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Ebola: UN gründen Sondereinheit gegen tödliche Seuche

Eine "weltweite Gefahr für Frieden und Sicherheit" - so bezeichnete UN-Generalsekretär Ban vor dem Sicherheitsrat Ebola. Mit einer Sondereinheit wollen die UN nun den Kampf gegen das Virus verstärken.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht vor dem UN-Sicherheitsrat in New York über die Ebola-Bedrohung

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht vor dem UN-Sicherheitsrat in New York über die Ebola-Bedrohung

Die Vereinten Nationen haben im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika eine Sondereinheit gegründet. Die UN-Mission für einen Notfall-Einsatz gegen Ebola (Unmeer) werde Helfer, Hilfsgüter und Gelder schnell zusammentragen, kündigte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor dem UN-Sicherheitsrat an.

Dieser erklärte die Seuche zu einer "weltweiten Gefahr für Frieden und Sicherheit". Die Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, warnte während der Sitzung, das exponentielle Wachstum der Fallzahl bringe die betroffenen Staaten an den Rand des Zusammenbruchs. Die Entwicklung sei inzwischen beispiellos. "Inzwischen entwickelt sich alles schneller als jemals zuvor."

Sicherheitsrat gegen Reisebeschränkungen

Unmeer soll auch Helfer in die drei am schwersten betroffenen Staaten - Liberia, Sierra Leone und Guinea - entsenden. Der Einsatz werde fünf Prioritäten haben, sagte Ban: Den Ausbruch stoppen, die Erkrankten behandeln, die Grundversorgung sichern, die Stabilität gewährleisten und weitere Ausbrüche verhindern.

Der Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft auf, wegen Ebola verhängte Reisebeschränkungen aufzuheben. Diese isolierten die betroffenen Länder nur noch stärker und stünden ihren Bemühungen im Kampf gegen die Krankheit im Weg.

Ausgangssperre in Sierra Leone beginnt

In Sierra Leone beginnt heute eine dreitägige Ausgangssperre, um gezielt gegen die Ebola-Epidemie vorzugehen. Fachpersonal werde bis Sonntag von Tür zu Tür gehen, um nach möglichen verborgenen Ebola-Patienten zu suchen, kündigte die Regierung in Freetown an. An alle Haushalte sollen Seifen und Informationsmaterial verteilt werden. Die Welthungerhilfe warnte, dass die Epidemie in Sierra Leone zu einer Hungerkatastrophe führen könnte. Die Maßnahme betrifft rund sechs Millionen Menschen in dem westafrikanischen Land.

Der Ebola-Epidemie sind in Westafrika bislang mehr als 2460 Menschen zum Opfer gefallen. In den von der Epidemie betroffenen Regionen des Kontinents leben nach UN-Schätzungen 22,3 Millionen Menschen.

kis/Reuters/AFP / Reuters

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