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Historisches Ausmaß Verheerende Waldbrände: Rauchwolken bedrohen Millionen Westküsten-Bewohnern

Sehen Sie im Video: Kaliforniens Bewohner berichten über apokalyptische Stimmung – "Wie das Ende der Welt!"




Die Einwohner der Bay Area im kalifornischen Norden wachten am Mittwoch unter einem leuchtend orangen Himmel auf. Grund sind die aufsteigenden Staubpartikel der weiter in der Region wütenden Brände, die das Sonnenlicht blockierten. Tibisay Perez, ein Klimaforscher an der Universität von Kalifornien in Berkeley, sagte, er habe nicht einmal gewusst, dass der Tag wirklich schon begonnen habe. "Ich fragte mich, wie spät es ist. Draußen sah es aus wie der Tag des jüngsten Gerichts. Man sieht, dass etwas schrecklich schiefgeht, und der Weg zur Arbeit, das Atmen in all dieser Verschmutzung ist für uns hier definitiv nicht gesund." Rund 14.000 Feuerwehrleute bekämpften zuletzt großflächig etwa zwei Dutzend Brände in Kalifornien, nachdem die Flammensaison im vergangenen Monat einen tödlichen und einen besonders frühen Start hinlegte, einen Rekord für diese Jahreszeit, wie die zuständige Behörde für Wald und Brandschutz mitteilte. Tausende Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen, Wälder sind gesperrt. Eine Einwohnerin Oaklands fasste ihre Gedanken zu dem unheilverkündenden Szenario so zusammen: "Es ist wie das Ende der Welt, erschreckend. Ich bin eine echte Kalifornierin, ich muss heulen darüber, was wir meinem armen Staat angetan haben."
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Die Menschen im Nordwesten Amerikas kämpfen weiter mit den Folgen der verheerenden Waldbrände in der Region. Am Wochenende stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 33. In Kalifornien will sich US-Präsident Trump ein Bild von der Lage machen.

Im Westen der USA wüten weiter Waldbrände historischen Ausmaßes und beeinträchtigen das Leben von Millionen Menschen. Am Sonntag haben laut Medienberichten besonders im Nordwesten riesige Rauchwolken die Löscharbeiten erschwert und die Gesundheit von Millionen Bewohnern der Region bedroht. Die Umweltbehörden in Oregon hatten die Luftqualität an Dutzenden Messstationen im Bundesstaat als "gesundheitsgefährdend" oder "sehr ungesund" bezeichnet, die beiden höchsten von sechs Warnstufen. Für die Metropolen Portland, Vancouver in Kanada und Seattle im Bundesstaat Washington meldete die Webseite IQAir am Sonntag die gravierendste Luftverschmutzung von 96 erfassten Städten weltweit.

Auch in Kalifornien lodern die Feuer weiter. Die aktuelle und vermutlich noch über Wochen anhaltende Waldbrandsaison dort gilt bereits jetzt als die schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen. In der Nähe von Sacramento im Zentrum des Bundesstaates will US-Präsident Donald Trump am Montag erstmals in dieser Brandsaison persönlich an einer Einsatzbesprechung teilnehmen.

Schlimmste Saison seit Beginn der Aufzeichnungen

Allein in den drei Staaten Kalifornien, Oregon und Washington stieg bis zum Wochenende die Zahl der Toten durch die seit Wochen wütenden Feuer auf mindestens 33, wie die Fernsehsender NBC und CNN berichteten. Laut "New York Times" ist in den vergangenen Wochen insgesamt eine Fläche von rund 20.200 Quadratkilometern Waldgebiet abgebrannt, was in etwa der Fläche von Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt entspricht.

Für Kalifornien gab es Berichte über 22 Tote seit Ausbruch der ersten Feuer Mitte August, zehn Opfer wurden zudem aus Oregon gemeldet. Im nördlichen Nachbarstaat Washington war bisher ein Opfer bestätigt gewesen. In den drei Staaten entlang der Küste sind zudem Dutzende Menschen als vermisst gemeldet, lokale Behörden befürchten weitere Tote. 

Zehntausende Menschen mussten auf der Flucht vor den Flammen bereits ihre Wohnungen verlassen, Hunderttausende sind allein in Oregon angewiesen, sich zumindest auf eine Evakuierung vorzubereiten. Laut der Zeitung "The Oregonian" wurden die Evakuierungswarnstufen jedoch in einigen Gebieten gelockert. Wegen der durch den Rauch stark beeinträchtigten Sichtverhältnisse seien die Menschen trotzdem angewiesen, auf Autofahrten zu verzichten. In Oregon und in Kalifornien hofften die Behörden zudem auf Entspannung durch günstige Winde, möglichen Regen und niedrigere Temperaturen.

Weckruf im Kampf gegen den Klimawandel

"Das ist ein Weckruf, dass wir alles tun müssen, was wir können, um den Klimawandel zu bekämpfen", sagte Oregons Gouverneurin Kate Brown am Sonntag beim TV-Sender CBS. Es gilt unter Wissenschaftlern als sicher, dass die Klimakrise Wetterextreme verschärft, die zu heftigeren Waldbränden beitragen. In Oregon sind rund 4000 Quadratkilometer Waldfläche abgebrannt - schon jetzt doppelt so viel wie in einem durchschnittlichen Jahr.

An einigen Orten nahm die Polizei Medienberichten zufolge mutmaßliche Brandstifter fest. Behörden in Oregon sagten, dass die Angst vor Plünderungen aber bisher unbegründet sei, nur vereinzelt habe es versuchte Diebstähle gegeben.

Christian Fahrenbach und Angelika Engler/DPA

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