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Kriegsgebiet im Kongo: Neuer Ebola-Ausbruch: Kämpfe in der Region erschweren Behandlung

Im Kongo müssen die Menschen weiterhin gegen Ebola kämpfen: Neue Krankheitsfälle sind im Nordosten des Landes aufgetreten. Kämpfe mehrerer Milizen behindern die Arbeit des Gesundheitspersonals zusätzlich. 

Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo

Nur wenige Tage, nachdem der vorherige Ebola-Ausbruch für beendet erklärt wurde, sind neue Fälle der Krankheit im Osten des Kongos bekannt geworden (Symbolbild)

DPA

Für wenige Tage schien Ebola im Kongo besiegt zu sein, dann tauchten neue Fälle auf: Ende Juli wurde der erste Fall bekannt, seither sind 20 Menschen an Symptomen, die auf Ebola hindeuten, gestorben. Dabei ist der gefährliche Krankheitserreger diesmal in einer anderen Region aufgetaucht: in der Provinz Nord-Kivu im Nordosten des Landes. Die Bekämpfung von Ebola ist hier besonders schwierig, da in dem Gebiet Kämpfe toben.

WHO auf Unterstützung der UN-Blauhelme angewiesen

Die Helfer stehen damit vor massiven Problemen: medizinisches Personal könne sich womöglich nur mit bewaffneten Eskorten in der Region bewegen, sagte Peter Salama, Leiter für Noteinsätze bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), am Freitag in Genf. 

"Kontakte von Kranken in einem Kriegsgebiet aufzuspüren ist eine höchst komplexe Aufgabe", sagte Salama. Die WHO sei auf logistische Unterstützung der UN-Friedenstruppen angewiesen. Im Kongo ist das größte weltweit eingesetzte Kontingent an UN-Blauhelmen im Einsatz: mehr als 15.000 Soldaten sollen zur Befriedung beitragen.

Tödlicher Erregerstamm tritt 1500 Kilometer weiter wieder auf

Den erneuten Ausbruch bekämpft die WHO mit mehreren Dutzend Mitarbeitern vor Ort, ebenso Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" und das Rote Kreuz. Ebola-Symptome wurden bei gut zwei Dutzend Menschen - darunter auch medizinisches Personal - festgestellt. Vier von sechs getesteten Blutproben waren positiv. 

Das betroffene Gebiet liegt 1500 Kilometer von der Region des vorherigen Ausbruchs nahe der Stadt Mbandaka entfernt. Möglich sei eine Übertragung etwa durch Fruchtfliegen, die solche Strecken zurücklegen könnten, sagte Salama. Nach ersten Tests handele es sich um den gleichen Erregerstamm. Eine Bestätigung wird kommende Woche erwartet. Der in Mbandaka und Umgebung festgestellte Zaire-Stamm sei der tödlichste der bekannten Ebola-Stämme. Die Überlebensrate liege nur bei 50 Prozent oder weniger. In der Hauptstadt Kinshasa seien bereits 3000 Impfdosen vorhanden, weitere 300.000 könnten in kurzer Zeit mobilisiert werden.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung des Ausbruchs sei das rigorose Aufspüren aller Menschen nötig, die entweder direkt mit Kranken in Kontakt waren oder mit anderen Menschen, die Kontakt zu Kranken hatten, so Salama. Dann erfolgten Ringimpfungen. So sei der vorherige Ausbruch erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden. Dort gab es insgesamt 54 Ebola-Verdachtsfälle, 33 Menschen starben.

Kriegszustand begünstig Ebola-Ausbreitung

Der Osten des Kongos ist seit Jahrzehnten instabil. In der Region kämpfen mehrere Milizen, denen es vor allem um die Kontrolle von Land und Bodenschätzen geht. In dem Gebiet um die Stadt Beni etwa 50 Kilometer vor der Grenze zu Uganda entfernt leben zudem Hunderttausende durch die Kämpfe Vertriebene. Diese Menschen zögen oft von Ort zu Ort, was eine Ausbreitung wahrscheinlicher mache, so Salama. Die WHO habe Uganda sowie die Nachbarländer Burundi und Tansania alarmiert, sich auf mögliche Ausbrüche vorzubereiten.

Ebola gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer verheerenden Epidemie 2014 und 2015 starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 11 000 Menschen.

fri / DPA

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