HOME
+++ Ticker +++

Coronavirus: Deutsche Passagiere der "Diamond Princess" werden aus Japan ausgeflogen

Südkoreas Präsident spricht von ernster Situation +++ Deutsche Passagiere der "Diamond Princess" werden aus Japan ausgeflogen +++ China meldet wieder mehr als 100 neue Virus-Tote +++ Alle Nachrichten zum Coronavirus.

Ein Bus mit Passagieren, die das vom Coronavirus befallene Kreuzfahrtschiff Diamond Princess verlassen haben, verlässt den Hafen

Japan, Yokohama: Ein Bus mit Passagieren, die das vom Coronavirus befallene Kreuzfahrtschiff Diamond Princess verlassen haben, verlässt den Hafen

DPA

In China sind inzwischen nach offiziellen Angaben mehr als 2200 Menschen am neuartigen Coronavirus gestorben. Die Behörden melden mehr als 75.000 Infizierungen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Der Anstieg aller neuen Infektionen fiel den zweiten Tag in Folge niedriger aus, nachdem China erneut die Zählweise geändert hatte. So werden klinische Diagnosen der Covid-19-Lungenkrankheit in Hubei nicht mehr mitgezählt. Künftig muss die Ansteckung wieder durch einen DNA-Test im Labor bestätigt werden. Die Provinz hatte erst vergangene Woche angefangen, auch Diagnosen zu zählen, die auf Faktoren wie Lungenbildern, dem körperlichen Zustand und der Vorgeschichte beruhen. Experten hatten beklagt, dass die DNA-Tests häufig fehlerhaft seien und Infektionen nicht aufspürten.

Alle Nachrichten zum Coronavirus in unserem Ticker:   

+++ Coronavirus verbreitet sich in Chinas Gefängnissen +++

 In chinesischen Gefängnissen in mindestens drei Provinzen des Landes haben sich bislang mehr als 450 Insassen und 7 Aufseher mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Betroffen seien Haftanstalten in der schwer von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina, aber auch in Ostprovinzen Zhejiang und Shandong, wie die Zeitung "Global Times" an Freitag berichtete. 

Als Konsequenz seien Verantwortliche der Haftanstalten und Justiz in Zhejiang und Shandong ihrer Posten entbunden worden. Allein in der Provinz Hubei seien 220 Infektionen gemeldet worden - in einem "handschriftlichen Bericht" der Gefängnisverwaltung, weil es kein computerbasiertes Meldesystem gebe, wie die Zeitung berichtete. 

Im Rencheng-Gefängnis in Shandong gebe es weitere 207 Infektionen, darunter 7 Polizeibeamte. Der Parteichef des Justizverwaltung der Provinz sei entlassen worden, weil er den Ausbruch nicht verhindert habe, so die Zeitung. Auch in der Provinz Zhejiang seien in der Shilifang-Haftanstalt 34 Insassen infiziert, berichtete das Blatt auf Twitter. Sie seien zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden. 

In den engen und überfüllten chinesischen Gefängnis mit schlechter medizischen Versorgung könne sich das Virus leicht ausbreiten, zitierte die "Global Times" einen Beamten, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Es ist nicht einfach, mit mangelhaften medizinischen Einrichtungen in Haftanstalten verdächtige Patienten zu entdecken und die Übertragungswege rechtzeitig zu unterbinden."

+++ Südkoreas Präsident spricht von ernster Situation +++

Angesichts des rapiden Anstiegs von Coronavirusinfektionen in Südkorea hat Präsident Moon Jae In von einer "ernsthaften Situation" gesprochen. Er habe bei einem Treffen mit Premierminister Chung Sye Kyun dazu aufgerufen, "rasche und starke" Gegenmaßnahmen zu ergreifen, teilte Moons Büro am Freitag mit. Nach Angaben der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention kamen über Nacht 52 neue Fälle hinzu. Damit stieg die Zahl der Infizierten auf 156. Am Donnerstag hatten die Behörden den ersten Todesfall in Südkorea in Verbindung mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet. Nach Berichten südkoreanischer Sender handelte es sich um einen 63-Jährigen, der wegen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus im südöstlichen Cheongdo behandelt wurde. Bei ihm sei das Virus nach dem Tod nachgewiesen worden.

Sorge bereitet den Behörden die mittlerweile landesweite Ausbreitung des Virus. Die Mehrzahl der Neu-Infektionen wurden erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu erfasst. Doch wurden in den vergangenen Tagen auch neue Fälle in anderen Regionen gemeldet, einschließlich Seoul und der südlichen Ferieninsel Jeju. Die Hauptstadt Seoul verbot bis auf Weiteres Kundgebungen in der Innenstadt.

+++ Deutsche Passagiere der "Diamond Princess" werden aus Japan ausgeflogen +++

Alle an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan verbliebenen Deutschen werden mit einem italienischen Flugzeug nach Berlin ausgeflogen. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Tokio erfuhr, ist der Abflug für Freitagabend 22 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ) geplant. Das Schiff hatte wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 zwei Wochen lang im japanischen Yokohama unter Quarantäne gestanden. Ein deutsches Ehepaar aus Hessen war positiv auf den Erreger getestet worden und liegt im Krankenhaus. Ein weiterer Deutscher will mit seiner japanischen Frau aus München noch einige Tage in Tokio bleiben. Die übrigen sechs Passagiere aus Deutschland reisen mit anderen Europäern mit dem Flieger aus Italien aus. Die Maschine werde zuerst einen Zwischenstopp in Berlin machen, hieß es.

Zudem werden mehr als ein Dutzend Rückkehrer aus der schwer von der Lungenkrankheit betroffenen Millionenmetropole Wuhan in Zentralchina werden am Freitag in Stuttgart erwartet.

Video: GfK-Verbraucherstimmung eingetrübt - "Coronavirus hat dazu beigetragen"

+++ China meldet wieder mehr als 100 neue Virus-Tote +++

Am Coronavirus sind in China nach offiziellen Angaben weitere 118 Patienten gestorben - damit gibt es nun bereits 2236 gemeldete Todesfälle in der Volksrepublik. Innerhalb eines Tages sei die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 889 auf insgesamt 75.465 Fälle gestiegen, teilte die Gesundheitskommission am Freitag in Peking mit. Experten rechnen allerdings mit einer sehr viel höheren Dunkelziffer.

Knapp die Hälfte der offiziell neu bestätigten Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus wurden aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina gemeldet. Der Anstieg fiel den zweiten Tag in Folge niedriger aus, nachdem China erneut die Zählweise in der Statistik geändert hatte.

+++ Angst vor Coronavirus: Bewohner sperren Straße zu Quarantänestation +++ 

Aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus Sars-Co-V2 haben in der Zentralukraine Anwohner eine Verbindungsstraße zu einer Quarantänestation blockiert. Dabei sei es auch zu Rangeleien mit der Polizei gekommen, teilte die Behörde in Poltawa am Donnerstag mit. Auch in westukrainischen Städten gab es ähnliche Proteste.

Es ist geplant, Dutzende Ukrainer in einem Sanatorium der ukrainischen Nationalgarde in der Ortschaft Nowi Sanschary knapp 300 Kilometer östlich von Kiew unterzubringen. Sie wurden neben anderen Staatsangehörigen am Donnerstag mit einem Charterflug aus der chinesischen Stadt Wuhan ausgeflogen. An Bord befinden sich 45 Ukrainer und 27 Angehörige anderer Staaten. Alle Passagiere müssen für zwei Wochen in Quarantäne, wie es vom Gesundheitsministerium hieß.

+++ EZB-Vize besorgt wegen möglicher Auswirkungen des Coronavirus +++ 

Die möglichen wirtschaftlichen Folgen der Virusepidemie treiben die Europäische Zentralbank (EZB) um. "Der Ausbruch des Coronavirus und seine möglichen Auswirkungen auf das weltweite Wachstum sorgt für neue Unsicherheit", sagte EZB-Viepräsident Luis de Guindos am Donnerstag in Frankfurt laut Redetext. Zwar wiesen einige Umfragen darauf hin, dass sich die konjunkturelle Lage in der Euro-Zone leicht verbessere. Nach wie vor würden aber die Gefahren für das Wirtschaftswachstum überwiegen. Vor diesem Hintergrund benötige die Konjunktur weiterhin eine "starke Unterstützung" durch die Geldpolitik, sagte der Stellvertreter von Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde 

+++ Dutzende Fälle von Coronavirus in südkoreanischer Sekte +++ 

Eine Sekte hat sich zu einer Brutstätte des neuartigen Coronavirus in Südkorea entwickelt: Allein 38 Mitglieder der Religionsgemeinschaft Shincheonji Church of Jesus in der Stadt Daegu erkrankten bisher an dem Virus, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Sie steckten sich demnach bei einer 61-jährigen Anhängerin der Sekte an, die Virustests zunächst verweigert hatte und weiter zu religiösen Messen gegangen war. 

Nach Behördenangaben wurden rund tausend Menschen, die zuvor die gleichen Gottesdienste wie die erkrankte Frau besucht hatten, aufgerufen, sich in eine selbst auferlegte Quarantäne zu begeben. Die Behörden forderten die Einwohner von Daegu auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Die Notaufnahmen aller großen Krankenhäuser wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen.

+++ Zwei Passagiere der "Diamond Princess" gestorben +++

Zwei mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan sind gestorben. Wie der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf Regierungskreise in Tokio berichtete, handelt es sich bei den Opfern um einen 87 Jahre alten Japaner und eine 84 Jahre alte Japanerin. Sie waren positiv getestet und vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden, wo sie nun starben. Damit beklagt Japan inzwischen drei Todesopfer infolge von Virus-Infektionen im Land. Unterdessen ging die Ausschiffung der Passagiere der in Yokohama liegenden "Diamond Princess" weiter.

Bis zum Vortag waren 621 Infektionen unter den Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes nachgewiesen worden. Alle Betroffenen kamen in Krankenhäuser. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens bis Freitag dauern, hatte die Regierung erklärt.

Coronavirus: Nach Quarantäne: Passagiere der "Diamond Princess" verlassen Schiff

+++ Zwei Coronavirus-Patienten im Iran gestorben +++

Im Iran sind zwei mit dem Coronavirus infizierte Personen gestorben. Sie seien im Krankenhaus in der Schiiten heiligen Stadt Ghom verstorben, sagt der Chef der medizinischen Fakultät der Universität der Nachrichtenagentur Mehr. "Zwei Iraner, die heute positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden, sind an Atemwegserkrankung gestorben". Erst Stunden zuvor hatte ein Regierungssprecher bestätigt, dass es die ersten beiden Fälle im Iran gibt.

+++ China weist gleich drei Journalisten des "Wall Street Journals" aus +++

Aus Protest gegen einen als beleidigend empfundenen Kommentar im "Wall Street Journal" zum Ausbruch der Lungenkrankheit weist China drei Korrespondenten der Zeitung aus. Ihnen werde mit sofortiger Wirkung die Akkreditierung entzogen, teilte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, am Mittwoch vor der Presse in Peking mit. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass gleich mehrere Korrespondenten einer internationalen Nachrichtenorganisation des Landes verwiesen werden. 

Vizebürochef Josh Chin und Reporter Chao Deng, die US-Bürger sind, sowie Reporter Philip Wen, ein Australier, wurden aufgefordert, China innerhalb von fünf Tagen zu verlassen, berichtete die Zeitung. Die ungewöhnliche Ausweisung verschärft die Spannungen zwischen China und den USA. Washington war am Vortag gegen fünf chinesische Staatsmedien vorgegangen, indem diese künftig als direkte Organe der kommunistischen Führung in Peking stärker reglementiert werden. 

Auslöser der chinesischen Verärgerung ist ein Meinungsbeitrag des Kolumnisten Walter Russell Mead im "Wall Street Journal" vom 4. Februar mit der Überschrift: "China ist der wahre kranke Mann Asiens." Die Wortwahl erinnert an die Beschreibung des innerlich zerrissenen Chinas Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als das Land durch die Kolonialmächte ausgebeutet wurde - eine Zeit, die heute in China als das "Jahrhundert der Demütigung" beschrieben wird. Der chinesische Außenamtssprecher beklagte, der Titel, den das Blatt gewählt habe, trage ein "rassistisches Stigma". Der Beitrag verunglimpfe die Regierung in Peking und die Bemühungen des chinesischen Volkes im Kampf gegen die Lungenkrankheit.

+++ Puma mit starkem Jahr 2019 - Probleme mit Coronavirus +++

Mit erheblichen Steigerungen bei Umsatz und operativem Gewinn hat der fränkische Sportartikelhersteller Puma im vergangenen Jahr das geschäftlich beste Jahr seiner Geschichte erlebt. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 18,4 Prozent auf 5,502 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Björn Gulden am Mittwoch in Herzogenaurach sagte. Der operative Gewinn legte um 30,5 Prozent auf 440 Millionen Euro zu.

Für das laufende Geschäftsjahr befürchtet Puma allerdings Einbußen durch das Coronavirus in Asien. China ist der zweitgrößte Markt nach den USA für Puma und mit einer Wachstumsrate von 40 Prozent im vergangenen Jahr das sich am schnellsten entwickelnde Geschäftsfeld. "Der Geschäftsbetrieb in China ist derzeit aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen der Behörden stark beeinträchtigt", sagte Gulden. "Das Geschäft in anderen Märkten, vor allem in Asien, leidet unter dem Ausbleiben chinesischer Touristen."

+++ Nach Quarantäne: Japan lässt "Diamond Princess"-Passagiere an Land +++

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen an Bord werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.

In Kambodscha mussten ebenfalls noch Kreuzfahrturlauber auf ihre Heimreise warten, darunter mehrere Deutsche. Alle 781 dort verbliebenen Reisenden der "Westerdam" seien negativ getestet worden, teilte die Reederei Holland America Line unter Berufung auf das kambodschanische Gesundheitsministerium mit.

Als erste Gruppe in Japan sollen rund 500 vor allem ältere Passagiere, die negativ auf den Erreger getestet und abschließend von Ärzten an Bord befragt wurden, die "Diamond Princess" verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu anderen Bahnhöfen im Raum der Tokioter Nachbar-Metropole gebracht, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Vor dem Schiff fuhren Busse auf. Wer negativ auf das Virus getestet wurde, aber engen Kontakt mit später positiv getesteten Personen hatte, muss bis auf weiteres an Bord zur Beobachtung bleiben.

+++ Audi und BMW in China wieder im Normalbetrieb +++

Nach den Einschränkungen durch das neuartige Coronavirus produzieren Audi und BMW in China wieder. Die Produktion laufe seit Montag wieder, sagte ein BMW-Sprecher. Eine Audi-Sprecherin sagte, sowohl in der Produktion im Joint Venture als auch in allen anderen Geschäftsbereichen sei wieder Normalbetrieb erreicht. Zuvor hatte die "Automobilwoche" über die Wiederaufnahme des Betriebs bei Audi berichtet.

Audis Marketing- und Vertriebsvorständin, Hildegard Wortmann sagte der Branchenzeitung über die Geschäfte in China: "Im Moment treten Kunden überwiegend online in Kontakt mit Audi, darauf fokussieren wir aktuell auch unsere Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten. In den Showrooms und bei den Händlern passiert, je nach Region, gerade weniger."

+++ DIHK rechnet mindestens mit Produktionsverzögerungen +++

Der DIHK rechnet wegen des Virus mindestens mit Produktionsverzögerungen in Deutschland. Die Befürchtung bestehe, dass die Bänder in China weiter stillstünden, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier in Berlin. Zwei Prozent aller Vorleistungen der deutschen Unternehmen kämen aus der Volksrepublik, in vielen Branchen seien es aber deutlich mehr, beispielsweise in der Elektroindustrie mit knapp 13 Prozent. Konkret seien die Bremsspuren aber noch nicht abschätzbar.

+++ Russland hält starke wirtschaftliche Folgen für möglich +++

Die russische Wirtschaft spürt die Folgen der Virus-Epidemie noch nicht sehr stark. Das sagt der stellvertretende russische Wirtschaftsminister Aser Talybow in Berlin. Das werde sich aber ändern, sollten sich die Produktionsprobleme im Nachbarland China fortsetzen. Viele Lieferketten seien dann betroffen.

 +++ Weitere Patienten in Bayern gesund aus Klinik entlassen +++

Die meisten der insgesamt 14 Menschen in Bayern, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, sind inzwischen gesund in ihren Alltag zurückgekehrt. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, sind derzeit noch vier der Betroffenen im Krankenhaus. Sie werden in der München Klinik Schwabing betreut und sind weitestgehend symptomfrei. Voraussichtlich könnten sie bald ebenfalls das Krankenhaus verlassen, hieß es.

Alle 14 Coronavirus-Infektionen im Freistaat standen im Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise im Januar unwissentlich eingeschleppt. Dabei hatten sich einige Mitarbeiter angesteckt, teils infizierten sich auch Angehörige.

Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus. Die Kriterien hat das Robert Koch-Institut in Berlin festgelegt.

+++ Kein Coronavirus bei China-Rückkehrern in Berlin +++

Bei den 20 China-Rückkehrern in Berlin lässt sich weiter kein Coronavirus Sars-CoV-2 nachweisen. Die jüngsten Tests auf das Covid-19-Virus seien erneut negativ ausgefallen, sagte Lena Högemann, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit. Die Deutschen und ihre Familienangehörigen hatten sich in der schwer von Sars-CoV-2 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten und waren vor mehr als einer Woche nach Berlin geflogen worden. Zwei Wochen sollen die 16 Erwachsenen und 4 Kinder im Stadtteil Köpenick in Quarantäne bleiben. Gebe es weiter keinen Virus-Nachweis, könnten die Rückkehrer die Isolierstation an diesem Sonntag verlassen, ergänzte Högemann.

+++ Fukushima-Betreiber warnt Arbeiter vor Schutzanzug-Mangel wegen Coronavirus +++

Das neuartige Coronavirus hat womöglich auch bald Auswirkungen auf die Arbeiter im 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima. Wegen der Virus-Epidemie sei die Herstellung der in China gefertigten speziellen Schutzanzüge in Gefahr, erklärte der Akw-Betreiber Tepco am Dienstag. Deshalb müssten die Angestellten stattdessen möglicherweise bald Plastikregenmäntel tragen. Das Personal, das die nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zerstörte Anlage aufräumt, trägt spezielle Schutzmäntel. Diese verhindern, dass sich radioaktiver Staub auf der Kleidung oder dem Körper festsetzt. Tepco braucht etwa 6000 dieser Schutzmäntel pro Tag.    

"Wir könnten wegen des Covid-19-Ausbruchs Schwierigkeiten haben, bestimmte spezielle Artikel von unseren üblichen Lieferanten zu bekommen", sagte ein Tepco-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben zum Beispiel Mäntel mit durchsichtigen Taschen, durch die der Dienstausweis und ein Strahlungsmessgerät sichtbar sind. Es ist möglich, dass dieselben Produkte nicht erhältlich sind", fügte er hinzu. In diesem Fall wäre Tepco gezwungen, auf im Handel erhältliche Produkte wie Plastikregenmäntel zurückzugreifen, sagte der Sprecher. Auswirkungen auf die Sicherheit hat das nach Angaben des Unternehmens nicht, da die Schutzmäntel nicht dazu bestimmt seien, die Arbeiter vor Strahlung zu schützen.

In Fukushima hatte sich im März 2011 infolge des Erdbebens und des Tsunamis das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986 ereignet. Tepco und die japanische Regierung schätzen, dass sie rund 40 Jahre brauchen werden, um die Schäden zu beheben.

+++ Düstere Expertenprognose: Coronavirus-Epidemie noch bis Ende April +++

Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit Covid-19 wird sich nach Einschätzung eines Experten in China möglicherweise erst Ende April stabilisieren. "Das ist eine sehr grobe Schätzung", sagte Zhong Nanshan, Chef der Expertengruppe der chinesischen Regierung, am Dienstag. Mit einem Höhepunkt des Ausbruchs sei nach derzeitigem Stand voraussichtlich bis Ende Februar zu rechnen. Unterdessen nehmen die wirtschaftlichen Auswirkungen zu. Auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess" in Japan wurden weitere Infektionen nachgewiesen - am Mittwoch sollte dort die Ausschiffung der noch rund 3000 Menschen an Bord beginnen.

Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse sterben im Land 2,3 Prozent der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten. Betroffen seien weiterhin vor allem alte Menschen und solche mit schweren Vorerkrankungen wie Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Bei Menschen über 80 Jahren liege die aus den bisher vorliegenden Daten errechnete Todesrate bei knapp 15 Prozent, berichtete die Behörde am Dienstag, es sterben also in dieser Altersgruppe in China im Mittel etwa 15 von 100 Infizierten. In der Gruppe der 10 bis 39 Jahre alten Menschen sterben 0,2 Prozent der Infizierten, also etwa 2 von 1000 Betroffenen. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle - der Gesundheitsbehörde zufolge mehr als 80 Prozent - zeigen Menschen, die sich mit dem Covid-19-Erreger angesteckt haben, nur milde Symptome. Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln demnach schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen.

+++ Menschen auf "Diamond Princess" vor der Ausschiffung +++

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sollen an diesem Mittwoch die ersten Menschen von Bord des Kreuzfahrtschiffes in Japan gehen dürfen. Die Ausschiffung werde voraussichtlich bis Freitag dauern, teilte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Dienstag mit. Die Zahl der mit Sars-CoV-2 infizierten Passagiere und Crewmitglieder war am Vortag um weitere 99 auf 454 gestiegen. Alle Infizierten wurden in Kliniken gebracht. Inzwischen sollen auch von allen noch an Bord verbliebenen Passagieren der "Diamond Princess" Proben genommen worden sein, berichteten japanische Medien unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die Ergebnisse waren zunächst nicht bekannt.

+++ "Westerdam"-Reisende warten noch auf Testergebnisse +++

Die auf dem Kreuzfahrtschiff Westerdam" in Kambodscha gestrandeten rund 1000 Menschen, darunter auch deutsche Passagiere, müssen sich noch in Geduld üben. Die Coronavirus-Testergebnisse lagen am Dienstag noch nicht für alle vor. Bis alles geklärt sein, werde es wahrscheinlich einige Tage dauern, teilte die Reederei Holland America Line am Montag mit.

Am Wochenende war überraschend bei einer Passagierin auf der Heimreise ein Test auf das Coronavirus positiv ausgefallen. Viele hatten da schon das Schiff verlassen. Nun müssen laut Reederei dort noch 255 Passagiere und 747 Crewmitglieder auf eine Klärung warten.

+++ Nach Kritik an Präsident Xi Jinping: Aktivist festgenommen +++

Nach Kritik an Chinas Präsident Xi Jinping wegen seines Umgangs mit der Coronavirus-Epidemie hat die chinesische Polizei nach Angaben von Amnesty International den bekannten Aktivisten Xu Zhiyong festgenommen. Der Anti-Korruptions-Aktivist sei im Dezember untergetaucht und am Samstag gefasst worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurde Xu in der südchinesischen Stadt Kanton festgenommen. Die dortige Polizei äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

+++ Französische Regierung: Entwicklung zur Pandemie ernstzunehmende Gefahr +++

Nach Einschätzung der französischen Regierung besteht das Risiko, dass sich die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zur Pandemie entwickelt. Dies sei zugleich "eine Arbeitshypothese und eine ernstzunehmende Gefahr", sagt der neue Gesundheitsminister Olivier Veran dem Hörfunksender France Info. Frankreich könne mit allen Möglichkeiten umgehen, das Gesundheitssystem sei stabil und gut entwickelt. Von einer Pandemie wird gesprochen, wenn sich eine Krankheit über Länder oder sogar Kontinente hinweg ausbreitet. Eine Epidemie ist auf eine Region begrenzt.

+++ Schüler in Shanghai müssen zu Hause bleiben +++

Schüler in Shanghai müssen bis auf weiteres von zu Hause aus lernen, weil die Schulgebäude als Vorkehrung gegen eine Ausbreitung des Coronavirus geschlossen bleiben. Ab März werden dafür Online-Kurse angeboten, wie die Schulbehörde mitteilt.

+++ Gewichtheber verlegen Meisterschaften +++

Die Asienmeisterschaften im Gewichtheben sind wegen des Ausbruchs des Coronavirus in China von Kasachstan nach Usbekistan verlegt worden. Kasachstan erlaube Chinesen derzeit keine Einreise und habe die Titelkämpfe zurückgegeben, berichtete der olympische Branchendienst "Inside the Games". Nunmehr soll das Championat vom 16. bis 25. April in Taschkent stattfinden. Die Asienmeisterschaften sind ein wichtiges Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio. Der Gewichtheber-Weltverband drängt darauf, dass auch chinesische Sportler teilnehmen dürfen.

+++ Krankenhausdirektor in Wuhan stirbt an Coronavirus +++

Zum ersten Mal ist in China ein Krankenhauschef der neuen Lungenkrankheit zum Opfer gefallen. Liu Zhiming, der Direktor des Wuchang Hospitals in der schwer vom Coronavirus betroffenen Metropole Wuhan, sei am Montag gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur China News. Ein Medizinerkollege berichtete demnach, der Chefarzt sei in gutem Gesundheitszustand gewesen und hätte selbst nicht erwartet, dass er an der Covid-19-Lungenkrankheit sterben würde. Am Freitag war schon eine 59-jährige Krankenschwester desselben Hospitals an der Lungenkrankheit gestorben.

Im Kampf gegen das Sars-CoV-2-Virus haben sich schon mehr als 1700 medizinische Helfer wie Ärzte und Pflegekräfte angesteckt. Bis Ende vergangener Woche waren schon mindestens sechs Helfer daran gestorben, wie das chinesische Staatssender CCTV berichtet hatte. Der überwiegende Teil der Betroffenen war demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus ausgebrochen war.

+++ WHO: Sars-CoV-2-Neuinfektionen gehen laut Daten aus China wohl zurück +++

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 in China geht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wohl zurück. Das deuteten Daten zu 44.000 Fällen an, die China der WHO zur Verfügung gestellt habe, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. "Es ist zu früh, um zu sagen, dass dieser Rückgang andauern wird. Alle Szenarien sind weiterhin möglich." Darüber hinaus zeigten die Daten, dass Covid-19 wohl nicht so tödlich sei wie vergleichbare Erkrankungen wie Sars oder Mers. 

Die WHO betonte erneut, dass das neuartige Virus außerhalb von China nur einen sehr kleinen Anteil der Menschen betreffe. Forderungen nach drastischeren Maßnahmen wie allgemeinen Reiseverboten wies die UN-Behörde zurück. "Alle Maßnahmen müssen der Situation angemessen sein", sagte Tedros. WHO-Experte Michael Ryan ergänzte: "Es gibt kein Nullrisiko auf der Welt - für gar nichts."


Alle vorhergehenden Entwicklungen der Cornavirus-Ausbreitung lesen Sie hier: 

ivi/ fin / tim / fs / dho / mik / rw / kng / wue / mis / anb/ jek / tkr / kng / DPA / AFP

Wissenscommunity