mälzer wohl nicht gerechnet.

Kochten bei "Kitchen Impossible" um die Wette: Steffen Henssler (l.) und Tim Mälzer

Kochten bei "Kitchen Impossible" um die Wette: Steffen Henssler (l.) und Tim Mälzer

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Eigentlich hat es immer den Anschein gemacht, Tim Mälzer und Steffen Henssler würden sich nicht mögen. Dass sie beide kein Blatt vor den Mund nehmen, zeigt sich in den ersten Minuten der sechsten Folge von "Kitchen Impossible". Aber was diese Episode auch zeigt, wie viel Respekt sie voreinander haben. Steffen Henssler beispielsweise bezeichnet Mälzer als den "Türöffner für alle Köche, die ins Fernsehen wollen". Aber auch Mälzer spricht nur in den höchsten Tönen von Henssler: "Es gibt wenig gute Köche, die auch unterhalten können. Und das kann Steffen definitiv." Worte, die Henssler von ihm nicht erwartet hätte. Am Ende aber sind sie sich doch sehr ähnlich. Keiner der beiden möchte verlieren, sie geben alles dafür, um den anderen zu schlagen. 

Das waren die Highlights der siebten Folge

Das Konzept von "Kitchen Impossible" ist wie eh und je: Tim Mälzer duelliert sich mit einem Koch oder einer Köchin, es müssen vier Aufgaben an vier verschiedenen Orten mit jeweils vier Originalköchen (deren Gerichte die Kontrahenten nachkochen müssen) bestritten werden. Eine Jury verkostet das Ergebnis und verteilt Punkte. Der Gewinner des Duells ist der- oder diejenige mit den meisten Punkten.

Wir haben die Highlights der siebten Folge für Sie zusammengefasst.

Diese Köche mussten sich beweisen:

Im TV bewegen sich Steffen Henssler und Tim Mälzer wohl auf einer Ebene. Sie beide beherrschen ihr Handwerk gut – und funktionieren vor der Kamera. Bricht man es runter, sind sie sich sogar recht ähnlich: Sie genießen das Rampenlicht, sind beide leidenschaftliche Köche und lieben ihren Job.

"Brate, brate Kuchen!": Schon mal Apfelkuchen in der Pfanne gebrutzelt?

Hier wurde gekocht:

In Bad Zwischeanahn (Deutschland), an der Côte d'Azur in Frankreich, in Gifu (Japan) und in San Francisco (USA).

Das wurde gekocht:

Tim Mälzer in Bad Zwischenahn (Deutschland): Mockturtle Suppe mit Worcester Soße

Steffen Henssler an der Côte d'Azur (Frankreich): Bouillabaisse

Tim Mälzer in San Francisco (USA): Dim Sum

Steffen Henssler in Gifu (Japan): Ika Somen & Hamo Sushi

Das hatten alle Aufgaben gemein:

Ob die Oldenburger Spezialität "Mockturtle-Suppe", die Bouillabaisse, die Dim Sums oder das Sushi: die Gerichte vereint alle eine langjährige Tradition, es ist "Herzküche keine Kopfküche", wie sie Mälzer liebt. Die Aufgaben sind fair gewählt – und Mälzer ist beeindruckt, mit welcher Sorgfalt Henssler ausgesucht hat.

Das war der Fun Fact:

Steffen Henssler ist für seine asiatisch-inspirierten Sushi-Kreationen bekannt. Dabei war er nie in Japan, sondern hat seine Ausbildung in Kalifornien absolviert. Tim Mälzer schickt Henssler genau deshalb in das Geburtsland des Sushi. 

Das war das beste Gericht:

Tatsächlich sind in dieser Folge alle Gerichte ein Highlight. Doch die Filigranität der Dim Sums, die Mälzer in San Francisco zubereiten muss, haben es doch in sich. Denn nicht nur die Zusammensetzung der einzelnen Zutaten ist kompliziert, hinzukommt, die Feinarbeit mit den Fingern. Etwas, was Mälzer gar nicht liegt.

Das war die schönste Beschimpfung:

Als Steffen Henssler Mälzers Finger als "Fettflossen" bezeichnet. Die ihm tatsächlich beim Falten der Dim Sums im Weg sind.

Das ist interessant zu wissen:

Steffen Henssler stammt aus einer klassischen Gastro-Familie. Sein Vater Werner Henssler hat ein Sterne-Restaurant betrieben, dort hat der junge Henssler schon von klein auf ausgeholfen. Und auch Steffen Hensslers Brüder sind Restaurant-Betreiber – ohne aber im Rampenlicht zu stehen.

Diese Fähigkeit hätte man von Steffen Henssler nicht erwartet:

An der Côte d'Azur muss Henssler eine Bouillabaisse, eine traditionelle französische Fischsuppe zubereiten. Dazu gibt es einen Teller mit gegrillten Fischen. Nur anhand der Haut kann Henssler die Fische richtig zuordnen. Da ist auch Mälzer überrascht.

Steffen Hensslers größter kulinarischer Fehler:

Als er Tintenfischtinte in die Bouillabaisse gibt. Eigentlich wollte er dadurch eine Rot-Färbung erreichen, die Tinte färbt die Suppe aber grün. Sieht unappetitlich aus, das Ergebnis aber schmeckt. Henssler überzeugt die Franzosen.

Was Henssler und Mälzer gemeinsam haben:

Sie beide sind sehr gute Analytiker. In Bad Zwischenahn schmeckt Mälzer fast alle Zutaten der Innereien-Suppe, die man auch als Mockturtle, also falsche Schildkröten-Suppe bezeichnet. Und auch Henssler ist ihm auf den Fersen, er enttäuscht weder in Frankreich, noch in Japan. Selbstverständlich kennt er sich mit den Zutaten der japanischen Küche aus. Dennoch, den Hut müssen beide voreinander ziehen.

Das hat die Japaner belustigt:

In den japanischen Küchen trägt man weiße Kochjacken. Steffen Henssler packt aber seine Glücksjacke aus. Die ist pink. So etwas haben die Japaner noch nie gesehen und freuen sich über so viel Humor von Henssler.

Der Gewinner:

Das Ergebnis war haarscharf. Mälzer hat den Sieg mit einer Differenz von 0,9 Punkten eingefahren. Die sind aber völlig hinfällig. Denn es war ganz klar, ein Duell auf Augenhöhe, das muss sogar Mälzer zugeben. Und Henssler konnte dabei sogar sein Gesicht wahren. Es war seine größte Angst, gegen Tim Mälzer zu verlieren. Aber eigentlich hat er nur gewonnen: Denn jetzt wissen auch die letzten, dass nicht nur Mälzer, sondern auch Henssler kochen kann.