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Europaweites Ranking Dicke Luft in Berlin – Hauptstadt landet in Umwelt-Ranking auf einem hinteren Platz

Hochhäuser in Berlin-Marzahn mit dem Fernsehturm am Alexanderplatz
Berlin landete im Ranking der Städte mit der besten Luftqualität nur auf Platz 219. Untersucht wurden 323 Metropolen in Europa.
© Sean Gallup / Getty Images
Wie sauber ist die Luft in europäischen Metropolen? Diese Frage beantwortet die EU-Umweltagentur mit einer Liste von mehr als 320 Städten. Berlin kommt recht schlecht dabei weg.

Saubere Luft in Finnland und Schweden, und in Polen sollte man – sprichwörtlich – lieber mal die Luft anhalten: In einer Untersuchung der EU-Umweltagentur EEA kann man sich nun anschauen, wie es langfristig um die Luftqualität in Hunderten der größten Städte Europas bestellt ist.

Spitzenreiter bei der sauberen Luft unter den mehr als 320 untersuchten Städten sind das schwedische Umeå, Tampere in Finnland sowie Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira und Estlands Hauptstadt Tallinn. Die Schlusslichter finden sich dagegen überwiegend in Polen und im Norden Italiens. Das geht aus einer neuen Luftqualitäts-Rangliste hervor, die die in Kopenhagen ansässige Umweltagentur am Donnerstag veröffentlichte.

Für die von nun an jährlich aktualisierte Übersicht bewertete die EEA die Feinstaubbelastung in 323 Städten in 26 EU-Ländern sowie Island, Norwegen und der Schweiz. 127 Städten wird eine gute Luftqualität bescheinigt. Bei 123 gilt die Belastung als moderat, in den restlichen 73 als schlecht oder sehr schlecht.

Luftverschmutzung: EU-Umweltagentur untersuchte Feinstaubbelastung

Diese Einordnung bezieht sich auf die durchschnittliche Luftbelastung mit Feinstaub (PM2.5) in den Jahren 2019 und 2020. Ein "gut" erhält, wer unter dem empfohlenen Wert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt: Die WHO empfiehlt, dass die Langzeitbelastung 10 Mikrogramm Feinstaub (PM2.5) pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten sollte, das ist strenger als der EU-Wert. Wer auch das jährliche EU-Limit von 25 Mikrogramm reißt – das gilt für fünf Städte in Polen, Kroatien und Italien – bekommt ein "sehr schlecht".

Laut der Analyse überschreiten 61 Prozent der Städte den Richtwert der WHO, wie die Leiterin der EEA-Fachgruppe für Luftverschmutzung, Umwelt und Gesundheit, Catherine Ganzleben, sagte. Nur zwei Prozent liegen demnach auch über dem jährlichen EU-Limit.

Saubere Luft in Göttingen, schwächerer Wert für Berlin

Über die sauberste Luft aller 52 gelisteten deutschen Städte verfügt Göttingen: Die niedersächsische Universitätsstadt landet auf Rang 29, gefolgt von Freiburg (45), Darmstadt (46), Lübeck (50) und Hannover (56). Ihnen und 25 weiteren Städten in der Bundesrepublik wird eine gute Luftqualität attestiert, die 22 anderen werden als moderat eingestuft, mit Berlin als deutsches Schlusslicht auf Rang 219.

Keine deutsche Stadt landete in den Kategorien "schlecht" oder "sehr schlecht". Mehrere deutsche Großstädte wie etwa Köln wurden allerdings – wie auch weitere in anderen Ländern – nicht eingeordnet. Das kann laut EEA daran liegen, dass Messstationen oder bestimmte Daten fehlten.

Wie bereits Ende 2020 aus einem EEA-Bericht hervorgegangen war, hat sich die Luftqualität in Europa im Laufe des vergangenen Jahrzehnts unter anderem wegen Emissionsverringerungen in Verkehr und Energieversorgung spürbar verbessert. Das hat dazu geführt, dass im Vergleich von 2009 zu 2018 knapp 60.000 weniger Menschen pro Jahr vorzeitig durch die Belastung mit Feinstaub gestorben sind. 

Dennoch leiden demnach weiterhin nahezu alle Europäer unter Luftverschmutzung etwa durch Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon, vor allem in Städten. Mehr als 400.000 Menschen starben EEA-Schätzungen zufolge 2018 in 41 europäischen Ländern vorzeitig an den Folgen der Belastung durch diese Schadstoffe, darunter auch Zehntausende in Deutschland.

Luftverschmutzung macht krank

Auch diesmal wies die EEA darauf hin, dass Luftverschmutzung weiter ein ernsthaftes Problem und ein reales Gesundheitsrisiko in vielen europäischen Städten sei. Feinstaub bleibe dabei der Luftschadstoff Nummer eins, der den größten Einfluss auf vorzeitige Todesfälle und Erkrankungen habe, sagte Expertin Ganzleben. EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx resümierte: "Während sich die Luftqualität im Laufe der vergangenen Jahren markant verbessert hat, bleibt die Luftverschmutzung in vielen Städten Europas hartnäckig hoch." Die Übersicht erlaube es Bürgern nun, auf einfache Weise zu vergleichen, wo ihre Stadt bei der Luftverschmutzung lande.

Gemäß der neuen Auflistung sieht es unter den Millionenstädten besonders gut in Stockholm aus: Die schwedische Hauptstadt landet auf Rang neun und schneidet somit besser ab als jede weitere Stadt mit mehr als einer Million Einwohner. Dicht dahinter folgt Helsinki (11), während sich etwa Bukarest (263), Barcelona (264), Warschau (269) und Mailand (303) auf der anderen Seite der Tabelle wiederfinden.

Quellen: European City Air Quality Viewer, DPA

anb DPA

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